Vaterschaftstest im DNA Labor
Mehrere Faktoren tragen zur Sicherheit eines Abstammungsgutachtens bei. Ganz allgemein spielt die Menge an zur Verfügung stehender Information eine wichtige Rolle.
In ca. 98 von 100 Familien ist die Frage der Vaterschaft wissenschaftlich lösbar, wenn Proben des möglichen Vaters und eines Kindes untersucht werden. Wird aber die Mutter in die Untersuchung einbezogen, kann das Ergebnis 100, 1000 oder mehr mal genauer werden als ohne Mutter. Wenn die Mutter in das Abstammungsgutachten einbezogen wird, liegt mehr DNA-Information für die mathematische Berechnung der Abstam-
mungswahrscheinlichkeit vor. Die Menge der vorliegenden Information ergibt sich auch aus der Zahl der getesteten DNA-Regionen (DNA-Marker). Heute werden von bj-diagnosti 15+1 = 16 Marker routinemässig für ein Abstammungsgutachten untersucht. In den meisten Fällen wird dann eine Abstammungswahrscheinlichkeit von > 99,99 % erreicht (Defizienzfall, Vater, Kind ohne Mutter). Mit Mutter liegt dieser Wert oft bei > 99,9999 %.
Natürlich trägt auch die Häufigkeit der vom Putativvater auf das Kind vererbten DNA-Merkmale (Allele) zur Höhe der Vaterschaftswahrscheinlichkeit bei. Bei 15 Markern liegt ein Mix aus seltenen und häufig vorkommenden Allelen vor, die der Putativvater mit dem Kind gemeinsam besitzt. Wenn dabei der Anteil von seltenen Allelen überwiegt, ergibt die mathematische Berechnung auch mehr Neuner hinter dem Komma. Bei häufig vorkommenden Allelen steigt das mathematische Risiko, dass das beim Putativvater und dem Kind vorkommende gleiche Allel auch von einem anderen Mann vererbt worden sein kann. Genau aus diesem Grund muss auch eine ausreichend große Zahl von DNA-Regionen für einen Abstammungstest untersucht werden, um zufällige Übereinstimmungen zwischen einem falschen Vater.