In ihrer Sitzung vom 16. Dezember 2008 hat die US-Notenbank FED den US-Leitzins um 75 Basispunkte auf eine Range von 0,00 bis 0,25 Prozent gesenkt. In ihrer nachgereichten Erklärung zu dieser doch heftigen Zinssenkung (von Marktteilnehmern war im Konsens eine Zinssenkung um 50 Basispunkte erwartet worden) verweist die FED auf die sich weiterhin verschärfende Lage am US-Arbeitsmarkt sowie die Abschwächung bei den Konsumausgaben sowie der Produktion im industriellen Sektor.
Laut FED hat sich der gesamtwirtschaftliche Ausblick weiter eingetrübt, dazu gesellt sich eine ebenfalls weiterhin angespannte Lage an den Finanzmärkten, verbunden mit einer immer noch sehr zurückhaltenden Kreditvergabe der US-Banken, was sowohl Unternehmer als auch Ratenkredite an Konsumenten angeht.
Ihren Fokus setzt die FED derzeit auf die Preisstabilität, also Inflationseindämmung, und die Stützung der Wirtschaft, um eine zu heftige Rezession zu vermeiden. Dabei will sie besonders den Immobilienmarkt dadurch stützten, dass die mit Hypotheken besicherte Wertpapiere in großem Umfang von den Banken ankauft, was über eine so genannte „Bad Bank" erfolgen würde, wie sie erst von Josef Ackermann, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, auch für Deutschland gefordert worden war.
Dazu kommt die Herausgabe eigener Anleihen sowie eine Reihe weiterer Unterstützungen, die sich vor allem an die Versorgung der US-Haushalte und kleinerer Unternehmen mit benötigten Krediten richten.Wie die Aktienmärkte auf die doch heftige Zinssenkung reagieren werden, werden die nächsten Handelstage zeigen. Ebenso offen bleibt, wie die EZB in ihrer nächsten Sitzung reagieren wird, denn anders als die FED hat sie noch jede Menge Potenzial für weitere Zinssenkungen.
Daniel Franke