Wunschanalyse von Sharewise.com
DIE SITUATION AUF DEN US-IMMOBILIENMÄRKTENDie US-Immobilienkrise hat sich zu einer US-Finanzkrise ausgeweitet und inzwischen droht eine Weltwirtschaftskrise. Weltweit werden Rettungspakete geschnürt, die entweder die Finanzinstitute absichern, oder die Wirtschaft fördern. Aber einen direkten Eingriff in den US-Immobilienmarkt gab es bis heute nicht.
Wenn doch die Krise im US-Immobilienmarkt begonnen hat, warum beendet man sie nicht auch genau dort?
Nun, die US-Immobilienkrise ist nicht der Ursprung der Probleme unseres Finanzsystems, sondern nur einer der Fehler in einer Folge von sehr vielen vorhergehenden Fehlern. Ich will nun nicht siebzig Jahre zurück gehen zu der Zeit, in der Fannie Mae als Behörde geschaffen wurde, um den US-Immobilienmarkt mit Liquidität zu versorgen. Die Loslösung vom Goldstandard 1971, die Niedrigzinspolitik eines Alan Greenspan bis hin zur Abschiebung der Finanzierungsrisiken in undurchschaubare Immobilienderivate spielen allesamt steigenden Immobilienpreisen in die Hände. Heute bricht dieses Kartenhaus zusammen und die Immobilienpreise fallen um bislang bis zu 30%. Volkswirte schätzen, dass weitere 10% Preisrückgang zu erwarten sind, bevor ein Boden gebildet wird.
Heute betrachten wir die Entwicklungen von einer anderen Seite aus: Noch kein einziges Bauunternehmen der USA ist pleite gegangen. Bauunternehmen planen weiterhin Neubauten, Neubaugebiete, Stadtteile mit neuen Wohnräumen, etc. Schon im ersten Semester meines VWL-Studiums habe ich gelernt, dass der Preis eine Funktion von Angebot und Nachfrage ist. Wenn das Angebot größer ist als die Nachfrage, fällt der Preis. Und zu den aktuellen Preisen ist das Angebot offensichtlich noch immer zu groß. Warum also werden weiterhin Häuser gebaut?
Im Oktober wurden in den USA „nur noch" 800.000 neue Häuser gebaut.


Gleichzeitig wurden jedoch weniger als 500.000 Neubauten gekauft. In den Medien wird der Rückgang der Baubeginne als Tiefpunkt der Immobilienkrise verkauft: Seit 1959, seit die Daten für Baubeginne erhoben werden, wurden noch nie weniger Baubeginne gemeldet. Doch es wird verschwiegen, dass selbst diese niedrige Anzahl an Baubeginnen noch immer über der Anzahl der verkauften Neubauten liegt. Eine Stabilisierung der Immobilienpreise ist so nicht herbeizuführen.
Derzeit wird der Markt mit günstigen Krediten versorgt. Das ist die Lösung, die derzeit von den inzwischen wieder verstaatlichten Institutionen Fannie Mae und Freddie Mac angeboten werden. Das Problem dabei: Bevor jemand nicht mindestens zweimal versäumt hat, seine Monatsraten zu zahlen, darf nicht geholfen werden. Diejenigen Häuslebauer, die sich stark einschränken, um die Raten zu zahlen, profitieren nicht von den günstigeren Krediten.
Davon abgesehen ist diese Art der Hilfe eine Subventionierung des maroden Immobilienmarktes, eine Bereinigung wird somit hinaus gezögert. Interessenten an neuen Häusern werden sich zurück halten, denn sie wissen nicht, wie lange die Preise noch fallen werden.