Rainer Sauer/Autor
Es ist für unsere Bewußtwerdung unumgänglich, daß wir das
Ursache Wirkungs Prinzip möglichst umfassend verstehen lernen, um es für uns möglichst effektiv nutzbar zu machen. Dabei ist es zu Beginn am wichtigsten, daß wir anerkennen, daß auf der materiellen, irdisch dualen Ebene alles Ursache ist und somit alles Wirkung zeigt. Das heißt, unsere Wahrnehmung, unsere Gedanken, unsere Gefühle, unserer ganzes Sein ist Ursache und hat dementsprechend eine Auswirkung. Dies sind alles Teile einer
Ursache Wirkungs Kette, bei denen Wahrnehmung, Gedanken, Gefühle bereits aus einer Ursache entstandene Wirkung sind und nun ihrerseits erneut zur Ursache werden. Auf höchster, auf göttlicher Ebene gibt es ohnehin keine Trennung zwischen Ursache und Wirkung, auf dieser Bewußtseins Ebene trennen weder Raum noch Zeit die Dinge voneinander. Aber um mit dem Prinzip Ursache Wirkung im alltäglichen Umgang konstruktiv arbeiten zu können, müssen wir dies erst mal ausklammern. Um dieses Prinzip für unsere Bewußtwerdung zu nutzen, müssen wir erst einmal akzeptieren, daß alles Ursache ist und somit Wirkung zeigt und darauffolgend den Versuch starten, diese manchmal fast nicht erkennbare Verbindung zwischen den
zweien aufzufinden. Diese Verbindung besteht auf unserer materiellen Ebene auf jeden Fall, auch wenn es uns schwerfällt, sie zu sehen. Ein näherer Zusammenhang zwischen den mannigfaltigen Erscheinungen, die uns in den Ursachen und Wirkungs Ketten begegnen, ist offensichtlich: unsere Wahrnehmung, die aufgrund unseres verzerrten und getrübten Bewußtseins als Ist Zustand besteht, verursacht Gedanken, Gefühle und Handlungen, Wirkungen, die logischerweise in Anbetracht der eingehenden verzerrten Information qualitativ gleichwertig, also
auch verzerrt angelegt sind. Das heißt, unsere Wahrnehmung erzeugt unstimmige, unerfreuliche Handlungen und diese erzeugen, wie wir alle allzu gut wissen, unangenehme Konsequenzen.
Das Ursache Wirkungs Prinzip können wir dann zu unserem Besten nutzen, wenn wir erkennen, daß diese Konsequenzen uns als Wegweiser, als Heilserum dienen können und sollen. Indem wir uns nicht über sie beklagen, sie bejammern oder uns ihretwegen gar selbst geißeln und sie anstatt dessen willkommenheißen und als eigentlich klare Antwort auf unsere innere und äußere Haltung dem Leben gegenüber sehen, werden sie zu unseren persönlichen Beratern. Denn es ist ja schließlich so, daß unsere graduell getrübte Bewußtheit notwendigerweise eben die von uns erlebte Auswirkung haben muß, wie sie sich in unserem alltäglichen Erleben zu erkennen gibt. Und wir in dem Maße, wie wir uns dessen bewußt werden, also die Wirkung in Verbindung mit der Ursache bringen können, wandeln wir die zuerst nur negative Konsequenz zu unserem Heilserum, um uns dann in erwachsener Bewußtheit „reifere" Handlungen, Gedanken und Gefühle zu erlauben bzw. uns für die neu ergründeten Möglichkeiten des Handelns, Denkens, Fühlens zu entscheiden. Ohne Konsequenzen, ohne adäquates Ergebnis könnten wir uns unserer Wahrnehmung und unserer daraus folgenden Handlung nicht bewußt werden, wir würden sie nicht hinterfragen und wir könnten und würden sie somit nicht ändern. Die Auswirkung, unsere Lebenssituation, wie immer sie auch aussehen mag, ist und bleibt somit immer eine unparteiische Stimme, welche wahrheitsgemäß unsere Wahrnehmung, unsere Handlungen, Gedanken und letztendlich unsere Gefühle interpretiert. Sie zeigt direkt auf die Ursache unserer alltäglichen Erfahrung und gibt uns somit die Möglichkeit des Hinterfragens und der Korrektur. Mit anderen Worten, unser Erleben ist Wirkung und zeigt uns die Faktoren in unserer Wahrnehmung auf, welche sich für ein spezifisches Erfahren verantwortlich zeigen. Wir können die Auswirkung auf ihren Ursprung, auf ihre Ursache zurückverfolgen und diese, in diesem Falle unsere Wahrnehmung, Schritt für Schritt der Realität anpassen, was uns folglich konstruktiveres Handeln einräumt.