Eine Reise nach Südostasien führt immer öfter auf die Philippinen, wobei das Land im Vergleich etwa zu Thailand immer noch als Geheimtipp bezeichnet werden kann. Vereinzelte Inseln wie Boracay oder Panglao auf Bohol in den Visayas sind den meisten Urlaubern noch ein Begriff, doch spätestens wenn es um den Süden mit der großen Insel Mindanao geht, verlaufen die Kenntnisse im Sand. Recht einseitige Berichterstattung in vielen Medien tut ihr Übriges, sodass gerade das "land of promise" nach wie vor mit Rebellentum, vordergründigen Glaubenskämpfen oder auch Naturkatastrophen wie kürzlich erst durch "Washi" verursacht, assoziiert wird.

Doch wer sich auf die Philippinen einlässt, der kann viel entdecken - vor allem auch auf Mindanao. So stellt die sogenannte Krisenregion nur eine recht überschaubare Fläche im Südwesten der Insel dar; der Nordosten der großen philippinischen Insel ist durchaus (auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln!) bereisbar. Doch pauschale Reisewarnungen sorgen dafür, dass nicht nur Mindanao, sondern die ganzen Philippinen gebrandmarkt werden. Es gibt leider nur wenige Medien, die versuchen, ein objektiveres Bild zu zeichnen und sich nicht von bisweilen propagandistisch gestreuten Informationen blenden lassen.

Zunächst einmal Grunsätzliches: auf den Philippinen wird weder vorwiegend Spanisch gesprochen, noch hat sich Tagalog bzw. Filipino flächendecken im Land als "lingua franca" durchgesetzt - vielmehr kann man mittlerweile behaupten, dass fast überall (wenn auch oftmals bruckstückhaft) Englisch gesprochen wird. Das geht u.a. darauf zurück, dass die spanische Kolonialmacht kein Interesse daran zeigte, das philippinische Volk zu unterrichten; dagegen haben die US-Amerikaner alles daran gesetzt, ihre Kultur und damit verbunden die englische Sprache zu verbreiten - u.a. mit der Konsequenz, dass der Durchschnitts-Filipino in der Regel vom "American way of life" träumt und nordamerikanischem Konsumverhalten nacheifert.
Reisende sind von der philippinischen Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft oft sehr angetan, Entdeckungstouren auf eigene Faust werden dadurch erleichtert - selbstverständlich ergänzt durch die eingehende Lektüre vom ein oder anderen
Philippinen Reisebericht. Die Philippinen eignen sich übrigens hervorragend für exotische Rundreisen, sowohl für passionierte Taucher als auch für Urlauber, die eher auf Wanderwegen wandeln möchten und auf Sightseeing-Tour gehen wollen.
Sicherlich kommen gerade Taucher bei über 600 Korallenarten in philippinischen Gewässern und unzähligen Fischarten voll auf ihre Kosten: beliebte Tauchspots finden sich in Puerto Galera auf Mindoro oder auch in Puerto Princesa, El Nido und Coron auf Palawan. Doch auch Surfer entdecken die Philippinen immer mehr für sich: die Pioniere fingen in den 80ern an der Westküste Luzons mit dem Surfen an, mittlerweile hat sich Siargao Island im Nordosten Mindanaos als Surfer-Mekka etabliert.

Dort findet alljährlich ein internationaler Surfing Cup statt, der Sportler aus aller Welt anzieht. Ähnlich wie auf Palawan finden sich auf Siargao einzigartige Tauchplätze und beste Gelegenheiten, um dem Island-Hopping nachzugehen. Inseln wie Siquijor (die sogenannte Voodoo-Insel) oder auch Camiguin Island sind in diesem Zusammenhang ebenfalls zu nennen: diese paradiesischen Inseln bieten viele weitere Highlights wie Vulkanquellen, Vulkanbesteigungen, interessante Inselumrundungen, Festivals, Wasserfälle und viel einzigartige Natur.
Bisher finden sich nicht viele Reiseveranstalter, die entsprechende Routen anbieten können, weshalb die Reisenden oftmals auf sich alleine gestellt sind. Doch es gibt hilfreiche Literatur wie etwa den Reiseführer von Jens Peters oder ausführliche Webseiten wie etwa
www.philippinen-tours.de, die Insider-Informationen liefern, damit sich Interessierte vorab ein Bild machen können. Der Autor dieses Beitrags ist selbst im Team von Philippinen Tours und hat das Land schon etliche Male intensiv bereist; jeder Reisende, dem an nachhaltigem und individuellem Tourismus in Südostasien gelegen ist, sei auf der Website herzlich willkommen - Mabuhay!
John Rüth