Um es vorwegzunehmen – in den Betrieben wird wie folgt kalkuliert:
+ Material (inkl. Subunternehmer)
+ Mitarbeiter
+ Maschinen
+ Gewinn
= Umsatz
In diesem Sinne erfolgen auch Nachkalkulationen, die einen SOLL-/IST-Vergleich ermöglichen. Dabei handelt es sich aber nur um einen Vergleich von mehreren. Auf den wichtigsten wird in der späteren Tabelle „C" eingegangen. Der Vergleich für das gesamte Unternehmen, der unterjährig vorgenommen wird, erfolgt anhand der
Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) monatlich. Dieser zeigt, wie sich die IST-Zahlen der Monate gegenüber der zu Beginn des Jahres erstellten Monatsplanung entwickelt haben.
Zu der Zahlenaufbereitung, wie vorstehend gezeigt - es kann weder unter diesem Aspekt ein Geschäftsjahr geplant werden, noch lassen sich die Zahlen eines abgelaufenen Jahres in dieser Form erstellen. Die traditionelle Gliederung des Rechnungswesens ist dafür nicht geeignet.
Daraus folgt:Der wichtigste Ansatz zur Unternehmenssteuerung kann bis heute keine Anwendung finden, da die entscheidende Schnittstelle noch nicht entwickelt wurde. Die meisten Unternehmen erstellen Ergebnisplanungen für das begonnene Jahr nur in Anlehnung an den Jahresabschluss, die Buchführung, die intern verwendeten Kostenarten und die prognostizierten Absatzmengen für das laufende Jahr. (
Gibt es aber Kontengruppen exakt für die Bereiche „Material, Mitarbeiter und Maschinen"?)
Es kommt hin und wieder vor, dass nach Ablauf eines Jahres die geplanten Ergebnisse nicht so eintreten wie geplant und dies sogar nach einem Jahr mit Vollauslastung und einem Kostenverlauf, der nicht von außergewöhnlichen Ereignissen geprägt ist.
| Ergebnisplanung 2010: | IST-Zahlen zu 2010: |

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Zu den Kostenblöcken (im Uhrzeigersinn)Material (inkl. Subunternehmer) – Mitarbeiter – Maschinen – Gewinnanteil (grün)Die Summe daraus bildet den Planumsatz (bzw. IST-Umsatz). Die Erklärung dafür, warum in diesem Fall das Planergebnis nicht erreicht wurde, kann man nun einem „SOLL-/IST-Vergleich" entnehmen, wie er aber leider in der Praxis noch nicht entwickelt wurde. Hierfür müssten Berechnungen erfolgen, die nicht nur statischen Charakter haben, sondern die sich selbsttätig den neuen Situationen anpassen würden. Dagegen müssen die einmal in der Buchführung auf eine Kostenstelle gebuchten Beträge ihre Größen beibehalten.
Diese Betrachtung würde außerdem schnellere Informationen zur Früherkennung und auch zur Gegensteuerung vermitteln können. Sofern der Kostenblock „Mitarbeiter" mit den produktiven Stunden und den marktüblichen Stundensätzen konform geht, besteht kein Bedarf, daran zu drehen. Dagegen sollten die Ursachen woanders gesucht werden müssen, sofern sich ein Ergebnis ereignet, welches das Aussehen der zweiten Grafik hätte.
Und nun zur Aufklärung bezüglich des nicht erreichten Jahresergebnisses. Selbstverständlich ist der SOLL-/IST-Vergleich in der bekannten Form ebenfalls vorzunehmen.Trotzdem:Die Verantwortlichen für Vertrieb und Produktion verfügen hier über eine Auswertung „A" zu sämtlichen Aufträgen während des Jahres. Sie meinen, das vorgegebene Planergebnis von 5 Prozent auch erreicht zu haben. Dass die Aufträge auch komplett abgebildet wurden, kann man bereits der Summe der erzielten Umsätze entnehmen. Es wurden offensichtlich aber nicht alle die Kosten berücksichtigt, die während des Jahres angefallen sind.
Wie ließe sich jetzt „sehr komfortabel" eruieren, wo die Ursachen liegen?Die Zahlen der Buchführung bzw. des Jahresabschlusses lassen sich in der seitherigen Form nicht mit denen vergleichen, die aus der Auftragsverwaltung gewonnen wurden. Unter B) werden die Zahlen des Rechnungswesens aufgrund der abgerechneten produktiven Zeiten und Stundensätze so aufbereitet, dass der gewünschte Vergleich auch vorgenommen werden kann.
Hier kommt die eigentliche Schnittstelle zu ihrem Einsatz.Entweder wurden ca. 270 T€ der Gesamtkosten in der Kalkulation nicht berücksichtigt, oder der Markt hat nicht mehr hergegeben. Allerdings ist es auffallend, dass die größten Verluste bei den zu geringen Maschinen-Umsätze zu verzeichnen sind. Stimmen etwa die Maschinen-Stundensätze nicht? Beziehungsweise – welche dieser Kosten wurden etwa bei der Kalkulation überhaupt nicht berücksichtigt?
Die Jahresabschlusszahlen zu diesem Geschäftsjahr ließen sich auch so interpretieren:
schoenhals.eu/Ergebnis-Grafik-269c.pdfFazit:Wie viele Jahre werden noch vergehen müssen, bis auch die Ergebnisse von Jahresabschlüssen in einer praktikablen Form aufbereitet werden können? - Im Zeitalter von Rating und Qualitätsmanagement wurde dieses Thema mit innovativen Lösungen in der Öffentlichkeit so noch nicht behandelt. 500 Jahre nach der Entdeckung der Doppelten Buchführung gäbe es für Planungszwecke eine vergleichbare Methode inkl. aller Abstimmungen, die heute aber noch nicht eingesetzt wird. Etwa ein Thema für Hochschulen, Institutionen, Verbände und Bildungsträger überhaupt? – Der betriebliche Nutzen könnte erst dann gefördert werden, wenn zunächst einmal die grundsätzliche Philosophie bekannt wäre.
Horst Schönhals - hs@schoenhals.eu
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