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Unternehmens-Image stärken-Mitarbeiter binden

Autor: FSchulte1957 | Erstellt am: 22.01.2013 | Gelesen: 1643
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: rateBrateBrateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Herausforderungen im demografischen Wandel positiv gestalten

Gerd Altmann  / pixelio.de
Gerd Altmann / pixelio.de

Fachkräftemangel und demografischer Wandel müssen kein Problem sein. Betriebe mit einer positiven Unternehmenskultur und Außendarstellung sind attraktive Arbeitgeber. Gesunde Führungsstrukturen binden Mitarbeiter. Die Wettbewerbsfähigkeit steigt, das Unternehmen bleibt krisenfest.

Was macht einen attraktiven Arbeitgeber aus?

Nach der Top-Job-Studie 2011 unterscheiden sich die besten mittelständischen Arbeitgeber in der Führung, der Mitarbeiterentwicklung, dem Umgang mit dem demografischem Wandel, der Familienorientierung und der Unternehmensvision.

Die am besten bewerteten Unternehmen zeichnen sich durch starke Leitungspersönlichkeiten aus. Prof. Badura von der Universität Bielefeld spricht in seiner Studie „Sozialkapital" davon, eine gesunde Führung ist die größte Herausforderung unserer Zeit, insbesondere für kränkelnde Betriebe.

Mitarbeiterorientierte Führungskräfte fordern zum Mitdenken auf, fördern Gruppenziele und bewirken durch eine gute Mitarbeiterkommunikation eine Vertrauenskultur.

Potenzial ausschöpfen

Studien belegen: Nur 14 Prozent aller Arbeitnehmer haben eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber. 63 Prozent leisten Dienst nach Vorschrift und schöpfen ihr Potenzial nicht aus. 23 Prozent haben innerlich gekündigt. Der volkswirtschaftliche Schaden beträgt jährlich bis zu 124 Milliarden. €.

Dazu kommt, psychische Erkrankungen und Burnout nehmen zu. Jährlich gibt es 54 Millionen Fehltage wegen psychischer Störungen mit steigender Tendenz. Die Krankheitszeiten wegen Burnout haben sich seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt.

Nach dem Work Ability Index setzt sich Arbeitsfähigkeit aus den beiden Komponenten der individuellen Ressourcen und den Arbeitsbedingungen zusammen. Jeder Mensch hat individuelle Ressourcen in Bezug auf Gesundheit, soziale Fähigkeiten, Kompetenzen und Werte. Diese Ressourcen werden durch die Arbeitsbedingungen gestärkt oder geschwächt.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Es gibt im betrieblichen Gesundheitsmanagement schon sehr viele positive Ansätze. Um Motivation und Anwesenheit zu stärken, reichen Angebote wie gesunde Ernährung und Rückenschule aber nicht aus. Gesundheitsförderung sollte ganzheitlich angelegt werden. Die AOK konnte in einer Untersuchung aufzeigen, je besser das Arbeitsklima ist, desto weniger Mitarbeiter klagen über Rückenschmerzen. Mitarbeiter schätzen Rückenschule als Fürsorge ihres Arbeitgebers, präventiv wirkt aber Rückenstärkung und die erfolgt durch Vorgesetzte.

Die Schlüsselfunktion der Führungskräfte

Im Idealfall sind Führungskräfte eine Ressource und können ein Gegengewicht zur Arbeitsbelastung bilden. Mitarbeiter engagieren sich, wenn sie merken, sie werden als Mensch gesehen und ihre Leistung wird anerkannt. Dies ist die wichtigste Basis für einen gesunden Führungsstil.

Leider fühlt sich jeder 2. Beschäftigte durch seinen Vorgesetzten nicht wertgeschätzt (INQA-Studie, 2006) und an jedem 2. Mobbing-Fall sind Vorgesetzte beteiligt (Mobbing-Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin).

Vorgesetzte sind somit eine Arbeitsbedingung. Sie können ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen motivieren, aber auch eine Gesundheitsgefahr darstellen. Das Herzinfarktrisiko steigt um 150 Prozent, wenn das Verhältnis von Geben und Nehmen im Job ungünstig ausfällt. Zum Nehmen gehört nicht nur ein angemessenes Gehalt, sondern das Erleben von Anerkennung und Wertschätzung.

Die Situation der Führungskräfte

Warum leidet eine hohe Anzahl von Mitarbeitern unter einem schlechten Führungsstil?

Studien belegen, unter welchem Stress Führungskräfte stehen. Die hohe Arbeitsbelastung, lange Arbeitszeiten und die Einsamkeit als Chef schwächen seine Ressourcen. 48 Prozent aller leitenden Angestellten klagen über eine mittelschwere Entkräftung, 24 Prozent leiden unter einer starken vitalen Erschöpfung.

Führungskräfte beeinflussen die Stimmung Ihrer Mitarbeiter wie ein Virus. Unter Stress sind das Denken und die Kommunikationsfähigkeit herabgesetzt. Empathie in die Bedürfnisse der Mitarbeiter ist kaum möglich. Mitarbeiter fühlen sich in der Folge nicht wertgeschätzt. Gestresste Führungskräfte führen somit nicht gesund. Häufig ist ihr Führungsstil autoritär und die Kommunikation nicht auf Augenhöhe.

Ressourcen der Führungskräfte stärken

Als wichtigste Maßnahme sollte die Belastbarkeit der Führungskraft gestärkt werden. Das kommt nicht allein den Mitarbeitern zugute, sondern zunächst dem Leiter. Neue Energien, das Gefühl, dem Arbeitsalltag und seinen Anforderungen nicht ausgeliefert zu sein, erhöhen die Arbeitsleistung und Lebensqualität. Geistige Flexibilität und Kreativität werden gestärkt und Arbeitsergebnisse leichter erreicht, das Unternehmen profitiert.

Auch Führungskräfte sollten Wertschätzung beziehen. Das Unternehmen kann sie durch entsprechende Fortbildungen in ihrem Führungsverhalten und in ihrer Belastbarkeit stärken.

Dimensionen gesunder Führung

Im Betrieb sollte ein Bewusstsein über den Zusammenhang zwischen Gesundheit, Führungsstil und unternehmerischem Erfolg zur Kultur gehören. Führungskräfte sollten insbesondere für die Bedeutung eines wertschätzenden Umgangs mit ihren Mitarbeitern sensibilisiert sein. Durch einen gesunden Führungsstil sinkt der Krankenstand langfristig.

Die Mitarbeiter erhalten regelmäßig Feedback, Lob soll dabei deutlich überwiegen. Ihnen wird Interesse und Aufmerksamkeit durch Willkommensgespräche nach jeder Abwesenheit entgegengebracht. Führungskräfte signalisieren, sie können bei Fragen und Problemen angesprochen werden und sind berechenbar. Sie verhalten sich offen und beziehen Position. Die Mitarbeiter haben Handlungsspielräume und werden in die Kommunikation mit einbezogen. Bei Überlastungssignalen fragt die Führungskraft nach und gibt soziale Unterstützung in besonders aufreibenden Zeitspannen.

Fazit
Gesund geführte Mitarbeiter haben eine hohe Anwesenheitsquote, identifizieren sich mit ihrem Unternehmen, zeigen Loyalität, Einsatzwillen und bringen den Betrieb voran. Das Unternehmen ist erfolgreich, krisenfest und genießt ein positives Image in der Öffentlichkeit und bei Kunden. Vakante Stellen können mühelos mit qualifiziertem Personal besetzt werden.

Frauke Schulte, 22.01.13
(Für die bessere Lesbarkeit wurde die geschlechtsneutrale Form genutzt. Der Artikel bezieht sich selbstverständlich auf Frauen und Männer.)

Über Frauke Schulte
Schulte-Coaching-Frauke Schulte beschäftigt sich seit 1999 beruflich mit den Auswirkungen von Stress. Sie ist Coach und Heilpraktikerin (Psychotherapie) und in ihrer Praxis auf die Themen Stressbewältigung/Burnout-Behandlung mit gehirngerechten Methoden und „Gesund führen – sich und andere" im beruflichen Alltag spezialisiert. Sie gibt Einzelcoachings und Seminare.

Kontaktdaten:
Schulte-Coaching
Frauke Schulte
Naumburger Str. 4
28832 Achim

Tel.: 49-4202-500085
info@frauke-schulte.de
www.frauke-schulte.de

Literatur/Links
Gallup-Studie: Human Engagement Index, 2011
Top-Job-Studie, Überlingen, 2011
INQA-Studie, 2006
Mobbing-Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2002.
Zeit-Online, 54 Mill. Fehltage, 7.06.12
Zeit-Online, Stress bei Managern, 30.05.12
Matyssek: gesund führen- sich und andere, Norderstedt 2011
Unger/Kleinschmidt: Bevor der Job krank macht,. München 2006
Kaluza: Stressbewältigung, Heidelberg 2004

 
 
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