Bereits im März 2011 hat der Europäische Gerichtshof beschlossen, dass es in Zukunft keine unterschiedlichen Beiträge für Männer und Frauen bei den Versicherungen geben darf. Im Moment ist es noch immer üblich, dass Frauen z. B. bei der Kfz-Versicherung weniger bezahlen als die Männer. Das liegt daran, dass sie in weniger Unfälle verwickelt sind. Ebenso kann man einen Unterschied bei den privaten Rentenversicherungen sehen. Hier bezahlen jedoch die Frauen einen höheren Beitrag. Dies liegt daran, dass Frauen statistisch 6 Jahre länger leben als die Männer.
Auch im Bereich der Krankenzusatzversicherungen gibt es im Moment noch einen unterschiedlichen Beitrag. Die Frauen müssen z. B. für eine
Zahnversicherung einen deutlich höheren monatlichen Beitrag bezahlen als die Herren. Als Grund hierfür heißt es, dass Frauen wegen Hormonumstellungen und Schwangerschaft schneller für Zahnbehandlungen sowie Zahnersatz anfälliger sind als die Männer. Ebenso legen Frauen großen Wert auf ihre Gesundheit und nehmen die Vorsorgeuntersuchungen und Prophylaxe-Maßnahmen häufiger wahr, als das starke Geschlecht. Dies alles zusammen führt zu höheren Kosten und Leistungen die die Versicherungsgesellschaften mit den Beiträgen ausgleichen müssen.
Wie ist die Meinung der Experten?
Nach dem 21.12.2012 dürfen Versicherungsgesellschaften die Beiträge nicht mehr abhängig vom Geschlecht des Versicherungsnehmers berechnen. Es wird nur noch die sogenannten Unisex-Tarife geben. Die Regelung gilt allerdings nur für neu abgeschlossene Tarife. Alte, bestehende Tarife sind von dieser Neuerung ausgeschlossen.
Experten warnen im Moment vor zu großer Euphorie. Zwar werden die Tarife für die Frauen günstiger werden und die Männer werden wohl tiefer in die Tasche greifen müssen, aber über kurz oder lang werden die Versicherungsgesellschaften die Beiträge anheben müssen. Der Grund hierfür klingt logisch: Männer werden sich wegen des hohen Beitrags eher gegen eine Zahnzusatzversicherung entscheiden. Die Frauen dagegen freuen sich und schließen, dank des günstigen Beitrags vermehrt Zahnzusatzversicherungen ab. Dies führt zu einem Ungleichgewicht der Geschlechter, die Versicherungsgesellschaften können mit den laufenden Beiträgen die Behandlungskosten nicht erstatten und erhöhen deswegen die Beiträge.
Da es nicht sicher ist, wie sich die Beiträge entwickeln, raten Versicherungsexperten vor allem den Männern dazu, noch vor dem 21.12.2012 eine Zahnzusatzversicherung mit dem alten Beitragsmodell abzuschließen. Frauen dagegen sollten die Unisex-Tarife wählen, da man besonders am Anfang der Versicherungszeit deutlich günstigere Beiträge hat.
Steffanie Schwertl