Diese Zahl lässt uns erschaudern. Mehr als eineinhalbmal so viele Kinder, wie Deutschland an Einwohnern hat, müssen unter den erbärmlichsten Bedingungen arbeiten - weltweit! Diese traurige Wahrheit verkündete das UN-Kinderhilfswerk UNICEF anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit.
ese armen Geschöpfe müssen auf Feldern in der Landwirtschaft knechten, Insektizide fast ungeschützt versprühen oder andere Tätigkeiten unter den übelsten Bedingungen ausführen, wenn gleichaltrige Kinder hierzulande noch auf den Spielplätzen herumtollen. Es handelt sich um 132 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Die meisten von ihnen müssen auf dem Land schuften. Etwa zehnmal so viel als in der Bekleidungsindustrie oder bei der Produktion von Fußbällen und Teppichen. Allein in Afrika sind bis zu 72 Millionen Kinder auf Farmen und Plantagen tätig. Insgesamt belaufen sich die Schätzungen über Kinderarbeit sogar auf fast 220 Millionen.
Konsumenten können Druck ausüben!
Neben der Landwirtschaft zählt das Kinderhilfswerk besonders auch Minen und den Bau zu den besonders gefährlichen Arbeitsplätzen für die Kleinen. Nicht selten müssen schon Zehnjährige mit äußerst giftigen Substanzen zur Schädlingsbekämpfung hantieren. Sie verwenden sehr gefährliche Schneidwerkzeuge und sind extremen Temperaturen ausgesetzt. Das wirksamste Mittel gegen Kinderarbeit ist eine solide und natürlich kostenfreie Schulbildung.

Alle Staaten müssen sich gemeinsam an strengen, dieses Ziel zu erreichen. Die Konsumenten sind angehalten, beim Erwerb von Konsumprodukten, wie Kakao, Kaffee oder Tee aufmerksam darauf zu achten, ob die in Auftrag gebenden Unternehmen Kinderarbeit vermeiden helfen. Besonders schwer aber ist die Kontrolle in Familienbetrieben. In der Türkei, so die Schätzungen, sind bis zu 40 Prozent der weit über eine Million ausländischen Saisonarbeiter Kinder und Jugendliche. In Ägypten sind gar fast 80% der circa 1,5 Millionen Kinderarbeiter in der kräfteraubenden Landwirtschaft tätig. In Indien verbringen Kinder oft Ihr Leben auf Teeplantagen.