Auswahl eines geeigneten Benchmarkingpartners
Relative Gliedrungs- und Beziehungszahlen sagen nichts darüber aus, wie die Situation im Vergleich zur Konkurrenz, zu anderen Werken oder Standorten zu bewerten ist, d.h. die Umweltperformance wird unabhängig von der Größe und Produktionsleistung des Unternehmens dargestellt. Durch einen zwischenbetrieblichen Kennzahlenvergleich kann besser beurteilt werden, ob der jeweils ermittelte Wert relativ hoch oder niedrig ist.
Ziel ist eine möglichst genaue eigene Standortbestimmung, um hieraus Verbesserungsziele und -maßnahmen ableiten zu können. Dieser sogenannte Benchmarkingprozess lässt sich als interner Betriebsvergleich zwischen eigenen Standorten/Abteilungen/Produktionsverfahren, als externer Betriebsvergleich mit Branchenwettbewerbern/Zulieferern/Kunden oder auch branchenübergreifend (d.h. wie hoch liegt der eigene Energieverbrauch im Vergleich beispielsweise zu einem Textil-, Chemie- oder Dienstleistungsunternehmen ?) durchführen. Grundvoraussetzung ist, dass die Erhebungsgrundlagen beider Vergleichsobjekte übereinstimmen. Wenn beispielsweise der Energieverbrauch pro Mitarbeiter verschiedener Unternehmen verglichen werden soll, muss sowohl der Energieverbrauch als auch die Mitarbeiterzahl nach gleichen Kriterien erhoben worden sein (welche Energieverbräuche werden einbezogen ? handelt es sich um den Primär- oder Sekundärenergieverbrauch ? wie wird die Zahl der Mitarbeiter ermittelt ? sind Teilzeitkräfte gleichermaßen berücksichtigt ?). Vgl. aus ganzheitlicher Sicht u.a. Jörg Becker: Die Vermessung der Standorte – Arbeitsbuch, ISBN 978-3-8370-6724-8. Vgl. aus allgemeiner strategischer Sicht u.a. Jörg Becker: Strategischer Potential-Check des Standortes – Ausloten von Standortperspektiven, ISBN 978-3-8370-4978-7.
Voraussetzung für die Auswahl eines geeigneten Benchmarkingpartners ist insbesondere, dass dieser vergleichbar ist, d.h. ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anbietet. Unterschiedliche Unternehmensstrukturen und regionale Standortunterschiede müssen angemessen berücksichtigt werden. Im Vordergrund des Abgleichs eigener Kennzahlen mit den Erfahrungen jener, die vielleicht besser abgeschnitten haben, ist das Aufdecken von Optimierungspotenzialen. Im Idealfall können die Ergebnisse des Benchmarkingprozesses auch eine Kooperationsbasis der Unternehmen zur Verbesserung ihrer Umweltleistungen aufbauen helfen. Vgl. auch aus planerischer Sicht Jörg Becker: Wissensbilanz und Geschäftsplanung, ISBN 978-3-8370-7564-9.
Umweltleistungskennzahlen können in die Bereiche Stoff- und Energiekennzahlen sowie Infrastruktur- und Verkehrskennzahlen untergliedert werden. Umweltleistungskennzahlen ermöglichen somit die Beurteilung und Steuerung der Umweltauswirkungen. Umweltzustandskennzahlen liefern Informationen über die Umweltqualität in der Umgebung des Unternehmens, d.h. beispielsweise über die Wassergüte eines nahegelegenen Sees oder über die regionale Luftqualität. Hieraus können dann spezielle Umweltindikatorensysteme sowie umweltpoltische Zielsetzungen und Prioritäten abgeleitet werden. Vgl. aus umfassender Planungssicht u.a. Jörg Becker: Standortindikatoren I. – Performance-Pegelstände vor Ort, Sensoren am Standortpuls, ISBN 978-3-8391-1823-8 oder Jörg Becker: Standortanalyse aus dem Indikatoren-Cockpit – Erkundung der Indikator-Landschaft, ISBN 978-3-8423-1858-8.
Jörg Becker
www.beckinfo.de