Umstandsbrautkleid von Valja
Erst vor ca. 150 Jahren wurde das Brautkleid weißer Farbe üblich. Zuvor wurde in festlicher Tracht oder einem dunklen festlichen Kleid geheiratet, das sich die Braut zur Hochzeit neu zulegte. Die Gründe hierfür waren unter anderem, dass Kleidung teuer und Waschen umständlich war und das Brautkleid oft noch lange Jahre als festliches Sonntagsgewand herhalten musste. Ein empfindliches weißes Gewand wäre viel zu schnell für diese Zwecke unbrauchbar geworden.
Bereits ab 1600 sind die ersten "richtigen" Brautkleider belegt. Aber erst ca. 200 Jahre später setzte sich der Trend zum weißen Brautkleid durch. Anstoß waren die Hochzeiten von Napoleon III. mit der Herzogin Eugenie de Montijo, 1853 und Sissi (Prinzessin Elisabeth von Bayern) mit Kaiser Franz Joseph, 1854. Eugenie de Montijo trug ein weißes Samtkleid mit Rüschenärmeln. Sissi erstrahlte in einer weißen Robe aus seidenem Duchesse. Das Brautkleid verkörperte neben der Unschuld auch die Tugenden, die man von der zukünftigen Ehefrau erwartete: Ergebenheit gegenüber dem Ehemann, Fruchtbarkeit, Treue.
Auch von Schwangeren wird weiße und cremefarbene Umstandsbrautmode heute gerne gekauft, unabhängig davon, ob sie standesamtlich oder kirchlich heiraten. Es bieten sich aber auch fast alle anderen Farben an. Auch wenn schwarz eine Schwangere nicht mehr richtig schlank macht, es kaschiert und festlich ist es allemal! Erlaubt ist, was gefällt. Nur bei zu knalligen Farben sollte sich die Schwangere zurückhalten, Pastelltöne schmeicheln meist mehr. Bei entsprechendem Typ spricht aber auch nichts dagegen, ein dunkles Brautoutfit durch ein kräftigfarbenes Top farblich aufzupeppen.
Ton-in-Ton-Kombinationen wirken immer besonders edel. Durch leicht abweichende Farbtöne oder die Kombination verschiedener Materialien bringt die Schwangere besonderes Leben in die Braut-Garderobe.
Fürs Standesamt eignen sich vor allem Rock und Bluse oder eine schicke Hosen-Kombination, bei kühlem Wetter ergänzt durch Blazer oder Bolero. Für kirchliche Trauungen greift auch die Schwangere gerne zum Brautkleid, das aber in der Regel schlichter ausfällt als bei nichtschwangeren Frauen. Dies ist auch sinnvoll, da nicht speziell für Schwangere entworfene Brautkleider meist sehr auftragen und den Etat der meisten Schwangeren sprengen. Bräute, die nicht in weiß heiraten wollen, können die farbigen Kleider in der Regel auch nach der Schwangerschaft hervorragend als Ballkleider oder an Festlichkeiten tragen. Auch Mehrteiler müssen nicht zwingend im Schrank verschwinden, sondern können mit vorhandener Umstandsmode immer wieder neu kombiniert werden.
Perfekt als Brautkleider für Schwangere sind Empirekleider. Diese verfügen über eine hohe Taille und einen weiten langen Rock. Meist werden dabei weichfließende Materialien verwendet, die optisch zusätzlich strecken. Solche Kleider zaubern einerseits ein schönes Dekolleté, kaschieren andererseits gleichermaßen Hüfte, Po und Beine und bieten noch massig Platz für den Babybauch vom ersten Tag an bis zum Ende der Schwangerschaft. Solch ein Kleid kann die Schwangere gut "auf Vorrat" kaufen. Es empfiehlt sich ohnehin, sich rechtzeitig um die Brautmode zu kümmern, besonders bei Internetbestellungen - denn mit einer Lieferfrist ist immer zu rechnen und ein bisschen Zeit für etwaige Änderungen sollte ebenfalls einkalkuliert werden. Im Zweifelsfall sollte man die Kleidung eine Konfektionsgröße mehr als aktuell benötigt wird, wählen. Dann ist die Schwangere auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Kurzfristiges Engermachen ist normalerweise kein Problem und die Schwangere will sich ja in Ihrem Kleid wohlwühlen und nicht den ganzen Tag den Bauch einziehen, was mit Babybauch ohnehin recht schwierig ist.
Viele Frauen tragen auch an der Hochzeit gerne einen figurbetonten Mehrteiler. Hierbei sollte man das Oberteil nicht zu lang wählen. Ein schönes Dekolleté, am besten mit V-Ausschnitt, lenkt auch vom größten Babybauch ab. Als besonderen Akzent kann die Braut ihr Dekolleté noch mit Glitzerpuder bestäuben.
Kleidungsstücke italienischer Länge, also gerade bis unters Knie, sind nicht zu empfehlen, da diese optisch die Figur verkürzen, besonders in Verbindung mit langen Oberteilen. Besser sind Umstandshosen oder Umstandsröcke, die knapp über dem Knie, in der Mitte der Wade oder am Knöchel enden.
Brautmode für Schwangere ist übrigens fast immer cremefarben, da dies einfach mehr schmeichelt als hartes weiß. Kräftiges weiß steht außerdem nur bestimmten Typen von Frauen, "champagner" geht immer.
Meist ist man am Hochzeitstag viel auf den Beinen. Das wird für die meisten Schwangeren unter Umständen sehr anstrengend. Wichtig sind daher bequeme Schuhe und - wenn sich die Braut für einen höheren Schuh entschieden hat - idealerweise ein Paar flachere Schuhe zum Wechseln. Umstandsstrumpfhosen sollte die Schwangere, wenn sie sich für Rock oder Kleid entscheidet, auf keinen Fall vergessen. Normalgroße Strumpfhosen drücken in der Regel und sind zu unbequem. Umstandsstrumpfhosen gibt es in verschiedenen Dicken ab 15 den. Bewährt haben sich besonders 40 den, wenn es nicht zu heiß ist, da diese einen leicht stützenden und massierenden Effekt haben.
Noch mehr Fragen rund ums Thema Brautmode für Schwangere beantwortet gerne der Bauch-Laden in Reutlingen oder unter
www.bellissimama.deAutor: Sonja Völker, Bellissimama Umstandsmode