Viele tausend Baufinanzierungskunden erleben es täglich. Wenige Wochen vor Ende der
Zinsbindung ihrer
Baufinanzierung flattert das Verlängerungsangebot Ihrer Bank ins Haus. Sie müssen nur noch ankreuzen, welchen Betrag und welche Laufzeit sie weiterfinanzieren möchten.
Und viele Kunden tun dies auch, in dem Glauben, ein gutes Angebot ihrer Hausbank zu erhalten. Schließlich sind sie bereits jahrelang Kunde, haben immer pünktlich die Kreditraten beglichen, die Sicherheiten sind bereits gestellt und letztendlich ist durch die monatliche Tilgung und eventuellen Sondertilgungen, der Beleihungsauslauf auch deutlich gesunken. Also müsste das Angebot doch besser ausfallen, als bei einem Neukunden.
Wenn diese
Umschuldungskunden das Angebot dann Vergleichen, erleben viele eine böse Überraschung. Siehe da, das Angebot ist schlechter, als wenn sie das gleiche Darlehen als Neukunde bei der gleichen Bank abgeschlossen hätten. Und dabei haben Sie das Angebot noch nicht einmal mit der Konkurrenz verglichen.
Warum ist das so ?
Nun die Antworten sind ebenso einfach, wie unverschämt. Die Banken rechnen bei einer Anschlussfinanzierung einfach mit der Trägheit und Unwissenheit ihrer Kunden. Sie trauen der Mehrheit nicht zu, dass diese sich Informieren und sogar bereit sind für ein besseres Angebot die Bank zu wechseln.
Hinzu kommt das Argument, dass ein Bankenwechsel dem Kunden Geld kostet. Das stimmt zwar, jedoch sind die Kosten bei weitem nicht so hoch als viele denken. Heutzutage werden die Grundschulden in der Regel nicht mehr gelöscht und neu eingetragen, was die höchsten Kosten verursachen würde, sondern einfach an die neue Bank abgetreten. Somit entstehen dem Umschuldungskunden wesentlich geringere Kosten. So kostet z.B. eine Grundschuldabtretung gerade einmal die Hälfte einer Grundschuldbestellung, wenn die Abtretung die Bank übernimmt. Dies kann man im Internet leicht über Grundbuchkostenrechner nachrechnen.
Weitverbreitet ist auch das Gerücht, dass bei einer
Umschuldung Kosten durch die Bank entstünden. Dies trifft nur dann zu, wenn der Kunde das Darlehen vorzeitig, also vor Ablauf der regulären Zinsbindung, zurückzahlt. Bei Zinsbindungsende steht es jedem Kunden frei, die Bank kostenlos zu wechseln. Nur die oben erwähnten Kosten für die Grundbuchänderung fallen an.
In Zeiten des Internets ist es ein Leichtes sich viele Vergleichsangebote einzuholen. Und das sollte man auch tun. Kunden, deren Zinsbindung in den nächsten Wochen oder Monaten auslaufen, sollten nicht ungeprüft die vermeintlich günstigen Prolongationsangebote ihrer Hausbanken annehmen, sondern genau mit den besten Angeboten am Markt vergleichen. Und da durch die oben angesprochene Tilgung und eventuellen Sondertilgungen meist auch die Beleihungswerte gesunken sind, lassen sich oft deutliche Einsparungen erzielen, welche die Kosten für die Grundbuchänderung bereits im ersten Jahr amortisieren.
Bernd Munder