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Übung zur Linderung und Befriedung - Rainer Sauer/Deushomo

Autor: revhoros | Erstellt am: 31.12.2010 | Gelesen: 307
Kategorie: Geschichten & Anekdoten | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Glücklichsein ist unser Geburtsrecht.Da wir uns ans Unwohlsein gewöhnt haben, ist etwas Mühe von Nöten uns dessen zu erinnern.

Rainer Sauer/Autor
Rainer Sauer/Autor
Hierbei geht es im weitesten Sinne darum, daß wir uns heilsame Situationen, die wir in der Vergangenheit erfahren haben, ins Gedächtnis rufen, uns also an Zeit Räume, in denen wir uns wohl, beschützt und behütet fühlten, wiedererinnern. Ein Liebes Balsam, ein Elixier der Beruhigung, welches wir bei Bedarf zu unserer Seelenbefriedung ver­wenden können.

Grundsätzlich möchte ich hierzu aber noch anmerken, daß es na­türlich nicht im Einvernehmen mit der Förderung unserer Bewußtheit einhergeht, wenn wir die Haltung einnehmen, alles zu vermeiden, was uns schmerzt, nicht gefällt und was (nun mal) somit unangenehm auf uns wirkt. Und obwohl dies durchaus keine generelle Aufforderung zur Schmerzvermeidung ist, müssen wir uns doch andererseits in einer Art positiver Ermahnung zugestehen, daß es vollkommen legitim ist, uns freiheitlich für unser Wohlsein zu entscheiden. Wir sind also hier ange­regt, einen für uns begehbaren Mittelweg zu erkunden und diesen immer wieder aufs neue abzuwägen. Hierbei bin selbstverständlich immer „ICH" die entscheidende Instanz, und obwohl ich mich aus meiner Frei­heit heraus in jede beliebige Richtung bewegen kann, empfiehlt sich je­doch eine Angemessenheit, die einerseits das potentielle Wachstum mit­tels konstruktiver Krisenbewältigung in Betracht zieht und andererseits dem Anrecht auf Wohlsein genügend Spielraum gewährt. Falls sich un­sere Angemessenheit nach diesen Richtlinien ausrichtet, dürfte sich dies in einem gesunden und liebevollen Umgang mit uns selbst zeigen.

Dies ist nun eine kleine „mentale Gehhilfe", die oftmals in Situati­onen, in denen eine Linderung erwünscht wäre, eine schnelle und effek­tive Hilfe leistet. Im Prinzip geht es darum, als allererstes anzuerkennen, wie ausschließlich und somit allgemein einschränkend unsere Konzentra­tion an dem Unangenehmen haftet, um dann im nächsten Schritt unseren Fokus von diesem Unangenehmen loszulösen. Um dann wiederum durch eine Kursänderung in Richtung unseres Wahlzieles eine „Ablenkung" unserer Achtsamkeit zu einem Zustand des Wohlseins hin zu erlauben. Wir lösen also die vorhandene Ausrichtung unseres Fokus, indem wir unsere Achtsamkeit auf einen positiven Bestimmungsort bündeln und lenken. Diese imaginäre Örtlichkeit, dieses Ziel kann dann je nach Be­dürfnis etwa ein Raum des Vertrauens, des Schutzes oder auch des Wohl­befindens sein. Dafür nutzen wir unsere Erinnerungsgabe, indem wir ein für unsere Zwecke geeignetes Erlebnis oder eine Erfahrung auswählen, welche „unserem Verlangen, das in einer spezifischen Weise gestillt wer­den möchte", entspricht.

Das kann entweder etwas ganz Simples, wie das Erin­nern des wärmenden Gefühles vor Großmutters Kachelofen oder auch das zufrie­dene, satte Wohlbefinden eines speziellen Sommertages sein. Ebenso erfüllt dies eine „spektakuläre", tiefeingeprägte Meditations Erfahrung oder eben auch eine weltbewegende innere Berührung mit unserem wah­ren Sein. Wichtig ist dabei zu bedenken, daß die Frage der Auswahl nicht bestimmt wird von dem, was es ist, woran ich mich erinnere, sondern, ob es für mich funktioniert, und ich mich schließlich durch das Anbinden an dasselbe in einem lindernden Bade des Heilseins wiederfinden kann. Was soviel bedeutet wie, ich habe mich aus der irrigen Vorstellung des De­fektseins, des nicht Richtigseins, des nicht Heilseins herausgelöst und mich an die Erfahrung des Zustandes des Heilseins wieder erinnert und erneut daran angebunden. Mit anderen Worten, durch das Erinnern an ein schönes Erlebnis und das Wiedererleben unseres damaligen Gefühlszu­standes erinnern wir uns auch an unser ureigentliches Heilsein.

Dafür brauchen wir eigentlich nur ein wenig Ruhe und die Bereit­schaft, falls es nötig ist, unsere Achtsamkeit immer wieder in die lin­dernde Richtung auszurichten. Dabei schließen wir die Augen und neh­men zunächst ein paar tiefe Atemzüge. Und bei jedem Ausatmen versu­chen wir, ein wenig mehr loszulassen und unsere Muskelspannung ein wenig mehr zu lösen. Jetzt beginnen wir mit dem Visualisieren, dem bildlichen sich Vorstellen unseres ehemaligen Erlebnisses. Wir achten vor allem darauf, daß wir an das Orginal Erlebnis so gut wie nur möglich herankommen, ohne dem Anspruch des Perfekten gerecht werden zu wollen und uns damit selbst auszubremsen. Das eigentlich Wichtige und das den Effekt Auslösende ist, daß wir uns so gut wie nur möglich an unser Gefühl, das wir zu dem besagten Zeitpunkt hatten, wieder erinnern. Daß wir, wenn möglich, es real wieder erleben, daß wir es wieder fühlen in diesem Augenblick, im Hier und Jetzt. Also ein intensives Wieder Begegnen mit unserem Gefühl von Heilsein ermöglichen. Dies bedarf sicherlich manchmal ein wenig Übung, wiederholtem Probieren und dem kontinuierlichen Aufwenden von Mühe. Man braucht also Dis­ziplin, den Fokus immer wieder in Richtung Linderung zu lenken, auch wenn das andere, das „Ablenkende", was immer das auch ist, sich immer wieder versucht, in den Vordergrund zu drängen.

Manchmal geschieht auch das kleine Wunder, daß es überraschen­derweise gleich auf Anhieb funktioniert, und wir erstaunt sind, daß es so einfach ging, von Leid zu Freude zu hüpfen. Dazu kann ich nur sagen, das Leben als solches läßt sich nicht kontrollieren, wir können es nur als sol­ches zulassen, vielleicht ein wenig lenken, aber vorausbestimmbar ist es eben nicht. Wir können aber vor allem, und dies scheint grundsätzlich vorteilhaft für unser Wohlbefinden zu sein, uns konstruktiv am Lebens-prozeß beteiligen, indem wir die nötigen Erfordernisse erfüllen, wel­che dem Lebensfluß in seiner Eigenschaft des Fließens freies Strömen ge­währen. Wir können das Leben zwar nicht kontrollieren, und das ist auch gut so, aber wir können es unterstützen und fördern, damit es uns in seiner Eigenschaft als unsere Nährmutter ungestört stillen kann. Und in Bezug auf das hier vorliegende Thema bedeutet das, daß wir uns gene­relles Wohlbefinden zugestehen und grundsätzlich erlauben, aber uns eben im individuellen Falle die Mühe machen müssen zu bestimmen, worin wir dieses Wohlsein gerade im besagten Einzelfalle finden können.

Linderung und Befriedung können wir also zum einen im unmit­telbaren Wiedererinnern unseres Heilseins im Augenblick erfahren, aber auch resultierend aus dem Heilungs Prozeß, welcher sich in der Berüh­rung und mit dem Durchschreiten unserer Krisen und Herausforderungen vollzieht. Was momentan ansteht, was für uns gerade im jeweiligen Au­genblick für unser Wohlbefinden das Wichtige ist, dürfen wir ermitteln, dürfen wir entscheiden.

 
 
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