Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Überraschender Fund: Antibiotikaproduzierende Bakterien in Schwämmen

Autor: karlowski | Erstellt am: 11.11.2008 | Gelesen: 2050
Kategorie: Wissenschaft - Forschung & Technik | Bewertung: Unbewertet
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Eine ungewöhnliche Quelle großer Mengen natürlich vorkommender Antibiotika entdeckten Meeresbiologen in Meeresschwämmen und Sedimenten des Great Barrier Reef.

Eine ungewöhnliche Quelle großer Mengen natürlich vorkommender Antibiotika entdeckten Meeresbiologen aus den USA und Australien. Prof. Russel Hill von der Universität Maryland und Nicole Webster vom Australian Institute of Marine Science identifizierten durch Genanalysen eine Gruppe von Bakterien, die in Meeresschwämmen und Sedimenten des Great Barrier Reef vorkommen. Diese Actinomyceten genannten Bakterien produzieren über 70 Prozent aller natürlich vorkommenden Antibiotika und waren bislang nur aus der Bodenfauna bekannt.

Actinomyceten sind Mikroorganismen an der Schwelle zwischen Bakterien und Pilzen. Obwohl sie wie Pilze rankenähnliche Hyphen ausbilden, werden sie wegen der Beschaffenheit ihrer Zellwände zu den Bakterien gezählt. Neben der Fähigkeit, verschiedene Antibiotika wie Streptomycin zu produzieren, zeichnen sie sich dadurch aus, komplexe organische Verbindungen abzubauen, wie die ansonsten unverdaulichen Substanzen Cellulose, Lignin oder Chitin. „Meeresschwämme beherbergen viele Arten dieser Bakterien, und das in überraschend großen Mengen. Zwischen 50 und 60 Prozent des Gewichts eines Schwammes besteht aus Actinomyceten", sagt Russel Hill. Ungefähr 25 Prozent des von den Forschern analysierten Genmaterials stammte sogar von neuen Actinomyceten-Arten. „Das ist ungewöhnlich hoch und deutet darauf hin, dass Schwämme eine sehr ergiebige Quelle für neue Actinomycetenarten und somit auch für neue natürlich vorkommende Antibiotika sind", so Hill.

Zur Gewinnung der Meeres-Antibiotika bietet sich der Anbau von Schwämmen allerdings nicht an, da sich diese nur sehr schwer züchten lassen. „Mit der Isolierung und gezielten Züchtung der Schwamm-Actinomyceten oder durch Einpflanzung der für die Antibiotikabildung verantwortlichen Gene in schnell wachsende Bakterienarten könnte man allerdings größere Mengen neuer Antibiotika produzieren", meinen Russel Hill und Nicole Webster.

Die Meeres-Actinomyceten eröffnen allerdings nicht nur für zukünftige medizinische Anwendungen neue Perspektiven. Hill stellte bei einigen der von ihm isolierten Arten eine hohe Resistenz gegenüber toxischen Schwermetallen wie Quecksilber, Kadmium, Kobalt und Zink fest. Die molekularen Resistenzmechanismen sollen untersucht werden, mit dem Ziel, diese Mikroorganismen als natürliche Wunderwaffe zur Dekontaminierung schwermetallverseuchter Meeresböden einzusetzen.

Ulrich Karlowski
www.naturenews.de
 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Wissenschaft - Forschung & Technik:
Know-how für die Elektromobilität
OEM-Treiberelektronik für PIShift
Verstärkermesssystem AMS42-LAN16f von bmcm: 1 System - 1000 Möglichkeiten
LED Taschenlampe vs. Glühbirnen
Hörnlein Umformtechnik: Tiefziehen als Alternative zur Zerspanung
SafeTIC AG: Einfache Handhabung der Defibrillatoren
'Morgenstadt' - die Stadt der Zukunft
Das Gesamtheitsmodell (Die Synthese)

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “Überraschender Fund: Antibiotikaproduzierende Bakterien in Schwämmen”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.