Turbolader
Hatten kleine 1,4 Liter Otto-Motoren damals noch 75 PS, sind heute bis zu 170 PS aus gleichem Hubraum möglich. Möglich macht das der Turbolader, der Sauerstoff verdichtet und in den Verbrennungsraum führt. Doch Turbolader haben auch Nachteile: Der Verschleiß ist beim falschen Umgang viel höher als bei Saugmotoren. Daher gilt: Bevor Vollgas gegeben wird, Motor warmfahren. Und bevor die Zündung vor der Haustür abgeschaltet wird, sollte der Motor einige Minuten im Leerlauf den Druck abbauen.
Die Spritpreise steigen, der Dieselmotor lohnt sich aufgrund hoher Anschaffungspreise, Umweltzonen und hoher Steuern kaum noch. Und Benziner verbrauchen immer noch zu viel. Seit Jahren geht der Trend also zum Downsizing: Also kleine Motoren mit überdurchschnittlich hoher Leistung. Das Zauberwort lautet dabei Turboaufladung.
Zeitweise ist der Preis für Diesel gleich auf mit Super Bleifrei. Viele Deutsche stellen sich die Frage, ob es unbedingt ein Diesel sein muss, um weniger Sprit zu verbrauchen, aber dennoch über ordentlich Power in der Front zu verfügen. Im 21. Jahrhundert ist es nun massentauglich: Das hohe Drehmoment der Turbo-Dieselmotoren wird auf Otto-Motoren überführt. Volkswagen machte den Anfang mit zuerst dem G-Lader in den 90er Jahren, und im großen Stil gefolgt von T-FSI und TSI Motoren im 21. Jahrhundert. Doch Turbo-Motoren sind längst nicht so robust wie Saug-Motoren ohne Turbo. Turbolader müssen zwingend warmgefahren werden und auch nach längeren Autobahnfahrten muss sich der Turbolader erst „entspannen", also gekühlt werden und Druck abbauen. Sonst könnte eine teure Turbolader Reparatur anstehen, wenn es zum frühzeitigen Verschleiß des Laders kommt.
Motor warmfahren
Als Faustregel sollten Sie sich 10-15 Minuten merken, bis ein Turbomotor, der mit Benzin angetrieben wird, warmgefahren ist. Bei Dieselmotoren kann es im Winter deutlich länger dauern, teilweise erreichen die Selbstzünder auch nie die optimale Betriebstemperatur im Winter. Dennoch sollte vor Ablauf der 10 Minuten nie das Gaspedal komplett durchgedrückt werden und schon gar nicht auf der Autobahn Vollgas gefahren werden. Faustregel für Dieselmotoren: Unter 1500 Umdrehungen bleiben. Und für Benziner: Versuchen Sie bei 2500 Umdrehungen zu schalten und mit 2000 Umdrehungen zu fahren.
Motor kaltlaufen lassen
Insbesondere nach Vollgasfahrten auf der Autobahn steht das Turbosystem unter Druck und ist extrem heiß. Wenn Sie also nach einer spritzigen Fahrt von der Autobahn auf den Rastplatz fahren, schalten Sie gar nicht erst den Motor ab. Denn der Turbolader steht unter Druck und kann diesen dann nicht mehr abbauen. Zudem ist der Lader heiß, ebenso wie der Motor – das Kühlsystem kann den Turbolader nicht mehr kühlen. Es kann zu leichten Schäden am Turbolader führen, die sich bei ungefähr 100.000 Kilometern auf dem Tacho in einem kapitalen Laderschaden bemerkbar machen könnten.
Wartungsintervalle einhalten
Der Turbolader wird ebenso wie der Motor durch das Öl geschmiert. Die Ölwechselintervalle sollte also zwingend eingehalten werden, damit der Abgasturbolader stets optimal im Betrieb geschmiert bleibt. Doch auch das Luftfiltersystem hat indirekt Einfluss auf den Turbolader: Wird der Luftfilter oder Treibstofffilter nicht regelmäßig gewechselt, können Verunreinigungen in den Motorraum gelangen. Diese verschmutzen verfrüht das Motoröl, welches in einem Kreislauf mit der Schmierung des Turboladers ist – und Verunreinigungen sind für Turbolader Gift!
Günther Behrend