traumhafter Strand in der Türkei
Wenn wir in die
Türkei reisen, reisen wir in ein schönes Land mit überaus langer Küstenlinie und unzähligen Naturstränden, die wir intensiv und friedlich belagern, einfach nur um uns zu erholen. In gewisser Weise ist dies ein Spiegelbild historischer Ereignisse – mit umgekehrten Vorzeichen, so wie im Spiegel alles seitenverkehrt erscheint.
Zwei Monate lang belagerten türkische Heerscharen im Jahre 1683 – gar nicht friedlich und zum wiederholten Male - die schöne Stadt Wien, sie sollte ihr Einfallstor nach Europa sein. Zwar blieb der Versuch die Stadt einzunehmen erfolglos, aber keineswegs folgenlos. Nicht nur dass Österreich die Türken vom Balkan vertrieb und dabei ausgedehnte Territorien der k. u. k. Monarchie hinzufügte, nein auch in Wien selber hinterließen die Türken vieles, was uns heutigen Türkei Reisenden selbstverständlich ist, wie zum Beispiel die leckeren Wiener Kipferln, denen der Bäcker nicht zufällig ihre Halbmondform gab. Und alle Türkeireisenden kennen wohl die vermeintlich „typisch französischen" Croissants, ohne zu ahnen, dass diese von einer Wiener Kaiserstochter, die nach Paris heiratete, dorthin „mitgebracht" wurden. So nehmen wir auch typisch französisch einen Halbmond in den Mund, ganz wörtlich, denn „croissant" bedeutet ja nichts anderes als „zunehmender (Mond)". Ja eine zeitlang war alles Türkische in Mode in Wien – nachdem man die Türken wieder los war - bis hin zur Kleidungsmode, und auch die Handlung von Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail" spielt nicht zufällig in der Türkei.
Wenn wir heute in die Türkei reisen, reisen wir aber nicht auf das Landgut des Bassa Selim aus der „Entführung", sondern wir lieben vor allem das Meer, den Himmel, die Strände, das Klima und das Wetter. Wir lieben die vielen Annehmlichkeiten guter und bester Hotels und Ferienanlage, nette Menschen und zuvorkommenden Service. Viele Türkei Reisende schätzen auch die Variationsbreite in Landschaft und Vegetation. Manchen kommt auch entgegen, dass man sich in der Türkei fast wie zu Hause fühlen kann, wenn man es wünscht – denn manche Orte werden speziell von Deutschen gerne frequentiert, nicht wenige unserer Landsleute lassen sich hier ganz nieder.
Türkei Reisen steigen weiter in der Beliebtheitsskala der Urlauber, und deutsche Touristen bringen ihre Gewohnheiten und ihre Lebensweise, ihre Alltagsgegenstände und vielleicht auch mal ein bischen Gebäck mit. Und wer weiß - vielleicht wird ja eines Tages auch in der Türkei ein kleiner Kipferl-Halbmond für typisch wienerisch oder ein Croissant-Halbmond für typisch französisch gehalten. Oder vielleicht sogar für eine typisch touristische Erfindung - schließlich sind doch die meisten Buchten und Strände dieser Welt irgendwie halbmondförmig. So gesehen wäre selbst ein Croissant auf der türkischen Staatsflagge – anstelle des Halbmonds – nicht einmal mehr originell.
Franz Josef Teupe