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Trichodynie - wenn die Kopfhaut juckt und brennt - 'Haarschmerz'

Autor: biokyb | Erstellt am: 19.10.2009 | Gelesen: 16183
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Über 30prozent der Patienten von Haarsprechstunden berichten neben Haarausfall von massivem Mißemfpingen der Kopfhaut: kribbeln, jucken, brennen und schmerzen - Trichodynie, der "Haarschmerz"

Trichodynie - wenn Haare
Trichodynie - wenn Haare "schmerzen"
Wenn Patienten neben Haarausfall von massiven Mißempfindungen auf der Kopfhaut berichten, stehen viele Ärzte nach Ausschluss oberflächlicher Kopfhautveränderungen von einem Rätsel. Nicht selten wird die als "Haarschmerz" (Trichodynie) beschriebene Empfindung des Patienten in das Reich der "Einbildung" verbannt.

Auch psychotherapeutische Behandlungen bis hin zum Einsatz von Psychopharmaka sind keine Seltenheit. Helfen werden diese Behandlungen meist nicht. Trichodynie kann jedoch mit geeigneten Therapieformen gut behandelt werden.

· Was ist Trichodynie („Haarschmerz")
· Die bislang angenommenen Ursachen
· Anzahl der Betroffenen
· Forschungergebnisse/Ursachen Trichodynie
· Die Behandlung
· Die Wirkung
· Quellen

Was ist Trichodynie („Haarschmerz")

Missempfindungen an der Kopfhaut, wie kribbeln („Ameisenlaufen"), jucken, brennen oder spannen bis hin zu schmerzender Kopfhaut (oder „Haarwurzeln") werden als Haarschmerz, medizinisch Trichodynie bezeichnet (trichos, griech. Haar; dynê, griech. Schmerz).

Trichodynie („Haarschmerz") geht häufig mit (Spannungs-)Haarausfall einher. Die Symptome werden teils als äußerst stark und sehr schmerzhaft, von praktisch allen Betroffenen zumindest als störend, empfunden. Betroffen sind Männer wie Frauen. Charakteristisch für die Trichodynie ist, dass keine Veränderungen der Kopfhaut zu finden sind (s. juckende Kopfhaut)

Bislang existierte keine schlüssige Erklärung, wodurch diese Missempfindungen hervorgerufen werden. Viele Patienten fühlen sich alleine gelassen, etlichen Ärzten außerhalb der Dermatologie ist der Haarschmerz gänzlich unbekannt. Die Trichodynie wird häufig nicht ernst genommen oder sogar als rein psychische Störung abgetan.

Die bislang angenommenen Ursachen

Typischerweise wird den Betroffenen mitgeteilt, die Symptome seien Ausdruck von rein psychischen Dauerspannungen. Ein dermatologischer Befund ist meist nicht zu finden.

Als eine mögliche Ursache für die Trichodynie (Haarschmerz) wurden bislang häufig Botenstoffe des Körpers, wie die so genannte „Substanz P" gesehen. Warum es jedoch zu einer verstärkten Bildung dieses Botenstoffes kommen sollte, war dabei ungeklärt. Als weitere mögliche Ursache
werden Entzündungen der Kopfhaut bei verschiedenen Haarerkrankungen gesehen.

Viele Betroffene berichten von einer lang anhaltenden Belastung, von Stress oder von höchster Konzentration. Diese geht meist mit einer starken Verspannung (Tension) der über den oberen Schädel verlaufenden Muskulatur einher. Allgemein bekannt ist z. B, dass sich Verspannungen bei fast 60 % der Männer zusätzlich über z.B. Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen) äußern. (2).

Klar abzugrenzen ist die Trichodynie vom klassischen „Kopfschmerz", dessen verschiedene Manifestationen sehr unterschiedliche Ursachen haben können und der vom Betroffenen völlig anders wahrgenommen wird.

Anzahl der Betroffenen

In einer Studie (1) wird festgestellt, dass bis ca. 34 % der Patienten, die eine Haarsprechstunde besuchen, unter Trichodynie leiden. Dabei ist der Begriff Trichodynie („Haarschmerz", „Haarweh") nicht exakt, da es sich nicht um einen Schmerz des Haares, sondern eher um einen Schmerz der Kopfhaut (systemisch betrachtet) handelt.

Die Trichodynie stellt für die Betroffenen eine sehr ernst zu nehmende Belastung und Beeinträchtigung dar. Dennoch existierte bislang keine spezielle, auf die Trichodynie ausgerichtete Behandlungsmöglichkeit. Viele Betroffene erfuhren Linderung durch Kopfhautmassagen oder Entspannungsübungen. Kurzfristig können Haarwasser helfen, leider sind diese Wirkungen häufig nur von kurzer Dauer.

Forschungsergebnisse / Ursachen der Trichodynie

Der Schädel ist umspannt von flachen Sehnen- und Muskelsträngen. Quer über das Schädeldach verlaufen, vernetzt mit der Kopfhaut, die Muskelgruppen von Muskulus frontalis an der Stirn, M. temporoparietalis an den Ohren und M. occipitalis am Hinterkopf.

Der Schädel ist außerdem überzogen von einem baum- / astartigen Geflecht von feinen und feinsten Blutgefäßen, die die Muskulatur, die Haut und die Haarfollikel mit Blut und Nährstoffen versorgen.

Die Anspannung der mimischen Muskulatur wird deutlich sichtbar in der „Zornesfalte", den „queren Stirnfalten" oder den „Krähenfüßen".

Gleichzeitig wird die mit der Muskulatur vernetzte obere Kopfhaut wie ein Gummituch straff über das knöcherne Schädeldach gespannt. Die Spannung der Kopfhaut steigt auf dem Schädeldach stark an. Die Extremwerte liegen im Bereich der Scheitelbeine und am Hinterkopf.

In EMG-Messungen (ElektroMyoGraphie) wird als normale Spannung des Muskulus frontalis (an der Stirn) ca. 0,7 bis 1,2 microVolt gemessen. Bei Patienten mit Trichodynie lassen sich Verspannungen im Bereich von ca. 30 microVolt, bis zu 180 microVolt messen. Sehr häufig kann diese Verspannung selbst unter Entspannungsübungen nicht (mehr) unter Werte von ca. 15 - 30 microVolt gebracht werden.

Einhergehend mit der erhöhten Spannung bewirkt die enger über den Schädel gespannte Kopfhaut ein Zusammenpressen der unter der Haut verlaufenden feinsten arteriellen (Arterien, Arteriolen) und venösen Blutgefäße. Die verengten Blutgefäße können die betroffenen Kopfhautregionen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Der andauernde Blut- und Sauerstoffmangel im Gewebe führt zur Bildung von unerwünschten Stoffwechselprodukten. Die aus dem Muskelglykogen stammende Glucose wird unvollständig verbrannt, wobei Lactat („Milchsäure") entsteht, das sich in der beanspruchten Muskulatur anhäuft. Dies kann zu einer „Übersäuerung" des Muskels führen, die sehr schmerzhaft sein kann. Auch die vom Muskelkater her bekannten feinsten Mikro-Risse in den Muskelfibrillen können die Schmerzen auslösen.

Durch die Muskelverspannungen werden außerdem die gesamten und sonstigen Rezeptoren (Fühler des Nervensystems), z. B. Chemorezeptoren,im Muskel, der Sehne oder auch im Bereich der Haut erregt. Es kommt zu intensiven Schmerzempfinden, ebenfalls verbunden mit dem Resultat Gefühlsstörungen (Ameisenlaufen, Kribbelgefühl).

Daneben führt der permanente Druck der Muskulatur zu einer erhöhten Reizung der Nerven. Die Nerven, die den Muskel versorgen, erfahren durch die Muskelverspannung eine Dauererregung und zeigen eine erhöhte Reizaktivität, was durch einen nicht willentlich gesteuerten Reflex wiederum zu einer Verstärkung der Muskelanspannung führt. Der Kreis von Muskelverspannung und Nervendauererregung schließt sich.

Die Behandlung

Der Komplex, der aus der Verspannung der Schädelmuskulatur resultiert und zur Trichodynie (Haarschmerz) führt, kann gelöst werden. Das kann durch Entspannungsübungen, durch Massagen oder durch muskelrelaxierende Mittel erreicht werden. Muskelentspannende Mittel hemmen die dauernde Übertragung der Reizsignale zwischen Nervenenden und Muskeln und haben den Vorteil, dass sie bereits innerhalb von wenigen Tagen wirken. Diese effektive und nachhaltige Entspannung der Kopfhautmuskulatur ist Ziel der AC-Therapie® gegen Haarausfall.

Die Wirkung

Die Wirkung (nachweisbare Muskelschwächung) beginnt nach ca. 2 bis 3 Tagen. Die Trichodynie kann dadurch fast immer beträchtlich gelindert beziehungsweise gänzlich behoben werden. Die Dauer der Gesamt-Wirkung dieser Behandlung kann sich individuell über einen Zeitraum von ca. 4 –7 Monaten erstrecken.

Bei einer klinischen Untersuchung mit 40 Behandelten konnte bei 100 % eine deutliche Verbesserung der Trichodynie erzielt werden. 74 % der Behandelten waren anschließend an die Behandlung komplett ohne Symptome. (s. Behandlungsergebnisse und Erfahrungsberichte)

Die Wirkung der medikamentösen Muskelentspannung ist reversibel. Nach einer gewissen Zeit erreichen die Reizsignale den Muskel wieder. Die Behandlung kann dann wiederholt werden. Erfolgt die erneute Behandlung frühzeitig bei dem erneuten Einsetzen der Verspannungen, kann die Gesamtwirkungszeit noch deutlich erhöht werden. (s. Die Therapie)

Sabine Bamboschek/Armin Maurer

Quellen:
(1) Rebora et al (Rebora A, Semino MT, Guarrera M., Trichodynia, Dermatology 1996, 192(3): 292-293), bestätigt durch eine Studie von Kivanc-Altunay I. et al ("The presence of trichodynia in patients with tologen effluvium and androgenetic alopecia", International Journal of Dermatology 2003 Sep., 42 (9): 691 – 693)
(2) (Dr. Jean-Mark Pho Doc, Experte für Prothetik, Studie, 2000)).

 
 
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