(Online-Artikel.de) - Automobilwirtschaft: Diskussionen um CO2-Ausstoss, Klimawandel und steigende Spritpreise fördern die Entwicklung von Energiesparautos
Die Nachfrage nach umweltfreundlicheren Autos steigt. Waren vor einigen Jahren noch Spritverbrauch und CO2-Ausstoss von geringer Bedeutung, so achtet der Verbraucher nun bei der Wahl seines Autos erheblich auf diese Kriterien. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland fast 95.000 Fahrzeuge verkauft, welche durch einen geringen Kohlendioxid-Ausstoss als Ökoautos bezeichnet werden konnten. Sogar das erste 2,0 Liter Auto ist längst keine Utopie mehr.
Eine Untersuchung von B&D-Forecast für Welt Online bestätigt, dass auch die Autoproduktion immer mehr einem Ökologisierungstrend folgt. Grundsätzlich ist dies eine positive und erfolgsversprechende Entwicklung – vorausgesetzt, der Verbraucher macht den Herstellern keinen Strich durch die Rechnung. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der deutsche Autofahrer zwar Sparsamkeit und gesteigerte Umweltverträglichkeit unterstützt, aber dennoch selten bereit ist, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Der VW Lupo konnte beispielsweise die ambitionierten Erwartungen nicht erfüllen, was zumeist an dem für seine Klasse hohen Preis gelegen hat. Kaum ein Verbraucher ist bereit mehrere Tausend Euro Aufpreis zum Basismodel zu zahlen, nur um dann an den Energiekosten zu sparen. Teilweise sogar zu Recht, denn nur selten kann diese Summe wieder einfahren werden – obwohl natürlich der umweltschonende Aspekt ein schlagkräftiges Argument bleibt.
Waren doch bei VW noch die 3 Liter Variante des Lupo revolutionär, so soll 2009 nun ein Auto mit einem maximalen durchschnittlichen Verbrauch von nur 2,0 Litern serienmässig hergestellt werden – der Loremo LS. Das Geheimnis hinter dieser Sparsamkeit ist zum einem das geringe Gewicht von unter 600kg sowie die günstige Windschnittigkeit des Fahrzeugs – übrigens auch Grund für die passable Spitzenleistung von 160 km/h. Eine gute Nachricht für den Verbraucher ist zudem der Preis: mit € 11.000 ist das Sparmobil zwar kein Schnäppchen mehr, aber bleibt dennoch erschwinglich. Ausserdem sieht er athletisch aus und sein Design erinnert eher an einen Sportwagen als an das der herkömmlichen Energiesparautos. Die Erwartungen an den Loremo LS sind hoch und laut der Süddeutschen Zeitung haben sich bereits 15.000 Interessenten auf die lange Liste der Vorbestellungen setzen lassen – ein durchaus erfreuliches Ergebnis. Wer allerdings vermutet hat, dass das neue 1,5 Liter Auto in den Hallen von VW, Audi, Mercedes oder Opel vom Band laufen wird, der mag überrascht sein. Die Entwicklung des sparsamen Gefährts geht nicht etwas auf das Konto der grossen, bekannten Hersteller, sondern ist Ergebnis eines bisher noch unbekannten, aber sehr innovativen Unternehmens aus München.
Doch natürlich ziehen auch die namhaften Automobilhersteller nach und produzieren inzwischen sogenannte Ökoautos, die einen Kohlendioxid-Austoss von unter 120 Gramm pro Kilometer haben müssen. Schätzungen des B&D-Forecast zu Folge werden in diesem Jahr 100.000 neue Ökoautos in Deutschland zugelassen. Prof. Ferdinand Dudenhöfer, Leiter des Prognoseinstituts, gibt allerdings zu bedenken, dass der Erfolg von Ökoautos wesentlich von dem Produktpreis und dem Fahrspass abhänge. Daher schlägt er auch vor, dass eher weniger ökologische Autos teurer werden sollten, während die umweltverträglichen Varianten durch einen Verbraucher freundlichen Kaufpreis die Nachfrage stimulieren und so von steigender Beliebtheit profitieren können.
Der geringere Spritverbrauch muss zu dem eventuell teureren Anschaffungspreis in Relation gesetzt werden. Attraktiv ist jedoch auch die Ersparnis bei der Kfz-Steuer, welche durch den Kauf eines Ökoautos erheblich geringer ausfällt. Kombiniert mit einer
günstigen Autoversicherung, beispielsweise durch einen
Vergleich im Internet, kann man weitere Euros sparen und zudem auch noch mit einem besseren Gewissen fahren.
Die momentane Entwicklung ist zukunftsweisend. Da einerseits die Umwelt geschont wird und andererseits die neuen Sparmobile Fahrspass und sportliches Design nicht mehr ausschliessen, bleibt zu hoffen, dass der Verbraucher dieses Mal die neuen Modelle akzeptiert und sich diese schnell auf dem deutschen Markt etablieren können.
Britt Soeder