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Tokyo Love. Eine japanische Gruppenausstellung kuratiert von Yasha Young

Autor: strychnin | Erstellt am: 23.07.2010 | Gelesen: 1005
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Mit: Hush, Nishi, Shohei Otomo, Guy McKinley, Nanami Cowdroy, Imaone, Nekowshowgun, Xiao Bao, Tom Kristensen, Rin Nadeshico.

Shohei Otomo
Shohei Otomo
Vernissage am 10. September 2010 um 19 Uhr

Die traditionelle japanische Kunst wird durch ihre starken, technisch perfekten Linien und die Liebe zum Detail charakterisiert. Von den Bewegungen des traditionellen Butoh Tanzes, den eleganten Schwüngen der Kalligraphie bis zum japanischen Ukiyoe Holzblock‐Druck zeigen all diese Kunstformen eine große Eleganz und Präzision. Diese Elemente wurden übertragen in die Anime‐ und Mangakunst der Pop‐Kultur, was man auch in den Neon‐Plakaten Tokyos und den feinen Linien des modernen japanischen Designs wiederfindet. Während Künstler aus dem Westen beeindruckt sind von der Präzision der japanischen Kunst, beeinflusst eine rebellische Kunstform der westlichen Subkultur den Underground Japans. Die Underground Szene benutzt Stile des Hip‐Hop, Punk, Gothic und Rockabilly als eine Art Flucht aus den Traditionen und Einschränkungen der japanischen Kultur. Diese Rebellion fungiert als ein Ventil innerhalb der modernen Kunst: traditionelle Formen und Bilder wie Samurai, Geishas und Kabuki werden von den Künstlern als Kritik an der Gesellschaft genutzt. Tokyo Love bringt Künstler aus der ganzen Welt zusammen, die eines gemeinsam haben: Sie verwenden japanische Bildnisse und Stile. Einige Künstler sind geboren in Japan, andere teilen einfach die Liebe zu dieser Kunstart, aber alle zeigen in den Werken ihre Gefühle zu dem Land und der Kultur ‐ die Kontraste zwischen Alt und Neu, der Widerspruch zwischen Tradition und Rebellion, das Zusammentreffen von Vergangenheit und Zukunft.

Hushs Ursprünge als Streetart Künstler werden in seinen aktuellen Werken fortgeführt. Seine Arbeit demonstriert ein Zusammenspiel von verschiedenen Medien und Techniken wie Malen, Leinwanddruck, Sprayen und Papierschichtung. Inspiriert von der Darstellung der weiblichen Form in der Kunst, erarbeitet und zerreißt der Künstler Schichten aus Farbe und Bildern. Er arbeitet indem er "die Leinwand und den Medien ihren eigenen Weg gehen lässt". Das Ergebnis ist eine Popart‐durchzogene Synthese aus Bilderwelten der Graffitti‐Kunst. Hush ist geprägt von seinen cross‐kulturellen Erfahrungen. Ursprünglich wurde er als Grafikdesigner ausgebildet an der Newcastle School of Art and Design. Seine Arbeit führte ihn durch Asien, Europa und die USA. Hush hat die außergewöhnliche Fähigkeit, aus seinen zahlreichen Erfahrungen – persöhnlich wie kulturell – einen einzigartigen Stil zu kreieren, der weltweit gelobt wird. Viele zeitgenössische Künstler versuchen das, nur wenige schaffen es auch am Ende.

Nishi zeichnet seit er klein ist. Seine Arbeit basiert auf der japanischen Kalligraphie, der Ukiyoe Kunst und japanischer Familientradition. Außerdem widmet er sich den Jahreszeiten – jede Jahreszeit unterscheidet sich in Japan durch eine klare Farbgebung. Diese werden in seinen Arbeiten reflektiert. Auch Kindheitserinnerungen prägen seine Werke. Nishi verwendet verschiedenste Werkzeuge und Materialien, so wie Sprühfarbe und Washi‐Papier; bei den meisten seiner Werke arbeitet er mit japanischen Pinseln und Sumi‐Farbe. Mit Sumi‐Farbe zu arbeiten braucht es einiges an Disziplin, da sie keine Fehler verzeiht. Ist ein

Pinselstrich erst einmal auf der Leinwand kann er nicht mehr verändert werden ‐ jeder Strich kreiert einen eigenen Stil. Nishi sieht sich selbst als Läufer, der an der Linie auf den Startschuss wartet. Wenn er ein neues Werk beginnt, möchte er mit einem klaren Kopf starten.

Tokyo Love. Eine japanische Gruppenausstellung. Vernissage am 10. September 2010 ab 19h. Läuft bis zum 3. Oktober 2010.
Öffnungszeiten: Donnerstag – Sonntag 12 Uhr – 18 Uhr.
 
 
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