Tokio - japanische Hauptstadt
Tokyo ist heiß, sehr heiß. Im Sommer schmilzt das Eis wortwörtlich im Handumdrehen. Wer aus dem Flugzeug steigt, wird schnell feststellen, dass die Gangway keineswegs so sehr von der Sonne erhitzt wurde sondern, dass es sich noch um den klimatisierten Bereich des Flughafengebäudes handelt.Es ist drei Uhr nachts. Auf dem Flur des Wohnblocks hört man jemand leise mit Deutschland telefonieren, während Tokyos Rauschen durch das Fenster strömt, zusammen mit gefühlten 40°C tropischer Luft. Man kann die Fenster getrost wieder zumachen, so etwas wie kühle Abendbrise ist eher im Herbst und Winter anzutreffen. Manchmal schneit es sogar in Tokyo. Heute nicht, heute ist Sommer. Der Himmel strahlt Tokyos Zwielicht herein. Auf dem Flug konnte man Sonnenaufgang und Sonnenuntergang im Zeitraffer beobachten. Diese strahlt in den heißen Sommertagen Japans unerbittlich vom Himmel. Die Grillen, soweit außerhalb der Betonwüste Tokyos vorhanden, zirpen grell von allen grünen Flecken die sich finden. Ein ohrenbetäubender Lärm prasselt herab, beinahe so stechend wie die Hitze.
Tokyo ist heiß, nicht nur im metaphorischen Sinne. Wir sprechen hier nicht von den abendlichen Trauben an Schulmädchen im Unterhaltungsbezirk Shinjuku oder den eher unbekannten Ecken der Großstadt Tokyo. Wer aus dem Flugzeug steigt, wird schnell feststellen, dass die Gangway keineswegs so sehr von der Sonne erhitzt wurde sondern, dass es sich noch um den klimatisierten Bereich des Flughafengebäudes handelt. Für Touristen, eine in Japan ohnehin seltene Spezies, ist ein Stadtrundgang eine echte Herausforderung. Da sich ein solcher Stadturlaub schon gerne mehrere Tage bis Wochen oder – hat man das Glück – auch Jahre hinziehen kann, ist Durchhaltevermögen angesagt.
Den Japanern scheint die Hitze nicht ganz so viel auszumachen. Manchmal möchte man meinen, die riesigen Klimaventilatoren in den U-Bahnen und U-Bahnhöden sind einzig und alleine dem Zweck geschuldet, den Gajins kühle Luft zuzufächern. Können Japaner schwitzen? Durchaus, nur die Gelegenheiten sind andere. Beispielsweise beim Gähnen mit offenem Mund. Das bringt so manchen mit Ausländern unerfahrenen Japaner in Verlegenheit oder gar in schockierte Schweißausbrüche. Ganz andere Herausforderungen ergeben sich für jeden Gast dieses urbanen Ballungsgebietes, der das Wechselbad der Gefühle mitmachen muss zwischen klimatisierten Bereichen und heißen Außenzonen im Minutentakt zu wechseln.
Ja, der Sommer ist heiß in Japan. Und so hat die japanische Kultur einige Methoden zu bieten, um jedem Lufthauch Aufmerksamkeit zu schenken. Das "Furin" zum Beispiel, das Windspiel aus Ton oder Glas, welches jedem Lufthauch ein zartes Klingeln mit auf den Weg gibt und im Sommer in vielen japanischen Häusern am Terassenaufgang zu sehen ist. Möchte man es als Mitbringsel haben, sollte man aber wissen, dass es wie so viele Dinge in Japan sehr saisonabhängig ist. Das bedeutet, das anders wie in Deutschland, wo die Ostereier schon zu Weihnachten im Ladenregal stehen, solche Dinge wirklich nur saisonal gekauft werden können. Zum Glück können Japaner jeder Saison einige Besonderheiten abgewinnen.
Emanuel Schwarz