Als Zauberkünstler in Thailand
Als Zauberkünstler trifft man im Internet auf die Meinung: wenn jemand versucht in Thailand einem Geisterbeschwörer die Show zu stehlen, dann kann man mit Gift im Essen rechnen!
Es kann natürlich auch sein, dass ein beleidigter Geisterbeschwörer auf Rache sinnt und 'lediglich' die Geister gegen einen ignoranten, besserwisserischen oder gar lästernden Fremdling zur Verteidigung heimischer Sitten und Gebräuche aufruft.
Da fragt man sich schon, ob die Geister Macht besitzen? Und sie besitzen Macht dergestalt, dass sie einen Fremdling wegen mangelnder Landeskenntnis strafen können. So schien es mir notwendig zu sein, auch für das Vorführen einiger harmloser Zauberkunststücke (
www.dr-brimborius.de) mich mit den Landeseigenheiten vertraut zu machen. Und dieser Zeitaufwand hat sich mehr als 'bezahlt' gemacht.
1) Eine unbekannte Gefahr lauert in den Schatten spendenden Palmen. Wenn man sich vor den glühenden Sonnenstrahlen unter den Schatten einer Palme zur falschen Zeit flüchtet, dann kann die Palme die mehr als ein Kilogramm schwere Kokosnuss aus über zehn Meter Höhe einem auf den Kopf werfen. Und es ist wahr, dass westliche Touristen bereits die Heimreise im Zinksarg antraten, weil sie die Heimtücke der Palmen unterschätzt hatten. Kein Blick nach oben, ob über einem reife Früchte hängen – das kann nur einem überheblichen Fremdling passieren, der meint jegliche Landeskenntnis ignorieren zu können, Abb.1.
Es gibt Leute, die jahrelang in Thailand gelebt haben, ohne jemals eine Giftschlange oder Würgeschlange gesehen zu haben, etwa die meterlange Python. Der Ortskundige weiß, dass wir Menschen nicht auf dem Speiseplan der Python stehen, es sei denn man riecht nach 'Hund' oder 'Katze'. Und auch die Giftschlangen nehmen Reißaus, wenn sie die vergleichsweise lauten Schritte eines Menschen hören. Es passiert also nicht so schnell ein Unglück, es sei denn man geht sehr leise auf Zehenspitzen, fasst mit der Hand in Stein- oder Erdritze oder tritt auf eine Schlange, die gerade ein Sonnenbad nimmt. Der freundliche Einheimische findet eher Schlangen, um diese aus der Reichweite von Touristen zu bringen, Abb. 2. Der beleidigte Geisterbeschwörer (oder Hotelangestellte) wird sich diese Mühe nicht machen.
3) Vermeintliche und tatsächliche Gefahren kann der Ortskundige problemlos unterscheiden. Eidechsen (häufig eher fälschlich als Gecko bezeichnet), Abb.3; lieben Wärme, auch die von Klimaanlagen. Die aus dem Schrank klingenden Geräusche können von diesen Eidechsen stammen, die in der morgenlichen Kühle ein warmes Plätzchen auf dem Dach über der Klimaanlage aufsuchen. Ich habe jedenfalls im Wandschrank, trotz beängstigender Geräusche in der Morgendämmerung niemals etwas gefunden, auch nicht beim Absuchen mit einer hellen Taschenlampe.
Dr. Brimborius
(Dr. Peter Marcusson)