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Todesgefahr durch gefälschte Medikamente

Autor: medienbüro.sohn | Erstellt am: 08.08.2008 | Gelesen: 969
Kategorie: Sport - Fitness & Workouts | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Skrupellose Netzwerke fahren jährlich milliardenschwere Gewinne ein

Genf/Brüssel/Frankfurt am Main, 7. August 2008 - Ein erster Blick in den Spiegel, die Hose scheint gut zu sitzen. Immerhin trägt sie auch das Logo einer etablierten Firma, Qualität wird also groß geschrieben – oder auch nicht. Kurze Zeit später beginnen sich die Nähte aufzulösen, die Hose ist eine Fälschung. Solchen Enten aufzusitzen ist ärgerlich und wird heutzutage immer wahrscheinlicher, die Palette der gefälschten Produkte reicht dabei von Software, über Zigaretten bis hin zu Parfums und Kleidung. Auch nachgemachte Bremsbeläge oder Sicherheitsventile sind keine Ausnahme. Hinter den Fälschern verbergen sich skrupellose Netzwerke, die gesundheitliche Schäden der Verbraucher bewusst in Kauf nehmen.

„Die Produktpiraterie breitet sich als Krebsgeschwür der Globalisierung mit erschreckender Rasanz aus", so Rüdiger Stihl, Chef des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie www.marketingpiraterie-apm.de, im Gespräch mit der Lebensmittelzeitung www.lz-net.de. Mittlerweile gebe es in China Hersteller, die auf der eigenen Website damit werben, dass sie jedes Produkt innerhalb von 40 Stunden kopieren könnten. Allein im Kosmetikbereich sei dadurch die Zahl der an den EU-Außengrenzen sichergestellten Waren von 2006 bis 2007 um 264 Prozent gestiegen.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie www.bmwi.de sind 2006 Waren im Wert von 1,1 Milliarden Euro sichergestellt worden. Der deutsche Zoll www.zoll.de erklärt diesen Rekordwert durch den bislang weltweit größten Aufgriff im Hamburger Hafen. Der Wert sank 2007 wieder auf 425 Millionen Euro, fast 30 Prozent der Plagiate stammten dabei aus China, rund 15 Prozent aus den USA. Bei den meisten Artikeln handelte es sich um Accessoires und Sportbekleidung.

Im Kampf gegen diese Windmühlen kommen unter anderem Sicherungsetiketten aus reißfestem, synthetischem Papier zum Einsatz. „Sie kleben stark und sind so robust, dass sie sich nicht mehr vom Untergrund ablösen lassen, ohne dabei sichtbare Spuren zu hinterlassen. Die Technologie nutzen besonders die Hersteller hochwertiger Lebensmittel als Sicherungsmaßnahme gegen illegale Umverpackungen", erklärt Marc Büttgenbach, Vertriebsleiter Papier und Etiketten des Technologieherstellers Bizerba aus Bochum www.bizerba.de, im Interview mit NeueNachricht www.ne-na.de. Zusätzlich könne die Technologie der Radio-Frequency-Identification, kurz RFID, bei der Produktverfolgung helfen. Dabei werden die Etiketten mit elektronischen Chips, so genannten Transpondern, versehen. Diese speichern die genauen Produktdaten und können ohne Sichtkontakt über Funk ausgelesen werden. Bevor beispielsweise der Händler die Ware annähme, könne er anhand der gespeicherten Produktcodes in der Datenbank kontrollieren, ob sie tatsächlich vom Hersteller produziert wurde.

Besonders wichtig sind diese Maßnahmen beim Vertrieb von Medikamenten, denn hier drohen im Gegensatz zur unechten Rolex ernste gesundheitliche Folgen. Beim Gebrauch gefälschter Kosmetika drohen Allergien, in nachgemachten Zigaretten können sich gefährliche Chemikalien verbergen und die Einnahme imitierter Medikamente kann tödlich enden. Sie enthalten entweder zu wenig oder keinen Wirkstoff, manche der angeblichen Medikamente sind sogar mit giftigen Substanzen gestreckt. Die Weltgesundheitsorganisation www.who.org schätzt, dass in Industrieländern nur ein Prozent der verkauften Medikamente gefälscht sind, in Entwicklungsländern hingegen oftmals 30 Prozent, weltweit könne der Umsatz im Jahr 2010 die 75 Milliarden Grenze erreichen.

Günther Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission www.ec.europa.eu, zeigt sich besorgt: „Ich bin sehr beunruhigt über die stetig zunehmende Zahl an gefälschten Arzneimitteln, die über das Internet verkauft werden. Dies ist eine echte Gefahr für die Gesundheit von Patienten." Die Kommission arbeite deshalb mit europäischen und internationalen Partnern zusammen, um all die Möglichkeiten auszuschöpfen, die sicherstellten, dass legale Vermarktungsmethoden für Arzneimittel eingehalten und durchgesetzt würden.

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