Tisch und passende Sitzbank ohne Zargen
Massivholztische sind aufgrund ihres "mächtigen" Auftretens nicht jedermanns Sache. Möbel-Designer reagieren auf den Trend "Tisch ohne Zarge" und entwerfen schwere Massivholztische mit leichter Optik.Als Zarge von Tischen bezeichnet man die Querbalken, die unterhalb der eigentlichen Tischplatten angebracht sind und meistens ein Rechteck ergeben, das mit den Enden der Tischbeine verschraubt ist. Zargen sorgen hauptsächlich für
die Unterstützung von Tischplatten, damit diese mit mehr Gewicht belastet werden können. Eine weitere Funktion der
Tischzarge kommt bei Ausziehtischen zum tragen, hier sorgen Sie sozusagen für unsichtbaren Stauraum in dem Ansteckplatten untergebracht werden können.
Abbildung: Esstisch Eiche massiv mit Zarge für AuszugsmöglichkeitGleichzeitig haben Zargen den unschönen Nebeneffekt, dass sie eine Tischplatte dick und mächtig erscheinen lassen,. Wenn die Tischplatte selber beispielsweise nur 2 cm dick, aber unter ihr noch eine 7 cm dicke Zarge montiert ist, so die Gesamtoptik des Tisches mit 9cm recht wuchtig. Dadurch erscheint ein Tisch also optisch direkt viel massiver und schwerer. Die Möbelindustrie hat in den letzten Jahren versucht, dem Wunsch nachzukommen, Tische leichter, beziehungsweise filigraner erscheinen zu lassen. Zu diesem Zweck wurden Tische ohne Zargen konstruiert. Dummerweise gilt auch bei Tischen das physikalische Hebel Gesetz dass Tische doppelt so einfach durchhängen, wenn sie doppelt so lang werden. Ein zwei Meter langer Tisch neigt in der Mitte also viermal einfacher durchzuhängen, wie ein 50 cm langer Tisch, wenn alle anderen Eigenschaften gleich bleiben. Um sich dieser Herausforderung stellen zu können, mussten sich die Möbel Designer bezüglich der Tisch-Unterkonstruktion einiges einfallen lassen. Abhilfe wird meistens dadurch geschaffen, dass unterhalb der Tischplatte Stahlverstrebungen angebracht werden, die zusätzliche Stabilität verleihen.
Abbildung: Massivholztisch ohne Zarge Modell Dresden (Holzart: Nussbaum) Andere Tische besitzen dafür auch extra Kerben, in denen dünne Stahlstreben eingearbeitet werden, sodass sie von oben betrachtet nicht sichtbar erscheinen. Ebenso schauten sich Designer wichtige Tipps beim Brückenbau ab – mit dem einzigen Unterschied, dass die Brücken dann quasi kopfüber hängen. Ein Haltersystem, wie bei Hängebrücken bei deinen an einem Mittelturm Stahldrähte aufgehangen und mit der Tischplatte verbunden werden, ist solch ein Beispiel.
Abbildung: Tisch mit Edelstahl-Verspannung Modell Fly, Tischplatte 35mm (Holzart: Eiche gebeizt)Die Ergebnisse lassen sich aber durchaus sehen und sind nicht zu Unrecht der Modetrend der letzten Jahre gewesen. Ohne Zarge wirkt ein Tisch extrem leicht und viel unbefangener, da er nur auf seine essenziellen Teile beschränkt wurde: Die Tischbeine und die Tischplatte. Jeder weitere Schnickschnack, der zusätzlichen die Optik stören könnte, kann getrost weggelassen werden. Ein besonderer Vorteil liegt auch darin, dass besonders unter dem Tisch Platz geschaffen wird, den gerade Menschen mit sehr langen Beinen sehr gut zu schätzen wissen, weil sie ansonsten immer vom Schmerz geplagt waren, wenn ihre Knie unsanft gegen die Zarge drückten. Tische ohne Zarge sind allerdings nicht so einfach ausziehbar, wie andere Tische, da alle vier Tischbeine fest mit der Tischplatte verbunden sein müssen. Sie können daher höchstens insofern erweitert werden, als dass man Ansteckplatten für die Kopfende konstruieren lässt, doch erlaubt die Optik dieser Tische auch hier keinen großen Spielraum. Jede Halterung und zusätzliche Leiste die zur Befestigung von Ansteckplatten benötigt wird, ist bei Tischen ohne Zarge sofort sichtbar und kann die filigrane Optik des Tische etwas beeinträchtigen