Tierschützer fordern ein Ende der Steinzeitmode Pelz
Am Samstag, den 30. Oktober findet in der Stuttgarter Innenstadt der jährliche Demonstrationszug gegen den Pelzhandel statt. Unter dem Motto „Stuttgart pelzfrei!" fordern die Veranstalter, die Tierrechtsinitiative Region Stuttgart (TiRS), ein generelles Verbot der Herstellung und des Verkaufs von Pelzprodukten jeder Art. Bereits Mitte des Monats hat der Konzern ESCADA angekündigt, dem Beispiel anderer Modehäuser zu folgen und zum Jahreswechsel Tierpelze vollständig aus dem Sortiment zu nehmen.
Ablauf der Veranstaltung
Der Demonstrationszug am Samstag beginnt um 13.00 Uhr am Schlossplatz. Bereits ab 10.00 Uhr können sich Interessierte und Passanten dort an den Ständen verschiedener Organisationen über die Problematik des Pelzhandels informieren. Vertreten sind neben der Tierrechtsinitiative Region Stuttgart (TiRS) auch die Tierfreunde e. V., die Tierrechtsaktion Ulm (TRAU), das Bündnis für Versammlungsfreiheit Stuttgart sowie PETA Deutschland e. V.
Hintergrund des Protests
90 Millionen Nerze, Marderhunde, Waschbären, Chinchillas, Kaninchen und andere Tiere werden jedes Jahr für den weltweiten Pelzhandel getötet – meist unter äußerst qualvollen Bedingungen. Nicht selten wird ihnen das Fell noch bei lebendigem Leib abgezogen. Denn Vergasung, Genickbruch und Elektroschocks, die gängigsten Tötungsmethoden auf Pelztierfarmen, führen oft nicht zum sofortigen Tod. Noch grausamer sterben Wildtiere, deren Todeskampf in Fangeisen und anderen Fallen oft mehrere Tage dauert. Die meisten heute verarbeiteten Pelze stammen aber aus Pelztierfarmen, wo die Tiere in winzigen Drahtkäfigen dahinvegetieren. Diese Enge führt nicht nur zu schwerwiegenden psychischen Schäden. Viele Tiere erleiden auch schmerzhafte Verletzungen, die selbstverständlich nicht behandelt werden.
Für einen einzigen Pelzmantel sterben etwa 60 Nerze. Bei kleineren Tierarten, wie Eichhörnchen oder Chinchillas, sind es sogar weit über 100. Doch das Luxusgut Pelzmantel ist nur ein Teil des blutigen Geschäfts der Pelzindustrie. Ein Kragenbesatz hier, ein buntgefärbtes Accessoire dort – mit solchen Trendprodukten werden viele Menschen gezielt zum Kauf verleitet, denen häufig nicht bewusst ist, dass auch dafür Pelztiere einen qualvollen Tod sterben.
In Umfragen lehnen regelmäßig rund 80 Prozent der deutschen Bevölkerung Kleidungsstücke aus Pelz ab. Dennoch bleibt die Politik gegenüber der Pelzlobby tatenlos. Nur die jahrelangen Kampagnen der internationalen Tierschutz- und Tierrechtsbewegung halten den Druck auf die Industrie aufrecht und sorgen dafür, dass mehr und mehr Modehäuser den Pelzverkauf einstellen. Nach C&A, Karstadt, BiBA, Peek & Cloppenburg, Kaufhof und vielen anderen Unternehmen hat Mitte Oktober nun auch der Modekonzern ESCADA erklärt, ab Januar 2011 komplett auf die Verwendung von Echtpelz zu verzichten.
Wer ist die TiRS?
Die Tierrechtsinitiative Region Stuttgart (TiRS) ist ein Aktionsbündnis, in dem sich Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen gegen das alltägliche Leiden der Tiere engagieren. Mit Protestaktionen und Informationsveranstaltungen treten die Aktivistinnen und Aktivisten für ein Umdenken in der Bevölkerung ein. Ihr Ziel ist es, Tiere als leidensfähige, individuelle Lebewesen vor der bedenkenlosen Nutzung durch den Menschen zu schützen. Unter anderem ruft die TiRS daher zum Verzicht auf Tierprodukte für die menschliche Ernährung und Bekleidung sowie zum Verzicht auf Tierversuche auf.
Weitere Informationen:
Achim Stammberger
Mittlere Beutau 24
73728 Esslingen
Tel. 0711 4598210
Fax 0711 4598211
achim-stammberger@t-online.de
www.tirs-online.de