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Theresienstadt - Momente einer Annäherung

Autor: pressandmore | Erstellt am: 08.11.2011 | Gelesen: 349
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - eindrückliche Ausstellung der Münsteraner Malerin Helena Metzmacher

Theresienstadt - Momente einer Annäherung – so lautet der Titel einer eindrücklichen Ausstellung der Münsteraner Malerin Helena Metzmacher, die heute in der Bürgerhalle des Regierungspräsidenten am Domplatz 1 - 3 eröffnet wurde. Den aus 15 Gemälden bestehenden Bilderzyklus, der nach einem Besuch im Ghetto Theresienstadt//Térezin entstand, sieht Helena Metzmacher selbst „als einen bis heute erfolglosen Versuch der Bewältigung." Verbunden mit dem Thema der Ausstellung, die vom Seminar für Religionspädagogik und praktische Theologie der evangelischen Fakultät an der WWU Münster in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und dem Verein „Spuren finden e.V." veranstaltet wird, sind etliche begleitende pädagogische Projekte, die von Schulen und kulturellen Einrichtungen organisiert wurden. Die Ausstellung ist vom siebten bis 18. November geöffnet.

Helena Metzmacher machte anlässlich der Ausstellungseröffnung deutlich, dass ihre Bilder nicht mit dem Anliegen entstanden, sie öffentlich auszustellen. Es sei vielmehr der Versuch gewesen, die nach dem Besuch zutiefst bedrängenden, verstörenden und überfordernden Eindrücke bildnerisch zu verarbeiten. Metzmacher wörtlich: „Immer noch habe ich Mühe, diese Logistik der Gräueltaten als gewesene Realität und damit auch als potentielle zukünftige Realität in mein Bewusstsein zu integrieren. Der durch Térezin vermittelte Holocaust stellte und stellt meine Vorstellungen vom Menschen, vom Humanen so entsetzlich in Frage, weil er eine Möglichkeit in der menschlichen Natur entblößt, von der wir zuvor keine Ahnung hatten, von der wir wünschen, es möge sie nicht geben."

Letztendlich habe sie jedoch ein Gedanke von Theodor Adorno mit dieser Ausstellung einverstanden sein lassen. Der Holocaust, schrieb Adorno, habe aus sich heraus einen neuen kategorischen Imperativ begründet: Danach gilt es, so zu handeln, dass Auschwitz (den Namen versteht er stellvertretend für den Holocaust) nie wieder möglich wird („Negative Didaktik").

Eine Besonderheit des außergewöhnlichen Projektes stellt die große Zahl von begleitenden pädagogischen Projekten dar, die aus Anlass der Ausstellung mit verschiedenen Schulen und Kultureinrichtungen in Münster vereinbart wurden. Neben einem Religionskurs zählen dazu Mal- und Theaterprojekte sowie ein musikalischer Themenabend. Ein Stadtrundgang durch Münster unter dem Titel „Stätten jüdischen Lebens in Münster" sowie eine Synagogenführung ergänzen das umfangreiche Begleitprogramm, das noch bis zum 18.November umgesetzt wird.
Angaben zum Werdegang als Malerin

„Malen ist für mich seit meiner Kindheit Lebenselixier", so beschreibt Helena Metzmacher ihre eigene Haltung zum Thema Kunst. Zunächst hat sie ihr Großvater, ein Schüler von Franz von Stuck, unterrichtet. Während des Studiums (Kunst und Deutsch) war Metzmacher dann Schülerin bei Prof. Wienhausen und auch kurz bei Prof. Rückriem.

Die bildnerischen Inhalte von Helena Metzmacher sind beeinflusst von der Auseinandersetzung mit Literatur und abendländischer und östlicher Philosophie. Zudem spielen griechische Mythologie, vergleichende Religionswissenschaft und kosmische Evolution eine zentrale Rolle.

Seit etwa 1990 gestaltete die Künstlerin Bilder-Serien zu speziellen Themenfeldern wie z.B. zu Theresienstadt, zur Apokalypse und zum Vanitas-Gedanken (vanitas vanitatum).

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