David von Michelangelo, Foto: Rico Heil
Bei den meisten Männern kommt es bereits ab dem 30. Lebensjahr zu einem steten Absinken des Testosteronspiegels. Für einen Teil der Betroffenen hat die verringerte Produktion von Testosteron unerwünschte Folgen. Neben dem Lebensalter spielen jedoch noch andere Faktoren eine wesentliche Rolle. Häufig kann eine Korrektur des Lebensstils zu einer verbesserten hormonellen Situation beitragen.
Das Absinken der Produktion von Testosteron beim Mann wird auch als Andropause bzw. Klimakterium virile bezeichnet. Diese Anlehnung an die Menopause der Frau ist aber nur bedingt richtig, da es sich beim Mann eher um eine schleichende Entwicklung handelt. Bei der Frau hingegen kommt es innerhalb kurzer Zeit zu einem starken Absinken der Geschlechtshormone.
Bei einem zu niedrigen Testosteronspiegel kommt es beim Mann in der Folge zu verminderter Leistungsfähigkeit, zu einer Gewichtszunahme, zu einem Verlust von Muskelmasse und Kraft und häufig auch zu einer Verringerung des Antriebes. Damit einher geht meist ein Verlust an Lebensfreude und eine Infragestellung des Selbstbildes.
Die Folgen eines zu niedrigen Testosteronspiegels werden unter dem Begriff Testosteron-Mangel-Syndrom (TMS) zusammengefasst. In der englischsprachigen Literatur finden sich dafür je nach Schwere die Abkürzungen ADAM (androgen deficiency in the aging male) bzw. PADAM (partial androgen deficiency in the aging male).
Etwa jeder dritte bis vierte Mann über 40 ist von Beschwerden betroffen, die in Verbindung mit einem Mangel an Testosteron gebracht werden. Neben einer allgemein reduzierten Leistungsfähigkeit empfinden Betroffene den verminderten Antrieb als belastend. Die Abnahme der Muskelmasse bei gleichzeitiger Gewichtszunahme tragen zusätzlich zur Verminderung der Lebensfreude bei. Nicht selten führen die Veränderungen zu Brüchen im Selbstbild und zu starken Einschränkungen der Lebensqualität.
Der Gehalt von Testosteron im Blut kann stark variieren. Der Testosteronspiegel unterliegt tageszeitlichen Schwankungen, am Morgen ist er tendenziell am höchsten. Zusätzlich bestehen individuell deutliche Unterschiede. Beim gesunden jungen Mann liegt der Testosteronspiegel zwischen 3,4 und 11 ng/ml. Dieser Wert beträgt im Alter von 65 Jahren noch zwischen 2,0 und 5,4 ng/ml.
Neben erblich bedingten Ursachen spielen für den Testosteronspiegel äußere Faktoren eine wichtige Rolle. Begünstigend für einen Mangel an Testosteron können sein:
- fortgesetzter Stress
- Übergewicht
- übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum
- häufige aggressive Diäten
- bestimmte Medikamente
- chronische Erkrankungen
Nur bei sehr ausgeprägtem Testosteronmangel wird eine medikamentöse Behandlung mit dem fehlenden Hormon in Betracht gezogen. In vielen Fällen werden bereits mit einer Anpassung der Lebensweise sehr gute Ergebnisse erzielt. Änderungen in der Lebensführung können die Testosteronproduktion unterstützen und die Symptome eines zu niedrigen Testosteronspiegels erfolgreich bekämpfen. Für die meisten Betroffenen haben sich neben einer Verringerung von Stress vor allem Gewichtsreduktion und regelmäßiger Sport als zentral herausgestellt.
Die Verbesserung der Gesamtsituation kann durch den Einsatz von pflanzlichen Präparaten zusätzlich unterstützt werden. Eine gesteigerte Testosteronproduktion wird durch spezielle Wirkstoffe auf Pflanzenbasis gefördert. Derzeit wohl am interessantesten ist in diesem Zusammenhang ein Extrakt aus der Urwaldpflanze Eurycoma longifolia. In der Volksmedizin Indonesiens und Malaysias wird der Extrakt unter der Bezeichnung Pasak Bumi oder Tongkat Ali seit langem eingesetzt. Westliche Studien haben in den letzten Jahren den regulierenden Effekt von Eurycoma longifolia auf den Testosteronspiegel bestätigt. Wirksames Training und eine effiziente Reduktion des Körperfettes werden durch den Einsatz von Eurycoma longifolia deutlich erleichtert.
Durch eine Korrektur des Lebensstils und weitere nicht-medikamentöse Maßnahmen lässt sich also dem Testosteronmangel beim Mann in vielen Fällen entgegenwirken. Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit können ebenso wie ein gesunder "Biss" lange erhalten bleiben. Auch für den Testosteronspiegel gilt: Wer bei einsetzenden Problemen früh aktiv wird, hat gute Karten.
Roland Martek