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Testbericht zu LittleBigPlanet 2

Autor: gbase_ch | Erstellt am: 31.01.2011 | Gelesen: 612
Kategorie: Games - Konsolen & Spiele | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Ausführlicher Testbericht inklusive Trailer zum exklusiven PS3-Game

LittleBigPlanet 2
LittleBigPlanet 2
Als LittleBigPlanet Ende 2008 erschien, schlug das PS3-exklusive Spiel trotz hervorragender Kritiken nicht wie eine Bombe ein. Denn auf den ersten Blick war das Debüt des knuffigen Protagonisten Sackboy eigentlich nur ein Plattformspiel der niedlichen Art. Mit viel Geduld, recht flotten Preissenkungen und dem emsigen Rühren der Werbetrommel konnte das Werk von Media Molecule mit über drei Millionen verkauften Exemplaren zu einem Erfolg werden. Vor allem kreative Spieler liessen sich von dem integrierten Editor begeistern, mit dem eigene Welten erschaffen werden konnten. Mittlerweile existieren über zwei Millionen Levels für LittleBigPlanet, die von Besitzern kostenfrei über das PlayStation Network bereitgestellt und gespielt werden können. Hüpf-Action, Editor, ausschweifende Community-Aspekte - auch das zeichnet den Nachfolger LittleBigPlanet 2 aus. Und sonst so?

Alles beim Alten?

Beim ersten Start von LittleBigPlanet 2 riecht es an allen Ecken und Enden nach dem Vorgänger. So läuft der kleine Jutesack an Fotografien der Entwickler vorbei, um sich prompt in sein grosses Abenteuer zu stürzen. In diesem muss sich Sackboy dem fiesen Monster Negativitron stellen, das drauf und dran ist, jegliche Kreativität zu vernichten. Zum Glück verbünden sich einige prominente Bewohner der Fantasy-Welt, um den Bösewicht den Garaus zu machen. Von dem schrulligen Larry Da Vinci erhält man zu Beginn alle wichtigen Instruktionen, Unterstützung bekommt dieser von dem Kommentator aus dem Off, gesprochen von der rauchigen Synchronstimme von Robert De Niro. Nach ausgiebigen Tests, bei denen fast alle Fähigkeiten von Sackboy vorgestellt werden, kann die Odyssee durch das kunterbunte Planetenreich beginnen. Unter anderem trifft man auf den amüsanten Fabrikbesitzer Clive Handforth oder die schicke Silvia Paragorica, deren Welten überstanden werden müssen. Wie schon bei LittleBigPlanet besucht man Level für Level, bezwingt am Ende eines Szenarios einen Bossgegner und sammelt zwischendurch allerlei Boni sowie Punkte.

Kleine Neuerungen

Konzeptionell hat sich das Solospiel von LittleBigPlanet 2 gegenüber der ersten Ausgabe nicht geändert. Nach wie vor serviert Media Molecule den Spielern ein fantastisch inszeniertes Plattformerlebnis alter Schule. Von einem Super Mario ist LBP2 meilenweit entfernt, was verschiedene Gründe hat. Zum einen bewegt sich Sackboy innerhalb der suggerierten 2D-Landschaften auf mehreren Ebenen, zum anderen spielen physikbasierte Rätsel und - optional - kooperative Mehrspielerherausforderungen für bis zu vier Teilnehmer wichtige Rollen. Die Puzzles sind erneut äusserst clever und verdeutlichen, wie viele Gedanken sich die Entwickler gemacht haben müssen. Hinzu kommen kleine Neuerungen, die den Verlauf tatsächlich facettenreicher gestalten. Jetzt kann Sackboy eine Harpune benutzen, um sich fast im Stil von Bionic Commando durch die Gegend zu schleudern. Und mit einer Kanone auf dem Kopf spuckt man mit lustigen Dingen um sich oder löst dadurch kniffligere Aufgaben beziehungsweise besiegt den einen oder anderen Boss.

Fantastisch ist einmal mehr das gesamte Design der Levels. Grandiose und nicht selten fast psychedelisch farbenreiche Schauplätze versprühen unfassbar viel Charme, dazu kommen bedacht ausgewählte Rätsel und vielfältige Missionen. Unter anderem lässt man sich sogar in den menschlichen Körper, ins All oder in Retro-Abschnitte katapultieren. Toll.

Einiges besser

Wer LBP noch nicht kennt und das Genre mag, der wird aus dem Staunen kaum herauskommen. Anders sieht es bei all denjenigen aus, welche schon viele Stunden mit dem ersten Teil verbracht haben. Klar, dank der neuen Gadgets wurde das Spielprinzip etwas gewürzt, es schmeckt trotzdem noch sehr stark wie das Original. Als Kritik kann das nicht gewertet werden, schliesslich handelt es sich eben um eine Fortsetzung, die mit ihren dezenten Optimierungen nach wie vor auf einem äusserst hohen Niveau unterhält. Am Spielspass wurde keine Sekunde geschraubt, zum Glück! Vor allem mit Freunden im Mehrspielermodus setzt LBP2 zu launigen Höchstformen an. Natürlich kann online im Team oder gegeneinander gezockt werden, das gilt auch für die selbstgemachten Levels.

Grosse Neuerungen

Die grösste Überarbeitung erfuhr der ohnehin schon umfangreiche Editor. Wie gehabt ist die Einzelspielerkampagne von LBP2 auf gewisse Weise nur eine riesige Spielwiese, die verdeutlicht, was man selbst mit dem Werkzeug basteln könnte. In 52 Anleitungen wird klar, was alles dazugekommen ist. Genannter Greifhaken kann für eigene Levels und komplette Spiele eingesetzt werden, es kommen aber viele weitere Aspekte hinzu. Mit den programmierbaren Sackbots erstellt man halbwegs intelligente Gegner, die nach eigenen Vorstellungen agieren. Nicht unerwähnt sollten die neuen Hüpfbretter, die Mikrochips zum Erschaffen von Kettenreaktionen diverser Maschinen, die Unmengen an Dekorationsmaterialien und der so genannte Controlinator bleiben. Letztgenannter ermöglicht das Fertigen von steuerbaren Fahrzeugen oder gar Raumschiffen. Autos können aus dem Boden gestampft werden; es existieren auch Optionen und Wege, um sich ein Reittier zu formen. Verrückt!

Allgemein ist der Editor eine Ecke einsteigerfreundlicher geworden, dennoch wird man bei den ersten Experimenten vermutlich keine nennenswerten Erfolge feiern können. Das liegt nicht unbedingt an dem umständlichen Popit-Menü, das man auf Knopfdruck auswählt und worin man alle Aspekte einstellt sowie heraussucht, sondern an der Tatsache, dass die Software sehr mächtig ist. Hier muss man sich intensiv hineinarbeiten, Geduld aufbringen und gewiss auch gute Ideen haben. Doch die Mühe lohnt sich: Die eigenen Ergebnisse können in Windeseile der LBP-Community bereitgestellt werden, diese bewertet dann die Werke mit Rezensionen, Herzchen und einem lachenden oder traurigen Sackboy.

Tiefgreifender

Interessant dürfte sein, was aktive Spieler aus dem LBP2-Editor machen werden. Denn durch die Neuerungen sind tiefgreifendere Spielideen als je zuvor möglich. Waren es bei Teil 1 vorwiegend typische Plattformspiele, kann man jetzt klassische Shoot'em ups, Rennspiele aus der Vogelperspektive und sogar storylastige Adventures entstehen lassen. Es gibt derzeit schon Prototypen für einen GTA-Klon und einen Ego-Shooter in einem frühen Stadium. Überzeugend ist beiläufig erwähnt die Auswahl der Spiele anderer LBP2-Nutzer. Innerhalb einiger Sekunden sind Filter aktiviert, auch kann man nach Namen suchen oder sich die beliebtesten Levels der letzten Tage oder Monate angucken. Da man bei LBP2 auf alle Inhalte aus dem Vorgänger zugreifen darf, kann man schon jetzt unzählige Stunden mit dem Editor verbringen und sich bei den Experimenten anderer die eine oder andere Inspiration holen.

Toll

Über die technische Seite von LBP2 kann kaum gemeckert werden. Zwar sind die Ladezeiten etwas lang, aber noch in einem erträglichen Rahmen. Schade ist höchstens, dass die Move-Steuerung für den Editor noch nicht integriert wurde, diese soll laut offiziellen Angaben zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden. Wer das neue PS3-Eingabegerät bereits besitzt, kann sich immerhin in Sackboy's Prehistoric Move austoben - den kooperativen Mehrspielerableger gibt es als Bonus kostenlos dazu.

Visuell ist LBP2 wie angedeutet nach wie vor toll, nur hier und da wurde grafisch nachgebessert. Schickere Licht- und Partikeleffekte sowie gelungene Wasserdarstellungen machen das Spiel eine Prise attraktiver. Abgerundet wird der absolut positive Gesamteindruck durch wunderbare Melodien mit Ohrwurmgarantie. Übrigens: Dank eines simplen Sequenzers kann man Stücke für eigene Levels komponieren.

Man könnte höchstens bemängeln, dass sich an der dezenten Ungenauigkeit beim Springen nichts getan hat. Manchmal rutscht man aus Versehen auf eine hintere oder vordere Ebene oder stürzt durch das Herumrutschen von Sackboy in den Tod. Das ist etwas ärgerlich, aber offenbar von den Designern gewollt. So oder so gewöhnt man sich daran recht schnell.

Autor: Sven Wernicke (Redakteur GBase.ch)
Weitere Testberichte über PC- und Videogames auf www.gbase.ch

 
 
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