Bwaaah!
Als sie das erste Mal auf der Mattscheibe erschienen, waren sie die Bösen. Sie wollten die Weltherrschaft an sich reissen, und nur ein alter Bekannter der Videospielindustrie, Rayman höchstpersönlich, konnte sie stoppen. Sie waren die tödlichsten Hasen der Geschichte. Trotz allem mauserten sie sich schnell zu Kultfiguren, zu denen es inzwischen Sammelfiguren und viele andere Fanartikel gibt. Die Rabbids sind zurück, in Raving Rabbids - Die verrückte Zeitreise.
Bwaaah!
Im Gegensatz zum Vorgänger kehrt Die verrückte Zeitreise wieder zu den Wurzeln zurück und stellt eine reine Sammlung von Minispielen dar. Es gibt keine richtige Geschichte, keinen roten Faden. Lediglich euch, die Rabbids, ein Museum und eine Waschmaschine. Wieso eine Waschmaschine? Nun, die Vergangenheit hat bereits viele Zeitmaschinen gezeigt: Ein schickes Auto, hochmoderne Stühle, vor kurzem einen Whirlpool und nun eben eine Waschmaschine. Wieso auch nicht? Fans der Serie haben schon wieder das Funkeln in den Augen, Neulinge werden sich jetzt unter Umständen fragen: "Was soll der Blödsinn?" Die Rabbids sind vieles, aber ganz sicher nicht seriös. Wo sie sind, herrschen der Wahnsinn, das Chaos und jede Menge skurriler Humor. Nicht zuletzt ist der schrille "Bwaaah!"-Schrei zum Markenzeichen der Jungs geworden.
Ähnlich verrückt ist daher auch immer der Inhalt. Diesmal landet ihr mit den Rabbids in einem Museum und dürft als Erstes eine der Toiletten zur Profilauswahl aufsuchen. Das Mueseum dient dabei als zentraler Knotenpunkt, von wo aus ihr verschiedene Bereiche und somit sowohl Spiele als auch Szenarien entdecken könnt. Dabei reist ihr stets durch die Zeit und könnt wichtige historische Ereignisse nachspielen - natürlich im Rabbid-Stil! Ohne zu spoilern sei verraten, dass die Geschichte dabei ganz schön ins Straucheln geraten kann. Natürlich immer mit einem zwinkernden Auge. An einer Stelle ruiniert ihr durch eure Anwesenheit einen wichtigen Flugversuch. Als ihr mit eurer Zeitmaschine auf den Boden kracht, entbrennt direkt mal wieder eine Keilerei zwischen zwei Rabbids, während der Dritte in Ruhe mit einem Betonmischer eine Minisandburg baut und sein Ergebnis stolz präsentiert. Derweil brettet der Pilot voll in den Haufen rein.
Mögen die Spiele beginnen!
Sobald ihr das Klo verlasst, dürft ihr samt Überresten des Toilettenpapiers das Museum erkunden. Eine Halle dient dabei als zentraler Hub, wo ihr bereits einige Spielchen starten könnt. So befindet sich hier ein Klon von Just Dance, bei dem ihr mit dem Controller die Bewegungen auf dem Bildschirm nachtanzen müsst. Wer möchte, kann sich ausserdem auf die Suche nach versteckten Gegenständen machen. Mit mehreren Spielern erfüllt das eben erwähnte Toilettenpapier sogar einen Zweck: Da sich alle Kollegen den Bildschirm teilen, ist es natürlich nicht möglich, in unterschiedliche Richtungen zu laufen. So kommt es, dass bei mehreren irren Hasen alle mit Klopapier miteinander verbunden sind. Eine bekloppte Idee für ein altbekanntes Problem. Typisch Rabbids eben.
Haben sich alle Mitspieler dem Trupp angeschlossen, kann es mit der Erkundung der anderen Museumsräume losgehen. Insgesamt gibt es fünf Räume mit unterschiedlichen Sorten von insgesamt 23 Minispielen. So geht es in einem Areal vorwiegend um das Fliegen, wobei ihr zum Steuern die Wiimote und das Nunchuck neigen müsst. Auch die aus den Vorgängern bekannten Shooter-Passagen sind wieder dabei, obwohl leider nicht mehr so schön gepömpelt wird. Stattdessen ballert ihr auf Felsbrocken oder helft beim Bau einer Pyramide. Ein weiteres Areal ist vor allen Dingen für Fans von Jump and Runs geeignet, denn hier wird gelaufen und gehüpft, bis die Controller glühen. Bei einem Spielchen müsst ihr so Steinschichten zerstampfen, um euch möglichst flott zum Mittelpunkt der Erde bewegen zu können. Jede Steinplatte ist dabei mit einer Punktzahl versehen, die eurer Figur beim Zerstören gutgeschrieben wird. Es gilt also nicht unbedingt, schnell zu sein, sondern möglichst viele Platten zu zerstören, während ihr euch immer weiter dem Erdkern nähert. Am unschönsten spielen sich jedoch die Bereiche, in denen ihr an Objekten hochklettern müsst. Dabei werft ihr stets ein Seil aus, welches euch zum getroffenen Punkt zieht. Die Steuerung ist dabei jedoch ziemlich unpräzise, besonders wenn ihr kein Motion Plus besitzt. Allerdings sieht es ganz nett aus, am Rand der gerade erst gebauten Freiheitsstatue entlangzuklettern.
Insgesamt zieht Raving Rabbids weiterhin den meisten Charme aus dem schrägen Humor. Besonders Fans des Kampfschreis dürfen sich freuen, denn immerhin gibt es jetzt einen extra Bwaaah-Knopf, der besonders bei Gesangseinlagen zum Einsatz kommt. Ähnlich wie bei Guitar Hero müsst ihr die passende Notenbahn auswählen und dann die Taste drücken. Mit mehreren Leuten und elend vielen Bwaaahs in unterschiedlichen Tonlagen kommt da schnell Stimmung auf. Die Extrataste für den Schrei zeigt jedoch auch schnell, wie bekloppt selbst erwachsene Zocker sein können. Ein Lauf durch das Museum artet schnell in ein lautes Gebrülle in unterschiedlichen Höhen aus. Spass muss ja bekanntlich auch sein.
Autor: Benjamin Boerner (Redakteur GBase.ch)
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