New York/Berlin - Anstatt den Arzt persönlich in der Praxis zu besuchen, könnten sich in Zukunft viele Patienten einfach per Webcam untersuchen lassen. Interaktive Telemedizin lautet das Stichwort, das in den kommenden Jahren den medizinischen Bereich deutlich verändern könnte. Schon heute sind die Arztbesuche per Webcam nicht mehr unüblich, vor allem bei Patienten, die aus unterschiedlichen Gründen nur unter großer Anstrengung in die Praxis kommen können.
Doch auch in vielen anderen Fällen könnte die telemedizinische Behandlung künftig das Gesundheitssystem effizienter gestalten, berichtet die New York Times. Die beiden Faktoren, die Telemedizin immer populärer machen, sind auf der einen Seite nötige Reformen der Gesundheitsversorgung und auf der anderen Seite der technologische Fortschritt. Aus wirtschaftlicher Hinsicht spielt die neue Geschäftssparte bereits eine Rolle.
Die Branche der interaktiven Telemedizin wächst in Nordamerika jährlich um etwa zehn Prozent und setzt dieses Jahr bereits 500 Mio. Dollar um, so die Vorhersage von derMarktforschungsfirma Datamonitor. Der gesamte telemedizinische Bereich, der auch Geräte zur Überwachung und Ferndiagnostik miteinschließt, soll bereits 3,9 Mrd. Dollar umsetzen. Siehe auch die pressetext-Meldung.
Auch andere Technologien sollen das Gesundheitswesen verbessern. Krankenhäuser wollen sich von gigantischen Papierbergen, die im medizinischen Alltag anfallen, befreien. Röntgenbilder werden nicht mehr als Blatt sondern auf dem Computerbildschirm dargestellt, für die Auswahl ihrer Mittagsmahlzeit machen die Patienten keine Kreuzchen mehr auf dem klassischen Wahlzettel, stattdessen werden die Wünsche direkt in einem kleinen Computer gespeichert, Patientenakten werden digitalisiert und die klassischen Archive schrumpfen auf die Größe eines Computerchips. „Es ist technisch vorstellbar, dass der Arzt ein Notebook mit zur Visite ans Krankenbett nimmt", sagt Andreas Koppenhagen, stellvertretender Verwaltungsleiter und Datenschutzbeauftragter des St. Josef-Hospitals in Bochum, gegenüber der WAZ.
Im Klinikverbund der Augusta-Kranken-Anstalt sei diese Vision schon Realität geworden. Das gilt auch für die Spracherkennung. In Kombination mit anderen digitalen Techniken würden Sprachcomputer einen großen Beitrag zur Zeitersparnis leisten. „Während bei Nicht-Ärzten schon die Ohren ins Stolpern kommen, wenn sie Worte wie Cholecystekomie (Gallenblasenentfernung) hören, sprechen Benno Mann und andere Ärzte am Augusta diese Worte in ein Mikro und das Computersystem wandelt den gesprochenen Bericht in eine schriftliche Form um", schreibt die WAZ. Das führe nicht nur dazu, dass die Befunde schneller vorliegen, auch die Qualität der Patientenversorgung werde positiv beeinflusst. Einen Anschub für den Einsatz neuer Technologie könnten die so genannten Transparenzkriterien bewirken.
Bis Ende 2010 sollen alle Heime und Pflegedienste vom „Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK)" auf ihre Qualität hin kontrolliert werden. Um gut abzuschneiden, müssen die Einrichtungen nicht mehr nur eine qualitativ hochwertige Pflege anbieten - auch die Dokumentation über die Betreuung muss stimmen. „Sie muss vollständig und für die Prüfer des MDK nachvollziehbar sein. Die Software OPAS Sozial unterstützt Pflegeheime bei der täglichen Dokumentation. Mit einem Qualitätscontrolling-Modul werden die Transparenzkriterien abgebildet und übersichtlich dargestellt. Das Pflegepersonal hat dadurch die Qualität stets im Blick, Risiken werden leicht erkannt", sagt Thomas Althammer, Bereichsleiter Healthcare und Security Solutions des Berliner ITK-Anbieters Aastra. Das Qualitätscontrolling des Systems erkennt nach Firmenangaben sofort die Defizite und stellt sie durch ein einfaches Ampelsystem dar.
Täglich prüfe die Software automatisch alle Transparenz-Qualitätsindikatoren und gibt eine Statusmeldung. OPAS Sozial sei eine seit Jahren bewährte Software für soziale Einrichtungen: „Sie besteht aus verschiedenen Modulen, die je nach Bedarf einzeln, aufeinander aufbauend oder als Gesamtpaket genutzt werden können. Die Software steht für Qualitätssicherung, Entbürokratisierung und perfekte Dokumentation. Indem das Pflegepersonal die vorhandene Infrastruktur zum Datentransfer nutzt, können die Pflegeleistungen über Telefon, schnurlosem DECT-Telefon, oder per Touchscreen über Netbook, Tablet-PC oder Web-Pad eingegeben werden. Eine nachträgliche Dokumentation am Ende der Schicht fällt weg. Dadurch kann das Personal bis zu 40 Prozent Dokumentationszeit einsparen", so die Erfahrung von Althammer.