Teekannen aus Ton
Im Gegensatz zum Alter des Tees ist die Erfindung der Teekanne noch ziemlich neu. Früher kochte man Wasser in großen Kesseln, nahm ein Stück Teekuchen, diesen löste man im heißen Wasser auf und der Sud wurde in Teetassen verteilt. Später kam Teepulver (Matcha) in Mode, dies wurde dann in einer tiefen Schale mit heißem Wasser und einer Art Schneebesen verquirlt. Das Pulver sank zu Boden und dann konnte man den Tee aus derselben Schale trinken.
Im 13. Jahrhundert wurden die Teeblätter wieder ein gern gesehener Gast und Teekannen wurden populär. Gefäße die Teekannen ähnlich sehen, gibt es in China schon seit tausenden Jahren, aber diese wurden für Wasser und Wein genutzt. Diese Kannen hatten schon einen Handgriff und Ausguss und wurden dann auch zur Teezubereitung genutzt. Teekessel aus der Region Yixing waren zu dieser Zeit die berühmtesten - diese Teekannen wurden aus einem besonderen hochwertigen, rotbraunen Lehm gefertigt, dem sogenannten Purpur-Ton.
Diese Tongefäße dienten als Teekanne aber auch als Trinkgefäß - auch heute ist dies noch so. Besonders in der Ming-Dynastie von 960 - ca. 1600 waren diese Teekannen aus Ton gefragt. Die Yixing Teekannen waren zu dieser Zeit hochbegehrte Luxusgüter und die Handwerker verewigten sich in den bauchigen Gefäßen mit chinesischer Kalligraphie, Literatur und Kunst.
Teekannen wurden in China aus allen möglichen Materialien hergestellt, so gab es Teekannen aus Kristall, Jade, Lack, Achat, Bambus und Porzellan, aber die Yixing Teekannen haben sich durchgesetzt, da sie einfach ewig halten. Jede Teekanne aus dieser Region ist ein Unikat, da diese Teekannen handgefertigt werden. Im Laufe der Zeit nimmt der poröse unglasierte Ton das Aroma des Tees in sich auf, und so sagt man, dass man nach langem Gebrauch der Teekanne nur noch heißes Wasser in die Teekanne füllen brauch um seinen Tee aufzubrühen.
Heutzutage gibt es Teekannen in vielen verschiedenen Variationen, aus Gusseisen, Porzellan, Glas und auch weiterhin aus Ton.
Gregor Purschke