Taschengeld als Grundlage der wirtschaftlichen Erziehung
Damals wie heute ist das
Taschengeld ein hilfreiches Mittel, um Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Geld beizubringen. Wer bereits in jungen Jahren lernt mit Geld umzugehen, der wird auch später wesentlich weniger Probleme damit haben, sich sein Geld einzuteilen und den Überblick über seine finanzielle Situation zu behalten. Die große Frage, die sich Eltern heutzutage stellen ist oft, wieviel Taschengeld für ein Kind angemessen ist. Gerade bei Luxuswaren wie Handys oder der neuesten Mode stellt sich die Frage:
Sollten Eltern dies finanzieren, bzw. gehört dies auch zum
Taschengeld oder sind dies bereits Dinge, die zumindest ein Jugendlicher heute zwangsläufig benötigt, um nicht sozial benachteiligt zu werden? Diese Thematik ist nicht ganz einfach und vor allem nicht zu pauschalisieren, denn je nach Lokalität und vor allem Freundeskreis können die Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen extrem unterschiedlich sein.
Ein Handy wird heutzutage zum Beispiel mehr denn je dazu genutzt, um die sozialen Kontakte zu pflegen und ein Jugendlicher ohne Handy könnte somit passiv isoliert werden. Eine soziale Isolation von Jugendlichen ist hierbei immer ein schleichender Prozess, den Eltern meist erst dann registrieren, wenn es bereits zu spät ist. Alleine schon deshalb ist die wirtschaftliche Erziehung von Kindern so enorm wichtig.
Doch besorgte Eltern stehen z.B. im Internet oft vor riesigen Hürden, wenn es darum geht passende und vor allem aktuelle Informationen zu bieten. In erster Linie versuchen hier Jugendämter aufzuklären und geben Empfehlungen, wieviel Geld ein Kind eines bestimmten Alters bekommen sollte.
Auch in zum Beispiel Foren, Blogs oder auf Erziehungsportalen kann man nach Rat suchen und in den meisten Fällen wird man auch fündig, wenn man nur gut genug sucht. Das große Problem bei all diesen Quellen ist leider häufig, dass die finanzielle Situation der Eltern überhaupt nicht berücksichtigt wird. So sollen nach den Listen der Jugendämter Hartz IV Empfänger ihren Kindern die gleiche Summe zahlen, wie zum Beispiel frischgebackene Millionäre. Es bleibt also immer zu beachten, dass die im Internet vorhandenen Listen niemals zu generalisieren sind. Es wird stets nur angegeben, wieviel
Taschengeld ein Kind eines bestimmten Alterns im Durchschnitt in Deutschland bekommen sollte ohne auf sämtliche weitere Rahmenbedingungen einzugehen.
Es empfiehlt sich also bei der Suche im Internet, dass man die Quellen sammelt, die man finden kann. Dann könnte man sich vergleichsweise alle geboteten Möglichkeiten ansehen und zusammen mit seinen Kindern diskutieren, welcher Bedarf denn nun tatsächlich besteht. Mit Hilfe von gesammelten Quellen und einem Gespräch mit den Kindern/Jugendlichen lassen sich effektiv Lösungen finden, die Bestand haben und die nicht nach kurzer Zeit wieder durch neue alternative Lösungen ersetzt werden müssen.
Stefan Niewald