
Dies ist nicht weiter verwunderlich, bieten diese Konten doch eine attraktive Verzinsung des Guthabens und gleichzeitig die höchst mögliche Flexibilität, weil die Einlagen täglich verfügbar sind. Gerade bei relativ kleinen Anlagesummen, die als Notgroschen gedacht sind, lohnt diese Form der Geldanlage allemal.
Durch den Sparerfreibetrag können die Renditen solcher Anlagen auch ohne Abgeltungssteuer eingefahren werden, sofern der Bank ein Freistellungsauftrag erteilt wurde. Auch für aktive Anleger, die an der Börse spekulieren, lohnen solche Tagesgeldkonten, weil verfügbare Mittel, die nicht in Wertpapieren gebunden sind, so profitabel geparkt werden sollen.
Allerdings sollte ein Tagesgeldkonto nicht die Basis des privaten Vermögensaufbaus darstellen. Denn die Renditen sind nur auf den ersten Blick attraktiv. Zieht man von einem Zinssatz von vier Prozent pro Jahr Steuern und Inflation ab, verbleibt dem Sparer lediglich rund ein Prozent Rendite. Dies langt in keinem Fall.
Die Anlage in Wertpapiere, insbesondere in Aktienfonds, verspricht hingegen abzüglich Steuern und Teuerungsrate ein Plus von rund sechs Prozent im Jahr. Durch den Zinseszins Effekt entsteht dem Inhaber eines Tagesgeldkontos daher ein erheblicher Verlust.
Zur Altersvorsorge taugen diese gerade in der Neukundenwerbung von Banken eingesetzten Produkte also nicht. Im Alter können sie aber gut dazu benutzt werden, ein aufgebautes Vermögen zu parken und nach und nach aufzubrauchen. Hier stellen sie sogar die beste Möglichkeit dar, weil die Anlage in Aktien und Fonds für Senioren keine Alternative darstellt, da diese nicht über den ausreichenden Zeithorizont verfügen, der notwendig ist um eventuelle Verluste aussitzen zu können.
Tagesgeldkonten sollten also im Wesentlichen zum Parken des Notgroschens dienen. Eine echte Anlagestrategie stellen sie nicht dar. Für welche Bank ein Interessent sich dann letztlich entscheidet, spielt eigentlich keine Rolle. Im Internet existieren Seiten, auf denen ein Vergleich der aktuellen Tagesgeldzinsen angestellt werden kann. Sofern die Kontoführung bei dem am besten abschneidenden Institut kostenfrei ist, kann ohne Bedenken das Tagesgeldkonto mit dem höchsten Zinssatz gewählt werden.
Alexander Bertram