Bei einem niedrigen Leitzinsniveau sollten Sie sich auf kurzfristige Geldanlagen, wie Tagesgeldkonten, konzentrieren, um bei steigenden Zinsen flexibel reagieren zu können. Eine längerfristige Anlage würde ihr Kapital dagegen binden. Es ist noch nicht all zu lange her, dass Direktbanken mit Zinssätzen zwischen fünf und sechs Prozent auf Tagesgeldkonten warben. Doch heute, bei einem von der Europäischen Zentralbank festgelegtem Leitzins von nur einem Prozent, gibt es bei Banken und Sparkassen so wenig Zinsen wie nie zuvor.
Dem Tagesgeldportal
tagesgeldzinsen-vergleich.com zufolge zahlen Kreditinstitute im Durchschnitt nur 1,18% auf Tagesgeld, wobei einzelne Anbieter allerdings bis zu 2,5% zahlen sowie für Festgeldanlagen sogar bis zu über vier Prozent. Diese Zinsdifferenzen verleiten viele Anleger zu Fehlentscheidungen, denn wer sein Geld jetzt zu einem festen und damit leider auch unveränderlichen Zinssatz langfristig anlegt, profitiert nicht von plötzlich steigenden Zinsen – und laut Experten werden die Zentralbanken spätestens Ende des Jahres die Leitzinsen wieder erhöhen.
Tagesgeld vs. Festgeld
„Viele Sparer sitzen immer wieder dem gleichen Irrtum auf", so Klaus Holschuh, Chefvolkswirt der Frankfurter DZ-Bank: „In Hochzinsphasen legen sie ihr Geld in Tagesgeld an und in Niedrigzinsphasen schichten sie es dann in langfristige Anlagen um."
Da die Zinssätze für Festgeldanlagen derzeit auf einem Tiefpunkt angelangt sind, lohnt es sich kaum noch, Geld langfristig anzulegen – denn wer sich früh „festlegt", kann verlieren.
Bis zum Anstieg der Leitzinsen ist Kurzzeitanlegern daher eher eines der vielen Tagesgeldangebote verschiedener Banken zu empfehlen. Wer mehr Zinsen für sein Geld möchte, wird anhand eines Tagesgeldvergleichs feststellen, dass die besten Anbieter genauso „hohe" Zinsen bieten wie die Festgeldanlage der meisten Banken derzeit verspricht.
Sollten die Experten Recht behalten und die Zinsen Ende des Jahres wieder steigen, empfiehlt es sich Sparern, ihr Geld bis zur „Zinswende" auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Sparer, die ihr Geld nicht kurzfristig benötigen, können es auch für ein halbes Jahr festlegen und dann, wenn die prognostizierten höheren Zinsen kommen, eine längerfristige Anlage wählen.
Zwar bekommen Sie bei der sechsmonatigen Anlage weniger Zinsen als auf dem Tagesgeldkonto, haben aber den Vorteil, dass die – wenn auch niedrigen – Zinsen für die Festgeldanlage während der Anlagezeit garantiert sind und nicht weiter fallen. Sparer, die jedoch flexibel bleiben möchten, verlieren bei einer Anlage auf einem Tagesgeldkonto gegenüber dem Festgeldkonto nur sehr wenig.
Autorin: Cornelia Lohs