Wer sein Geld auf einem Tagesgeldkonto anlegt, hat wie die meisten Anleger das Ziel, das eigene Geld zu vermehren. Beim Tagesgeld sind wie bei anderen Anlagen auch die Zinsen ausschlaggebend, wenn es um die Vermehrung des Geldes geht. Je höher die Zinsen sind, umso höher fällt am Ende auch der Zinsertrag aus. Tagesgeld-Hopper machen sich den Umstand zunutze, dass der Zinssatz beim Tagesgeld variabel ist und von den Banken jederzeit geändert werden kann. Hinzu kommt, dass man beim Tagesgeld weder Laufzeiten noch eine Kündigungsfrist einzuhalten hat. Anleger können den Anbieter also jederzeit wechseln. Welche Tagesgeldkonten Spitzenwerte bei den Zinsen aufweisen, findet man in der Regel mit Hilfe eines Vergleichs heraus.
Findet man ein Tagesgeldkonto mit besseren Zinsen, wird das Tagesgeldkonto einfach gewechselt. Dafür lässt man sich sein gesamtes Guthaben auf das eigene Referenzkonto - das ist zumeist das eigene Girokonto - überweisen. Anschließend wird das neue Tagesgeldkonto eröffnet und man überweist den gesamten Betrag dorthin. Nun möchte man natürlich von den höheren Zinsen profitieren. Doch die Frage ist, ob sich der Aufwand, der mit der Kündigung des alten Tagesgeldkontos und der Eröffnung des neuen Tagesgeldkontos einhergeht, überhaupt lohnt.
Tagesgeld unterscheiden sich oftmals nur um wenige Prozentpunkte. Ob sich ein Wechsel bei einem Zinsunterschied von wenigen Prozentpunkten überhaupt lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Es ist sicherlich so, dass ein höherer Zinssatz auch eine höhere Rendite bringt. Geht man aber beispielsweise von einer Anlagesumme von 1.000 Euro aus und der Zinsunterschied zwischen dem alten Zinssatz von 2,20% und dem neuen Zinssatz von 2,40% beträgt genau 0,20%, so ergibt sich eine Differenz in der Zinsgutschrift von gerade einmal 2 Euro. In diesem Fall muss man sich dann fragen, ob sich der zeitliche Aufwand überhaupt gelohnt hat. Anders sieht es dagegen aus, wenn man die Rechnung mit 100.000 Euro macht. Dann ergibt sich eine Differenz von 200 Euro. Dafür kann sich der Aufwand des Tagesgeld-Hoppings dann durchaus lohnen. Hier muss also jeder im Einzelfall entscheiden, inwiefern er bereit ist für den jeweiligen Betrag Zeit zu investieren und die Tagesgeldkonten zu wechseln.
Wer regelmäßig Tagesgeld-Hopping betreibt, unterhält oftmals mehrere Tagesgeldkonten bei verschiedenen Banken und überweist das eigenen Kapital ganz nach Bedarf und Zinssatz von Bank zu Bank. Das ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn jedes dieser Tagesgeldkonten kostenlos geführt werden kann.
Wolfgang Heinze