Gleiche Chance für Kinder
Tage Morgen, Herr Zöllner SPD?
Als Fachmann wissen Sie das: Es gibt Kinder, die von Geburt an Probleme haben. Schon als Säugling sind sie erkennbar in ihrer Entwicklung verzögert. Viele werden ständig in den Sozialpädiatrischen Zentren oder Kinder- und Jugendambulanzen der Stadt betreut. In den dortigen Frühförderungen werden sie professionell unterstützt. In mehrfachen Tests wird dann oft eine Lernbehinderung diagnostiziert, oft in Teilbereichen. Diese für die Kinder nicht immer angenehme Prozedur führt immerhin zum "anerkannten Förderbedarf". Und damit zu einer dauerhaften, professionellen und vor allem kostenlosen Hilfe für die Kinder und deren Familien.
Während hör- bzw. sehgeschädigte Kinder sowie geistig und körperlich behinderte Kinder sich bei der Einschulung auf diesen Förderbedarf stützen können, endet die Hilfe für Kinder mit dem Förderschwerpunkt "Lernen" und "Emotionale und soziale Entwicklung" mit dem Tag der Einschulung. Mindestens zwei Jahre lang sind diese Kinder wieder "gesund". In der Schuleingangsphase soll nämlich wieder eine Diagnose gestellt werden - übrigens mit den personellen Ressourcen, die wir in diesem Rahmen bereits heftig kritisiert haben. Wenn die
kompetenten Spezialisten mit ihrem großzügig bemessenen Zeitbudget in den Schulen dann - wieder mit mehreren Tests - ihr Fazit gezogen haben, wird ab der dritten Klasse wieder ein Förderbedarf anerkannt.
Die Folge: Die Kinder sitzen zusammen mit 24 bis 28 Kindern in einer Klasse, und kämpfen mit dem Lesen- und Schreibenlernen. Weil die Verarbeitung im Hirn nicht richtig funktioniert, macht das "Chaos im Kopf" aus Wörtern Buchstabensalat. Oder die Kinder sind belastet mit einer auditiven Wahrnehmungsstörung - was bedeutet, dass sie Nebengeräusche nicht wahrnehmen, alles ist gleich laut.
Ohne Unterstützung durch Fachpersonal haben diese Kinder nicht den Hauch einer Chance. Im Gegenteil: Sie durchlaufen die Schulanfangsphase nicht in zwei Jahren, sondern in drei, was das Martyrium noch zusätzlich verlängert. Wenn sie dann in der dritten Klasse ankommen, haben sie den Anschluss längst verloren. Wir nennen so etwas böswilliges Zurücklassen. " PS : eine VATER AUS SPANDAU