
Sie sorgen für heftige Diskussionen – die Schulkleidung. Wie im realen Leben so üblich, für alles gibt es ein Für und Wider. Aus diesem Grund haben sich bundesweit nur wenige Schulen an dem Pilot-Projekt beteiligt, das die Einführung einer einheitlichen Schulkleidung beinhaltet.
Im Gegensatz zu dem fernen Ausland, in denen vollständige Schuluniformen in den Statuten der Schulen verankert sind, hat man sich in Deutschland darauf geeinigt, nur für eine einheitliche Oberbekleidung Sorge zu leisten, die aus T-Shirts,
Polo Shirts und Sweatshirts bestehen soll. Erste Erfahrungsberichte besagen, die Schüler haben ihre Aggressionen besser im Griff und sie können sich auch besser auf den Unterricht konzentrieren.
In Wiesbaden hingegen wurde ein Testlauf bereits abgebrochen, denn die Zehntklässler froren im Winter in ihren dünnen T-Shirts. In Berlin hingegen wurden den Trägern der Polo Shirts Prügel angedroht – nach dem Motto „die mit den gelben
Polo Shirts lassen wir nicht in den Bus". Hierbei handelt es sich aber um Einzelfälle, die normalerweise mit einfachen Mitteln hätten behoben werden können.
Schuluniformen beseitigen aufkommende Klassenunterschiede – das war die Grundidee. Je mehr die Kluft sich zwischen armen und reichen Eltern auftut, umso stärker verhärtet sich die Problematik. Die momentane Grundsituation an deutschen Schulen ist diejenige, je teurer und extravaganter die Kleidung ist, umso angesagter und umso beliebter ist die jeweilige Person. Dieses Verhalten kupfern die Schüler zumeist bei ihren Eltern ab. Auch sie sind der Meinung, je größer das Auto und je größer das eigene Haus ist, umso wichtiger wird man vom eigenen Umfeld auch gesehen. Dass dies ein Irrtum darstellt, und dass diese Tatsache meistens in Neid und Missgunst endet, dürfte jeder nachvollziehen können.
Das Fatale in den Klassenunterschieden ist darin zu sehen, nicht der eigentliche Grundcharakter eines Menschen steht an erster Stelle, sondern ein Mensch ist das, was er an materiellen Dingen aufzuweisen hat...
Oliver Bunzheim