Es geht darum, Bilder einer möglichen, datenmäßig vielfach noch ungewissen Zukunft abzubilden. Die Namensgebung für Szenariotechniken erfolgte in Anlehnung an die Szenenbeschreibungen in Filmdrehbüchern: ein Szenario ist die Beschreibung einer vorstellbaren zukünftigen Situation. Wer in diesem Umfeld unternehmensinterne und -externe Informationen schneller generieren und sie für strategische und operative Entscheidungen und Prozesse nutzen kann, kann hieraus am sichersten Wettbewerbsvorteile schöpfen. Aus der Sicht des Unternehmens stellen sich diese Risiken umso komplexer dar, da sie quasi zeitgleich wirksam werden, sich wechselseitig beeinflussen und sich in ihrer Wirkung teils auch gegenseitig verstärken/beeinträchtigen können. Mit einer Risikoanalyse werden Szenarien Eintrittswahrscheinlichkeiten zugeordnet. Vgl. zu strategischen Perspektiven u.a. Jörg Becker: Strategie-Check und Wissensbilanz – Wirkungsbeziehungen transparent machen, Erfolgspotentiale ausloten, ISBN 978-3-8370-7305-8.
Ziel der Szenariotechnik ist es, auf ökonomische Problematiken übertragen, ebenfalls Bilder einer möglichen Zukunft darzustellen. Von der Gegenwart ausgehend werden in einer Lageanalyse Wahrscheinlichkeitsgrade ermittelt, nach denen sich sowohl interne als auch externe Einflussfaktoren innerhalb der nächsten Zeit verändern werden. Es wird ein Entwicklungsverlauf aufgezeigt, der zu einer bestimmten Zukunftssituation führt: jeweils unter der Annahme, dass die Einflüsse heute geltender Tatbestände (Gesetzte, Technik, Kundenverhalten) mit fortschreitender Zukunft immer mehr abnehmen werden. Während in den Strukturen der Gegenwart Störereignisse meist noch keine Rolle spielen, nehmen mit zunehmender Erweiterung dieses Zukunfts-/Zeittrichters gleichzeitig die Ungewissheit von Informationen und damit auch die Unsicherheit hinsichtlich des Eintreffens von Voraussagen zu: in der ganz weiten Zukunftsferne wird nahezu alles möglich. Vgl. zu grundsätzlichen Maßnahmenpotenzialen u.a. Jörg Becker: Wissensbilanz und Geschäftsplanung, ISBN 978-3-8370-7564-9.
Die wirkliche Entwicklung wird sich zwischen den Randpunkten des Möglichkeitsraumes, d.h. zwischen optimistischen und pessimistischen Extremszenarien liegen, einstellen. Als zweites könnte deshalb ein wahrscheinliches Szenario als Trendverlängerung der heutigen Sicht fortgeschrieben werden. Zur Abrundung sollte dann noch mindestens ein Szenario mit möglichen Störereignissen für ein neues Zukunftsbild aufgenommen werden. Je umfassender sich das Unternehmen mit diesen möglichen Informationsszenarien auseinandersetzt, desto größer ist der zu erwartende Nutzen für die Meinungsbildung hinsichtlich zukünftiger Potenziale. Vgl. zu grundsätzlichen Entscheidungstechniken u.a. Jörg Becker: Entscheidungstechniken als Krisenschutz – Erfolg=Summe richtiger Entscheidungen, ISBN 978-3-8391-2906-7
Jörg Becker
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