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Sylt - Zwischen Naturschutz und Touristen

Autor: Desiree-Sophie | Erstellt am: 04.08.2011 | Gelesen: 498
Kategorie: Reisen - Urlaub & Tourismus | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Zu retten ist die Insel schon lange nicht mehr, aber wie wird es weiter gehen?

In Deutschland gibt es wohl kaum eine andere Insel die so vom Tourismus gezeichnet ist wie die Nordseeinsel Sylt.  Hier ticken die Uhren irgendwie anders als im Rest der Republik.

In der Hauptsaison gibt es auf der ganzen Insel mehr Autos als Einheimische und genau dieser Wandel ist erschreckend. Täglich kommen neue Touristen auf die Insel. Die Meisten von ihnen fahren ab Niebüll mit dem Autozug auf die Insel, zwei mal die Stunde, mindestens 70 neue Autos. Davon sind natürlich auch einige Einheimische, aber trotzdem sind diese Zahlen meiner Meinung nach erschreckend. Und dann gibt es da noch die Touristen, die mit den normalen öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Insel gelangen, doch auch die Züge des NOB (Nord-Ostsee-Bahn) sind meist hoffnungslos überfüllt. Nicht zu vergessen ist dann aber auch noch die tägliche Fluganbindung. Jeden Tag landen hier mindestens drei Flugzeuge der Air Berlin oder der Lufthansa. Und genau für diese Touristen gibt es dann auf der ganzen Insel noch einen Autoverleih mit über (!) 500 Autos. Da kommt es doch gerade noch besser, dass die Sansibar in Kooperation mit Mercedes Benz kostenlose Probefahrten über die Insel anbietet.

So etwas wie ein autofreies Wochenende ist auf der Insel längst unmöglich geworden. Denn dafür ist es zu spät, der Zug ist abgefahren und das nicht erst seit zehn Minuten. Dieser Wandel hat sich über Jahre vollzogen und genau dieser ist nicht mehr aufzuhalten. Doch wird dabei überhaupt noch an die Einheimischen, die Insulaner gedacht? Wohl kaum. Wenn ich als ehemals Einheimische mit den Insulanern spreche höre ich leichten Wehmut an die "alten" Zeiten.

Denn für die Touristen wird immer mehr gemacht, während die Einheimischen auf der Strecke bleiben. Die Insel wird immer unbezahlbarer und auch die Lebenshaltungskosten sind hier mindestens um ein viertel teurer als auf dem circa 30 Minuten entfernten Festland. Doch da beginnt auch schon das nächste Problem. Der Autozug kostet zwar für Einheimische "nur" 43 Euro während der Tourist fast das Doppelte zahlt, aber auch das ist für Normalverbraucher auf Dauer kaum tragbar. Der letzte Zug nach Niebüll fährt um halb neun, der letzte zurück auf die Insel um elf. Wer den dann verpasst hat, hat eben Pech gehabt und muss bis zum nächsten Morgen auf dem Festland ausharren.

Doch es gibt auch die schönen Seiten der nördlichsten Insel Deutschlands. Wohl kaum eine Insel hat so viele Naturschutzgebiete, um die sich auch gekümmert wird wie Sylt, um mit dem Weißen Kliff und der Kampener Vogelkoje nur ein paar zu nennen. Genau so wird die Insel so stark wie keine andere von den Gezeiten geprägt. Jedes Jahr müssen Tonnen von Sand vorgespült werden, damit das Wasser die Häuser nicht bedroht. Jeder Sturm bedeutet neue Gefahren vor einer Sturmflut, die Strandkörbe müssen ganz nah an die Promenade gestellt werden, damit sie nicht auf das Weite Meer heraus getragen werden.
Es ist eben ein Leben am Limit, das Leben auf der Insel Sylt. Doch genau das ist es wahrscheinlich, was die Insel so attraktiv macht. Im Sommer wird die Insel von Touristen überspült, im Winter sieht man kaum eine Menschenseele.

Wir werden sehen, was die Zukunft für die Touristen und vor allem für die Einheimischen bringt. Verändern können wir diese schon lange nicht mehr.

04. August 2011, Désirée-Sophie Lepell
 
 
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