Ein Salzburger in Wien: Der Suzuki Swift im autonet.at-Intensivtest.
Die neue Generation des Suzuki Swift ist da. Das ist aber noch lange kein Grund für bestehende Swift-Fahrer in Gezeter auszubrechen, wutentbrannt in die Garage zu marschieren und mit dem Vorschlaghammer auf das liebgewonnene Gefährt einzudreschen, weil man denkt, das Auto würde nun mächtig alt aussehen im Vergleich zum Neuen. Beim aktuellen Modellwechsel sind die Japaner bei weitem nicht so radikal vorgegangen, als es 2005 der Fall war. Das Design wurde in seinen wesentlichen Zügen beibehalten und nur im Detail etwas aufgefrischt. Die ausschlaggebenden Änderungen spielen sich auf anderen Ebenen ab: beim Platzangebot, bei der Innenraumanmutung, beim Fahrverhalten, beim Spritverbrauch, bei der Ausstattung und nicht zuletzt bei der Sicherheit.
Feinschliff für das Design
Beginnen wir aber beim Styling. Als 2004/05 der neuen Swift vorgestellt wurde, bekam das Publikum die moderne Interpretation des Mini-Konzepts serviert. Breite Spur, kurzer Radstand, runde Motorhaube, deutlich abgesetzter Passagierraum und ein knackiges Heck – freundliches und dynamisch-sportliches Auftreten zugleich. Der Erfolg manifestierte sich in 1,8 Millionen produzierten Einheiten, die in über 100 Ländern verkauft wurden. Die nächste Swift-Generation schickt sich nun an, diesen Erfolg weiterzuführen. Das Design wird dabei nur in Nuancen geändert. An der Front fallen die runder gestalteten und weit in die Seitenflanken gezogenen Scheinwerfer auf. Etwas mehr Schwung haben auch die Einfassungen der Nebelscheinwerfer bekommen. Von den Scheinwerfern ausgehend zieht sich nun eine feine Linie in leichtem Bogen um den unteren Lufteinlass. Beim Heck kommen ebenfalls neu gestaltete größere Scheinwerfer zum Einsatz. Die Heckklappe wurde etwas runder gestaltet. Statt eines sichtbaren Griffs, ist der Öffnungsmechanismus nun in die Kante oberhalb der Kennzeichenhalterung verschwunden.
An der Front stechen die neuen Scheinwerfer ins Auge. Sie ziehen sich
nun weiter in die Seitenflanken hinein.
Von ihnen ausgehend führt eine
feine Linie um den unteren Luftauslass herum.
Eine schwungvollere
Linienführung wurde auch den Nebelscheinwerfern zuteil. Sie sind im
Topmodell deluxe serienmäßig.
Dynamischer gestaltete Scheinwerfer kommen auch beim Heck des neuen
Swift zu tragen.
Die Heckklappe wirkt flächiger. Der Öffnungsmechanismus
ist nun in die Kante oberhalb der Kennzeichenhalterung verschwunden.Zugewinn beim Platzangebot
Deutlichere Auswirkungen ergeben sich durch das Wachstum in der Länge. Der neue Swift hat um neun Zentimeter zugelegt und misst nun 3,85 Meter. Gleichzeitig ist der Radstand um sieben Zentimeter gewachsen. Das freut in erster Linie die Passagiere, genießen sie doch nun ein besseres Platzangebot. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sich im Fond wie in einer Oberklasse-Limousine fühlen würde. Dafür sind die Grenzen in der Kleinwagen-Klasse zu eng gesteckt. Eine Verbesserung des Platzangebots ist aber spürbar. Die Sitze bieten außerdem auch mehr Komfort. Man sitzt nach wie vor relativ aufrecht. Die Polsterung ist angenehm und der Seitenhalt ebenfalls verbessert. Das Kofferraumvolumen hat leicht zugelegt. Bei fünfsitziger Bestuhlung sind es 211 Liter (plus zehn Liter). Durch einfaches Umklappen der Fondlehnen können bis zu 902 Liter in das Ladeabteil gepackt werden. Das Schöne daran: der Laderaumboden ist flach und durch keine Stufe, hervorgerufen von den Rücksitzen eingeschränkt.
Das Grundkonzept, das als moderne Interpretation des Mini verstanden
werden kann,
kommt auch beim neuen Swift zum Tragen. In der Länge hat er
aber um neun Zentimeter zugelegt.
Der Radstand wuchs um sieben
Zentimeter. Das bedeutet, dass sich das Platzangebot verbessert hat.
Dem Kofferraum wird ein wenig mehr Volumen eingeräumt. Er fasst bei aufrechten Rücksitzlehnen 211 Liter.
Durch einfaches Umlegen der Lehnen wächst der Stauraum auf bis zu 902 Liter an.
Der Ladeboden ist flach und wird nicht durch die umgelegten Rücksitze eingeschränkt.Aufwertung für das Interieur
Die augenscheinlichsten Änderungen werden Fahrer eines nun alten Swift im Innenraum erkennen. In dezentem Schwarz war das Armaturenbrett bereits bei ihrem Modell gehalten, nun vergönnen die Designer dem Swift allerdings auch Applikationen in Alu-Optik. Die Mittelkonsole wurde neu gestaltet, die Übersichtlichkeit und Einfachheit der Bedienung aber beibehalten. Oberhalb der mittleren Lüftungsauslässe gibt es nun auch ein Ablagefach mit Deckel. Das Instrumentenfeld hat ebenfalls einen neuen Look bekommen und wurde um ein mittig platziertes Info-Display erweitert. Frisches Styling gibt es auch für das Lenkrad, das ab der zweiten Ausstattungsstufe special in Leder ausgeführt ist und für das ebenfalls ab dieser Stufe serienmäßige CD-Radio Bedientasten bietet. In der deluxe-Version gibt es einen Tempomat, der ebenfalls vom Lenkrad aus gesteuert werden kann. Die Klimaanlage ist ab special manuell, ab deluxe als Klimaautomatik ausgeführt. Der etwas unangenehme Geruch, den die Klimaautomatik im Neuwagen ausströmt, trübt den guten Qualitätseindruck ein wenig. Insgesamt ist aber eine deutliche Steigerung beim Komfort erkennbar.
Einen deutlichen Sprung in der Qualitätsanmutung vollzieht Suzuki beim
Innenraum des Swift.
Die Verarbeitung wirkt hochwertig. Das Cockpit ist
übersichtlich und aufgeräumt.
Die Bedienelemente sind groß ausgeführt
und leicht erreichbar.
Die Anzeigentafel wurde ebenfalls neu gestaltet. Zwischen den Rundinstrumenten ist nun Platz für ein Info-Display,
das über Außentemperatur, Reichweite und Verbrauch Auskunft gibt.
Die Mittelkonsole hat nun einen feinen Schwung bekommen. Unterhalb des CD-Radios befindet sich
der Steuerung der Klimaautomatik, ebenfalls Teil der Serienaussstattung in der deluxe-Version.
Die special-Modelle müssen mit einer manuellen Klimaanlage auskommen.Durststopper
Wer nur auf die Leistungsangaben schaut, wird bei der Motorisierung keine Änderungen erkennen. 90 PS hatte der Vorgänger und hat auch der neue Benzinmotor. Statt 1,3 Liter Hubraum begnügt er sich aber nun mit 1,2 Liter. Das Drehmoment steigerte sich leicht um zwei Newtonmeter auf 118. Gravierend und begrüßenswert ist dagegen die Verbrauchseinsparung. Gönnte sich der alte Motor noch 5,8 Liter sind es nun exakt fünf Liter im Durchschnitt. Noch einmal 0,1 Liter kann einsparen, wer sich für 400 Euro Aufpreis für das Start-Stopp-System entscheidet. Gleichzeitig bekommt man dann auch vier PS Leistung zusätzlich spendiert. Steht das Fahrzeug und ist der Leerlauf eingelegt, stellt sich der Motor von selbst wieder ab. Bei Betätigung des Kupplungspedals springt der Motor dann umgehend wieder an. So lassen sich auch im Stadtverkehr Verbrauchswerte um die sechs Liter erzielen.
Unter der Haube arbeitet ein neuer Vierzylinder-Benzinmotor. Bei
geringerem Hubraum wie der Vorgänger
kommt er ebenfalls auf 90 PS
Leistung. Beim Verbrauch erzielt er allerdings eine Einsparung von 0,8
Liter und
verbraucht im Schnitt nur fünf Liter. Für 400 Euro Aufpreis
bietet Suzuki ein Start-Stopp-System an.
Dabei sinkt der Verbrauch auf
4,9 Liter, die Leistung steigt auf 94 PS.
Erhöhter Fahrkomfort
Im Betrieb ist der Motor angenehm ruhig. Hier merkt man, dass Suzuki einiges in die Schalldämmung investiert hat. Die Leistung des Motors ist ausreichend. Beim Fünfgang-Schaltgetriebe haben die Techniker auf verbesserten Schaltkomfort geachtet. Ähnlich angenehm fällt die Lenkung aus, die leichtgängig und präzise ist. Positiv bemerkbar machen sich auch die Änderungen am Fahrwerk. Die Karosserie als ganzes wurde steifer. Verstärkte Fahrwerksaufhängungen und eine Neuauslegung der Dämpfer- und Querstabilisator-Abstimmung unterdrücken Wankneigungen. Dank der breiten Spur liegt der Swift sehr satt auf der Straße und nähert sich so noch mehr einem Orientierungspunkt hinsichtlich Fahrdynamik in dieser Klasse an – dem Mini. Die Lust auf mehr, auf eine neue Sport-Variante des Suzuki Swift ist geweckt und sollte von den Japanern spätestens im nächsten Jahr gestillt werden. Schon etwas früher kann man mit der in Österreich sehr beliebten Allradversion rechnen.
Kompromisslos sicher
Sparen beim Verbrauch, aber nicht bei der Sicherheit, heißt es auch beim neuen Swift. Die erhöhte Karosseriesteifigkeit ist nur ein Punkt im Sicherheitsprogramm. Wo andere Hersteller Aufpreis verlangen oder eine Leerzeile im Datenblatt haben, bietet der Swift ab der Basisversion ESP serienmäßig. Gleiches gilt für das Airbag-Angebot. Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags sowie ein Fahrer-Knie-Airbag sind in allen Versionen serienmäßig. Darum erhielt der Swift auch beim EuroNCAP-Crashtest die Höchstbewertung von fünf Sternen.
Von spartanisch bis üppig
In der Basisversion ab 9990 Euro (Aufpreis für den Fünftürer jeweils 500 Euro) hält sich der Swift bei der Ausstattung noch relativ zurück. Abgesehen vom vollständigen Sicherheitsprogramm gibt es im Wesentlichen noch ein höhenverstellbares Lenkrad, Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn, eine im Ganzen umlegbare Rücksitzlehne und Tagfahrlicht. Im Modell special ist das Lenkrad dann schon aus Leder und mit Audio-Bedientasten ausgestattet. Weiters an Bord: Komfortblinker, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Klimaanlage, CD-Radio, USB-Schnittstelle, Sitzheizung, höhenverstellbarer Fahrersitz, geteilt umlegbare Rücksitzlehnen, elektrisch einstellbare Außenspiegel. Das ganze kommt dann auf einen Preis von 12.990 Euro (Fünftürer). Die deluxe-Version steht als Fünftürer mit 14.290 Euro in der Preisliste. Dafür bekommt man aber auch zusätzlich Tempomat, elektrische Fensterheber hinten, Keyless Start inklusive Start-Knopf, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Alufelgen. 400 Euro für das Start-Stopp-System und 320 Euro für die Metallic-Lackierung müssen bei unserem Testwagen noch draufgeschlagen werden.
von Thomas Weibold, autonet.at