Regensburg - Ein Senfhersteller mit eigenem Fanclub: Der Weltmarktführer für süßen Weißwurstsenf. Fo
Regensburg (obx) - Auch wenn manchen die Wirtschaftskrise auf den Magen schlägt: Der Appetit auf den süßen Senf aus bayerischer Produktion ist den Feinschmeckern auf der ganzen Welt in Zeiten der Finanzkrise offensichtlich nicht vergangenen. Der Weltmarktführer Händlmaier in Regensburg vermeldet sogar neue Produktionsrekorde für den deftig-süßen Weißwurstbegleiter. „Der Senf ist eben krisensicher", sagt Tilman Müller, der Marketingleiter der Luise Händlmaier Senffabrikation im Norden Regensburgs.
Von Stellenabbau, Wirtschaftskrise und Kurzarbeit ist in der Senffabrik nördlich von Regensburg nichts zu spüren: Hier rattern die Maschinen auf Hochtouren, weil Senf nicht nur in guten sondern auch in schlechten Zeiten eine gern gekaufte Delikatesse ist. Weil die Leute nun öfter zu Hause essen, würde öfter wieder zu Hause gekocht, vermutet der Händlmaier-Marketingleiter.
Der süße Senf hat es heute weit über den Weißwurstäquator zu Berühmtheit gebracht. In über sechzig Ländern der Welt steht der dunkelbraune, grobkörnige Bayern-Senf inzwischen in den Regalen der Delikatessenhändler. Sogar in Japan und China finden immer mehr Gourmets Geschmack an einer urbayerischen Spezialität, dem süßen Weißwurst-Senf.
Regensburg hat sich zum Mekka des süßen Wurstbegleiters entwickelt. Der Hersteller Händlmaier hat seinen Umsatz in den letzten 15 Jahren verzehnfacht. Das Rezept aus Urgroßmutters Küche wird inzwischen bewacht wie die Kronjuwelen der englischen Königin: Nur wenige Eingeweihte kennen es. Der vergilbte 90 Jahre alte Zettel liegt mehrfach gesichert in einem Stahlsafe.
Mit seinem Senf hat sich das Regensburger Familienunternehmen gegen alle Senf-Riesen Deutschlands durchgesetzt. Senfmehl, Zucker, Essig, Gewürze und Wasser: Die Zutaten sind bekannt. „Doch die Mischung macht's", bekennt Händlmaier-Marketingleiter Tilman Müller. Mehr als eine Million Gläser mit der bis heute streng geheim gehaltenen Ur-Rezeptur produziert der Weltmarktführer für die süße, typisch bayerische Senfspezialität pro Woche nach eigenen Angaben.
Vor 90 Jahren rührte Johanna Händlmaier, Frau eines Regensburger Metzgermeisters, die Kreation erstmals in einer großen Schüssel in ihrer Küche zusammen. Erst seit gut zehn Jahren wird die dunkelbraune Masse nicht mehr mit der Schöpfkelle abgefüllt. Ingesamt fünf Millionen Euro will Händlmaier-Urenkel Franz Wunderlich in die Modernisierung der Produktionshallen investieren. Rund ein Dutzend neue Mitarbeiter hat der „Senfkönig" in den letzten beiden Jahren eingestellt.
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