Suchtverhalen Esoterik Branche
Kann die Esoterikbranche, bekannt durch Kartenlegen, Hellsehen und Wahrsagen, wirklich zu Suchtverhalten führen? Die Antwort auf diese Frage lautet eindeutig Ja.
Die Esoterikbranche mit der Zigaretten – oder Alkoholindustrie zu vergleichen mag einer jeden Person sehr komisch vorkommen, obwohl alle drei Industriezweige eines gemeinsam haben: Sie können, bei unkontrolliertem Verhalten von gefährdeten Personen, Suchtverhalten auslösen.
Mittlerweile gibt es einige Anrufer die pro Monat ca. 1000 Euro für professionelle Kartenlegen und Hellsehen Portale ausgeben. Dieser Betrag ist sehr hoch, vor allem wenn man bedenkt dass ein durchschnittlicher Angestellter ca. 1300 – 1700 Euro brutto pro Monat verdient. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben sowie den monatlichen Ausgaben für Miete, Strom, Lebensmittel, etc. bleibt oft nicht mehr viel Spielraum für finanzielle Sicherheit. Manche Leute gehen sogar noch einen Schritt weiter und greifen auf ihre Ersparnisse zurück um ihre Wahrsagen oder Kartenlegen Beratungen weiterhin in Anspruch nehmen zu können…
Obwohl diese Anrufer oft täglich mit allerhand Kartenlegern, Wahrsagern und Hellsehern telefonieren und oft mehrmals dieselben Fragen stellen (und somit die Antworten eigentlich schon auswendig kennen) verspüren sie weiterhin den Drang, täglich zum Telefonhörer greifen zu müssen. Leider gibt es für diese Art von Anrufer keinen Schutz denn, obwohl die meisten Anrufer automatisch für den 0900 Telefonzugang gesperrt werden (wegen unnatürlichem Telefonverhalten), können sie einfach weiterhin über den Lastschriftzugang von dem jeweiligen Beraterportal telefonieren.
Leider muss hier erwähnt werden, dass viele Portalbetreiber überhaupt keine Lust haben irgendwelche Limits zu setzen oder Sicherheitsstandards einzuführen, da deren Interesse nur darin liegt möglichst viel Gewinn mit Wahrsagen und Co. Zu machen. Das Wohl der Anrufer, was bei einer Lebensberatung die höchste Priorität sein sollte, wird völlig vernachlässigt und teilweise bewusst ignoriert.
Natürlich möchten wir an dieser Stellte nicht die ganze Schuld auf die Portalbetreiber abwälzen, aber es wäre sehr angebracht wenn manche Portalbetreiber, falls sie verantwortlich handeln würde, den Zugang ihrer Kunden, die ein außergewöhnliches Anrufverhalten aufweisen, sperren würden um die Kunden vor sich selber zu schützen. Manche Anrufer weisen leider ein derartiges Suchtverhalten auf und können ihre Sucht ohne eine professionelle Therapie nicht mehr alleine überwinden.
Leider gibt es in den Weiten des Internets viele Kartenlegen und Hellsehen Lines deren Geschäftsmodell auf genau diesen Pfeilern beruht. Die größeren Portalen haben nämlich schnell erkennt, dass man in der Kartenlegen-Branche mit treuen Stammkunden und vor allem mit Anrufern die suchtähnliche Muster aufweisen, schnell und vor allem viel Geld verdienen kann.
Natürlich gibt es auch noch zahlreiche ehrliche Wahrsagen und Beraterportale die wirklich Wert auf das Wohl ihrer Kunden legen und zahlreiche Sicherheitsstandards wie automatische Sperrung nach Erreichen einer gewissen Minutenzahl, Warn-Emails, etc. eingerichtet haben. Trotzdem wäre es angebraucht einen Appell an alle Portalbetreiber auszusprechen um ihre Kunden verantwortungsvoll zu beraten; dies würde z.B. die Einrichtung von Sicherheitsstandards wie Anruflimits, etc. erfordern.
Die Esoterikbranche ist in den letzten Jahren, bedingt durch den großen Konkurrenzdruck, sehr hart geworden ist und viele Leute haben erkannt, dass man mit Kartenlegen und Hellsehen viel Geld verdienen kann, aber gerade bei einer Lebensberatung sollte doch das Wohl des Kunden am wichtigsten sein! Das Fördern eines Suchtverhaltens trägt aber definitiv nicht dazu bei...