Die Tageszeitungen sehen sich immer größeren Gefahren durch Online-Medien ausgesetzt. Natürlich gibt es noch den klassischen Leser, der jeden Morgen zum Frühstück durch die Seiten blättert, sich anschließend die Druckerschwärze von den Fingern wischt und im Büro über die gerade gelesenen Inhalte debattiert. Immer öfter trifft er dort aber Personen, die ihre Nachrichten nicht auf Papier sondern einem Bildschirm bekommen haben. Dank immer schnellerer Datenverbindungen und insbesondere dem mobilen Internet greifen viele Leute auf PC, Mac und Smartphone zurück um sich zu belesen. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Papier, mehr Aktualität und so gut wie keine Kosten.
Die Zeitungsverlage sehen sich also einer wachsenden Konkurrenz aus den digitalen Medien ausgesetzt. Natürlich mischen sie auch dort kräftig mit. Und nicht selten haben Papier- und Online-Zeitungsleser die gleichen Artikel gelesen. Aber die Papierzeitung ist nicht zuletzt wegen der hohen Werbeeinnahmen eine wichtige Geschäftseinheit für die Verlage. Deshalb versuchen sie bereits jene zu binden, die gerade erst damit anfangen sich für Nachrichten zu interessieren: Studenten.
Nahezu jeder Verlag bietet Studenten Vergünstigungen für Abonnements. Teilweise sind das bis zu 50% geringere Kosten, die die jungen Leute zahlen. Dem Studentenabo liegen nicht selten auch Prämien wie iPods, Reisesets oder Gutscheine bei. Auf jeden Fall, wenn man sich von einem Dritten werben lässt, der wiederum selbst kein Abonnent sein muss. Der Hintergrund für die Studentenrabatte ist der folgende: Die Verlage spekulieren darauf, dass die Studenten, sind sie einmal Absolventen, sich so sehr an die Zeitung gewöhnt haben, dass sie diese weiterlesen möchten. Der höhere Preis soll dann gern in Kauf genommen werden, schließlich kann eine Zeitung langfristig zur Weiterbildung beitragen.
Auf der anderen Seite steigern die Verlage so ihre aktuelle Auflage und können weitere Werbepartner anziehen, die es wiederum ermöglichen weiter in das digitale Geschäft einzudringen oder eben noch höhere Rabatte nicht nur für Studenten zu geben.
Selbstverständlich gibt es Studentenabos nicht erst seit dem Internetboom. Es wird für Verlage jedoch immer wichtiger die jungen Leute an die Printmedien zu gewöhnen.
Autor: Andrea Kuhn