Strickarbeit
Seit einiger Zeit ist das
Stricken wieder angesagt. Was lange Zeit den Stempel des Altmodischen trug, wird heute in Blogs, Foren und Printmagazinen als neuer Modetrend gefeiert. Die meisten von uns kamen im Handarbeitsunterricht mit dem Stricken in Berührung. Nach dieser Pflichtübung haben wir es dann gerne wieder gelassen mit Wolle und Nadeln. Einige wenige haben vielleicht in der Teenagerzeit nochmals versucht, sich selber einen Schal oder gar einen Pulli zu stricken. Oft wurden diese Schals aber nicht länger als ein paar Zentimeter und die Pullover bestanden höchstens aus Ärmeln. Denn bald lockten coolere Freizeitbeschäftigungen und Strickmode konnte man schliesslich auch im H&M kaufen.
Diese Einstellung hat sich geändert. Individualismus ist "in" und Stricken wieder angesagt. Vor allem junge Frauen haben sich dem neuen Trend verschrieben. Diese jungen Frauen haben das Stricken in der Schule kennen gelernt und sind mit dem Internet aufgewachsen. Diese zweite Tatsache ist wichtig, denn das Internet trägt viel zum Wiederaufkommen des strickens bei. Strickanleitungen können mit Google schnell gefunden werden und auf Youtube finden sich Schritt-für-Schritt-Anleitungen für jede erdenkliche Strickidee. Bastel-Seiten wie Basteldichblue bieten kostenlose
Strickanleitungen an. Dabei ist das Spektrum breit. Von einfachen Anleitungen für den Anfänger, über Erklärungen zu verschiedenen Maschenarten, bis hin zu komplizierten Strickarbeiten kann man hier alles finden.
Die Faszination für das Stricken ist schnell erklärt. Wie Bigna Hess in einem Interview auf Basteldichblue ausführt, ist vor allem der kreative Prozess das Schöne am Stricken. Neben Job und Ausbildung sei das Stricken für sie ein toller Ausgleich, betont die junge Frau. Dies bestätigen Forumseinträge, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Stricken zum Trend werden konnte. Stricken beruhigt, ist günstig und sehr kreativ. Es wird der kreativen Tätigkeit sogar ein gewisses Suchtpotential attestiert. Dazu kommt, das man praktisch überall stricken kann und wenig Material dafür braucht. In unserer schnelllebigen Gesellschaft, in der jede freie Minute irgendwie sinnvoll genutzt werden muss, hat sich schon mancher gefragt, was er mit der Wartezeit an der Bushaltestelle oder im Wartsaal der Arztpraxis anstellen soll.
Seit dem Stricktrend ist die Lösung dafür gefunden: Man strickt ganz einfach! Und wie von Grossbritannien, dem Mutterland der Modetrends, zu hören ist, haben sich nun sogar die Männer dem Stricken verschrieben. An die Nadeln, Jungs und Mädels!
Karin Reinhardt