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Stress abbauen durch Alkohol - der heimtückische Weg in die Abhängigkeit

Autor: Results | Erstellt am: 06.11.2008 | Gelesen: 11496
Kategorie: Sport - Fitness & Workouts | Bewertung: rateArateArateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Alkoholprobleme - Informationen zur Alkoholabhängigkeit: Die Gefahr erkennen und geeignete Lösungen finden

Sandra Sopp-Ehlting
Sandra Sopp-Ehlting
Wir alle sind tagtäglich Stress ausgesetzt. Es gibt jedoch Berufe, in denen, aufgrund von unregelmäßigen Arbeitszeiten (Schichtarbeit) oder anderer, ständiger Überbelastung der Stress zu einem gesundheitsgefährdenden Faktor wird. Diesen mit dem „entspannenden Gläschen" Alkohol zu bekämpfen kann schnell und unbemerkt in die Abhängigkeit führen.

Stress ist in gesunder Ausprägung völlig normal und sogar leistungsfördernd

Zwischen Leistung und Stress besteht ein direkter Zusammenhang. Das ist bewiesen. Das Ausmaß des Stresses hat jedoch Einfluss auf unser Leistungsvermögen. Sowohl ein „Zuwenig" als auch ein „Zuviel" an Stress können unsere Produktivität negativ beeinflussen; eine mittlere Stressdosis jedoch steigert sie sogar.

Die Ursachen für Stress können sehr vielfältig sein

Heutzutage gibt es diverse Faktoren im Arbeitsbereich (Stressoren), die leistungsmindernden Stress, also Disstress, auslösen.
So kann z.B. die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen als Stressor wirken, wenn sie sich - in der Zusammenarbeit mit anderen - direkt auf die Arbeit auswirkt. Ebenso im Falle der Verletzung der Würde des einzelnen Mitarbeiters, etwa bei Mobbing.
Auch Lärm, im Sinne störender Geräusche, kann einen beträchtlichen Stressfaktor darstellen.

Unser Körper gibt uns klare Signale

Der Organismus des Betroffenen reagiert in diesen Fällen dann mit den typischen Stressreaktionen.
Als charakteristische Distresssymptome des Organismus gelten: beschleunigter Puls, Bluthochdruck, erhöhte Blutzirkulation und Blockade der Gehirnvorgänge bzw. Hemmung der Sexualfunktionen.

Ständige Änderungen im Rhythmus des Menschen verursachen Dauerstress

Besonders Schichtarbeit kann sich als Stressor negativ auswirken, da sich der Körper immer wieder auf andere Arbeitszeiten einzustellen hat. Zudem muss die Arbeitsleistung oft während der Nacht erbracht werden, in der die psychische und physische Leistungsfähigkeit normalerweise gemindert sind.
Der menschliche Biorhythmus unterliegt einer, von der Tageszeit abhängigen, 24-stündigen Periodik. So vollbringt der Organismus z. B. auch nach Interkontinentalflügen eine Anpassungsleistung, um die Körperfunktionen den veränderten Umwelt- und sozialen Bedingungen anzupassen.
Bei Wechselschichtarbeit oder Schichtarbeit jedoch kommt diese Anpassungsleistung nie zum Abschluss, was für den Körper Dauerstress bedeutet. Hinzu kommt die Schädigung der sozialen Beziehungen in der Freizeit, da ja die normative Tageseinteilung durch den Schichtdienst aufgehoben ist.

Die vermeintliche Lösung im Alkohol suchen

Disstress führt dazu, dass der reagierende Mensch nach Anpassungsstrategien mit dem Ziel der Stressabfuhr sucht. Dabei können eventuelle Gesundheitsrisiken durchaus in den Hintergrund treten. In diesem Fall führen die Stressoren zu Veränderungen des Gesundheitsverhaltens, z.B. zum Konsum von Suchtmitteln, wie Alkohol oder Nikotin, die den Stress abbauen helfen sollen.

Der Mensch geht gerne den bequemen Weg

In der Regel gehört zu den aktiven Stressbewältigungsstrategien die Reduzierung von Leistungsdruck z.B. durch Aufnahme anderer Tätigkeiten oder die Veränderung der Arbeitsumgebung. Diese Möglichkeiten stehen jedoch in der Regel nicht oder nur mit erheblichem Mehraufwand zur Verfügung.
Deshalb entwickelt der Mensch passive Stressbewältigungsstrategien, wozu auch der Konsum von Alkohol gehört.

Wie Alkoholkonsum in die Suchtspirale führen kann

Die stressreduzierende Wirkung von Alkohol liegt vordergründig in einer veränderten Stimmungswahrnehmung.
Der Anstieg der Alkoholkonzentration im Blut führt zu einer Reduktion der psychomotorischen Aktivität. Dies erweckt beim Trinkenden das Gefühl von Ärger und Angst befreit zu sein. Allerdings dauert diese vermeintlich beruhigende Phase des Alkohols nur ca. zwei Stunden an, da mit dem Sinken des Alkoholspiegels auch die psychomotorische Aktivität wieder zunimmt. Das dann auftretende Spannungsgefühl ist primär alkoholinduziert – es kann sogar noch grösser sein als das anfängliche Spannungsgefühl, das ursprünglich zum Alkoholkonsum führte. Allerdings kann das alkoholinduzierte Spannungsgefühl durch weiteres Trinken reduziert werden – ein Teufelskreis entsteht.

Lässt sich der Mensch auf diesen Teufelskreis ein, wird er immer mehr Alkohol konsumieren müssen um den alkoholinduzierten Stress auszugleichen.
Dazu muss allerdings vorausgesetzt werden, dass dem Betreffenden bereits die stressreduzierende Wirkung des Alkohols bekannt ist. Er muss also bereits über Erfahrungen mit Alkohol verfügen, oder erlebt haben, dass in seinem Umfeld Alkohol zur Stressreduktion getrunken wurde.
Der direkte Bezug zwischen Stress am Arbeitsplatz und missbräuchlichem Alkoholkonsum ist somit nicht mehr offensichtlich.

Häufung des vermehrten Alkoholkonsums bei Menschen mit Dauerstress am Arbeitsplatz
Verschiedenste Untersuchungen ergaben, dass an Arbeitsplätzen mit hohen Stressoren und vermehrt psychosozialen Stressfaktoren, besonders bei Schichtarbeitern und Menschen mit verantwortungsvollen Führungsaufgaben, der Alkoholkonsum häufig stark erhöht ist.

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Gerade für diese Berufsgruppen gibt es ausgezeichnete Hilfestellung in psychologischen Beratungspraxen, die wirksame Alternativen mit ihren Patienten erarbeiten, um mit diesem Problem lösungsorientiert umzugehen.

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