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Stimme sucht Moral und Qualität

Autor: Lackner | Erstellt am: 02.05.2010 | Gelesen: 528
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Ethik, Moral und Qualität in der Politik

Da stand Sie da, mitten auf einer Wiese. Sie war weiß gekleidet. Vor ihr versammelte sich eine größere Menge neugieriger Menschen. Ich konnte aufgrund der Entfernung ihre Gesichtszüge nur schemenhaft ausmachen, aber ihre zarte Engelsstimme war deutlich zu hören. Obwohl sie alleine war, begannen alle ihre Sätze mit „Wir": „Wir möchten uns herzlich für ihre Aufmerksamkeit bedanken, liebe Frauen und Männer unseres schönen Landes."

Und nach einer kurzen Pause: „Wir werden uns beim üblichen Ritual des reflexartigen Niedermachens des jeweiligen politischen Gegners nicht beteiligen. Daher werden sie von uns niemals ein schlechtes Wort über unsere Mitbewerber - im Bemühen um ihre Stimme - hören. Wir möchten anderen Meinungen mit Respekt begegnen und möchten wissen warum dies oder jenes vorgeschlagen wird. Wir sehen das durchaus als Chance um gemeinsam zu besseren Lösungen zu kommen.

Überhaupt, die Frage nach dem „Warum?" soll eine viel prominentere Rolle einnehmen müssen. Wenn eine Aufgabe, ein Problem zu lösen ist, dann wollen wir uns mehrmals nach dem „Warum?" fragen, um nicht bei der erstbesten Lösung hängen zu bleiben. Wir wollen die Ursachen der Probleme beseitigen und die Probleme nicht immer und immer wieder vor uns herschieben.

Wir plädieren auch dafür, sich Gedanken über die richtigen Fragen zu machen. Beispielsweise, anstatt uns mit der Frage, wie wir die ausufernden Kosten für die Spitalsfinanzierung bezahlen können, gegenseitig mit Schuldzuweisungen die Köpfe einzuschlagen, sollten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie wir ein Gesundheitsvorsorgesystem zum Funktionieren bringen. Danach können wir uns der Frage widmen, wie wir das Problem der vielen Arbeitslosen aus dem Krankenversorgungssystem lösen können.

Wir denken, alles was wirklich weiterhilft sind gute Antworten - und Lösungen - auf die richtigen Fragen: Wie vermeiden wir Krankheiten? Und wenn das nicht gelingt: Wie vermeiden wir falsche Diagnosen, unnötige chirurgische Eingriffe, Verwechslungen, falsche Medikamente mit falscher Dosierung zum falschen Zeitpunkt, Doppelgleisigkeiten und Ineffektivität?"

Inzwischen strömten immer mehr Menschen auf den Wiesenplatz. Immer wieder blitzte die Sonne durch den bewegten Wolkenhimmel. Doch kein Lüftchen bewegte die Blätter der am Wiesenrand stehenden Bäume. Es war gespenstisch ruhig, als die junge Frau ihre Rede fortsetzte:

„Und, wir sind mehr fürs Tun und weniger fürs Reden. Es muss irgend einmal Schluss sein mit dem pseudowissenschaftlichen Geplapper, womit jahrelang Megatonnen Papier voll gekritzelt werden und jeder einzelne Baum analysiert und (tot)diskutiert wird, aber keiner mehr auf die Idee kommt den Kopf zu heben um den Wald zu sehen.

Dabei gibt es genug zu tun: Denken wir an die Gefahren einer drohenden Klimaänderung, an die krachenden Sozialsysteme für eine immer älter werdende Gesellschaft, oder an die Doppelgleisigkeiten unserer Bürokratie. Oder an die Mängel in unserem (Aus-)Bildungssystem und an die verklausulierte Sprache, Intransparenz und den Paragraphendschungel in unserer Rechts(un)ordnung.

Und denken wir an die Aufgabe uns aus der „Wachstumsfalle" befreien zu müssen und dass unsere Wirtschaft ohne Wachstum nicht mehr funktioniert. Aber auch daran, wie wir dem Weg für ein „gelingendes Leben" mehr Bedeutung geben, als in immer und immer mehr Geld das Heil zu finden.

Nicht vergessen dürfen wir auch die Frage, wie wir Finanzspekulationen unterbinden können, ohne unser Nichthandeln immer wieder mit der Notwendigkeit einer internationalen Abstimmung zu erklären.

Sollen die Finanzspekulanten doch hingehen wo der Pfeffer wächst. Und mit ihnen die Banken, in denen hinter den Marmorportalen die Steuer schonenden Schwarzgelder bankgeheimnisfest verwahrt werden. Sie stinkt zum Himmel, die „Geld stinkt nicht" – Doppelmoral.

Wir wollen auch Klartext reden und scheuen uns auch nicht Wahrheiten anzusprechen. Es gibt keine Zaubertricks der Geldvermehrung. Geld wächst auch nicht auf Bäumen. Wenn jemand zehn Jahre so etwa zehn Prozent über seine Verhältnisse gelebt hat, dann muss er die nächsten zehn Jahre in der Regel an die dreißig Prozent bescheidener sein Dasein fristen.

Auch wenn wir genau so hart arbeiten wie bisher. Darauf sollten wir uns einstellen. Die Zeitgeistformel „Lebe heute, arbeite morgen" wird in Zukunft nicht mehr funktionieren. Wir möchten diese Formel mit „zuerst die Arbeit, dann der Lohn" ersetzen."

Nun kam etwas Bewegung in die Menge. Einige murmelten und manche verließen den Platz. Es schien mir, als könnte ich Unverständnis in ihren Mienen erkennen. Doch, die Frau in Weiß blieb unbeeindruckt. Lediglich ihre Stimme wurde um Nuancen stärker und bestimmter: „Wir müssen in vielen Bereichen unseres Lebens zum richtig Maß zurückfinden. Unsere Gesellschaft braucht mehr Bescheidenheit und weniger Ellbogen, mehr Ehrlichkeit und weniger Schlitzohren und eine Balance zwischen Nehmen und Geben.

Und neben Respekt ist Gerechtigkeit ein Wert für den wir unsere ganze Kraft aufbringen möchten. Auch, oder besser gerade deshalb, weil es so viel Ungerechtigkeit auf unserer Erde gibt. Viele auf unserer Erde haben nicht das Glück in eine Gesellschaft hineingeboren worden zu sein, in der sich im Überfluss die Tische biegen.

Es ist eine Schande, wie wir uns aus unserer Verantwortung stehlen und uns mit einem geringen Betrag für die Entwicklungshilfe frei zu kaufen gedenken."

Nun folgten nur mehr wenige Neugierige den Ausführungen. Der Reihe nach suchten die Menschen das Weite. Manche schüttelten ihre Köpfe, manche schienen nachdenklich bis verstört.

Und - gerade bevor der letzte Zuhörer den Platz verließ, bin ich aus dem Traum aufgewacht: Es war knapp nach 6 Uhr am Morgen (!) und das Läuten des Telefons, das diesem Traum ein abruptes Ende bereitete: Eine Dame wollte mich sprechen um mir mitzuteilen, dass ich den 3. Hauptpreis in einem Gewinnspiel gewonnen habe. Sie wollte meine Kontonummer und die Bankdaten, damit sie die Überweisung des Gewinns durchführen kann.

Somit konnte ich dem weiteren Verlauf der Rede nicht mehr folgen. Nun stehe ich da und kenne weder den Namen der jungen Frau von der Wiese, noch die Partei über deren Programm sie sprach. Daher meine Bitte an die Anwesenden dieser Veranstaltung: Wissen sie wie und wo die junge Frau zu erreichen ist oder wo die Partei zur Wahl antritt?

Einen Handkuss für jeden weiterführenden Hinweis: Ich überlege ernsthaft, dieser Partei meine Stimme zu geben.

Bitte richten Sie ihre Hinweise an: www.h-eureka.com
Ethik, Moral und Qualität in der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

 
 
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