Nicht nur berühmte Leute wie Katharina Witt oder die vielfältig engagierten Medienlieblinge „Brangelina" – Angelina Jolie und Brad Pitt – sind Stiftungsgründer. So zahlreich prominente Initiatoren caritativer Stiftungen auch den Markt gemeinnütziger Hilfsprojekte mitgestalten, sind sie doch nicht die Einzigen. Es finden sich lange Listen privater, nicht minder engagierter Stiftungsgründer auch jenseits der Regenbogenpresse.
Stiftungsgründungen waren in den vergangenen Jahren im vermeintlich krisengeschüttelten Deutschland fast so etwas wie ein Trend. Fragt sich, was dahinter steckt. Sind die Menschen menschenfreundlicher geworden? Haben die Wohlhabenden die Freude am Geben entdeckt? Vermissen die Vermögenden eine fehlende Säule der Dreiheit des Glückes – Haben, Geben, Sein?
Wie die Homepage des deutschen Stiftungszentrums www.deutsches-stiftungszentrum.de in ihrer Statistik zu dieser Frage aufzeigt, sind es nicht die Stifter, die den zahlenmäßigen Zuwachs ausmachen, sondern die Stiftungen. Der Boom ist in der Ausweitung des Stiftungswesens auf das hübsche, moderne Synergiemodell „Fundraising" zu finden. Doch egal, welchen Namen die Initiative trägt – dahinter stehen Menschen, die neben ihrem guten Namen auch ihr gutes Geld für gemeinnützige Programme einsetzen. Menschen, die ihren beruflichen Erfolg oder ihr familiär durch Erbe erworbenes Kapital „sinnstiftend" für die Gemeinschaft investieren.
Das deutsche Stifterzentrum verzeichnete 2007 einen Anteil privater Stifter von fast 70 %. Inhaltlich wurden deren Stiftungsziele fast hälftig in sozialen und gemeinnützigen Aufgaben definiert. Doch auch der Bildungs- und Erziehungssektor, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Umweltschutz sind gefragte Stiftungszwecke.
Beispielhaft für eine private Stiftung aus dem Bürgertum ist die „Stiftung zur Förderung junger Menschen", die vor 13 Jahren von Bärbel und Dr. Günter Baumann ins Leben gerufen wurde. Zur Förderung der Stuttgarter Bach-Akademie und dem CVJM ihrer Heimatstadt Esslingen, zur Unterstützung der lokalen Kunst- und Literaturszene und als Mitfinanzier einer Beratungsstelle konnte das Ehepaar ein Stiftungsvermögen von 900.000 Euro einbringen.
Für Toleranz und Humanität in der Gesellschaft setzen sich Roswitha und Erich Bethe mit ihrer „Bethe-Stiftung" ein. Das Stiftungsvermögen hat eine beeindruckende Summe von zehn Millionen Euro zu verzeichnen. Im Fokus der Stiftungsarbeit der Bethe Stiftung stehen vor allem Kinder, die in dieser Gesellschaft ein schweres Los gezogen haben. Die Unterstützung gilt Einrichtungen im Bereich Kindesmissbrauch und der Kinderhospizarbeit.
Eberhard F. Kastner sah die immensen Defizite im schulischen Alltag und die mangelhafte Umsetzung lerntheoretischer Erkenntnisse aus der Wissenschaft, als er 2003 seine Stiftung „Bildung und Jugend" gründete. Mit einem Stiftungsvermögen von fünf Millionen Euro leistet er seitdem einen Beitrag zur Verbesserung der Bildungssituation in seiner Heimatregion Bodensee und Oberrhein.