Kaum haben sich die Wogen, die aufgrund der Absenkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen entstanden sind, ein wenig geglättet, hält die Branche auch schon der nächste Aufreger in Atem. Gemeint ist natürlich die seit dem 01. Oktober geltende Kulturförderabgabe der Stadt Köln, welche im allgemeinen Sprachgebrauch wohl besser als "Bettensteuer" bekannt ist.
Die im September 2010 vom nordrhein-westfälischen Landesparlament beschlossene Abgabe fällt bei entgeltlichen Übernachtungen in Kölner Beherbergungsstätten an und beläuft sich auf fünf Prozent vom Übernachtungspreis inklusive Mehrwertsteuer. Um die Steuersumme ordnungsgemäß abzuführen, müssen sich Hotels gleich an zwei Stellen, nämlich das Finanzamt und die Stadtverwaltung, wenden. Dem Gast selber ist es möglich, eine Rückerstattung des Betrags bei der Stadt zu beantragen, indem er einen Antrag ausfüllt, der in den jeweiligen
Hotels in Köln vorliegen sollte. Mit der Genehmigung der Steuer in Köln sind Nachzüglern Tür und Tor geöffnet und so verwundert es nicht, dass hochfrequentierte Städte wie Bremen, München oder Hamburg bereits an ihrer Version der Bettensteuer arbeiten. Im Gegenzug erheben sich natürlich auch allerorten kritische Stimmen, die durch die anzunehmende flächendeckende Einführung der Steuer eine empfindliche Schwächung der Hotellerie erwarten. So lehnt zum Beispiel Thomas Rathcke, seines Zeichens Fraktionschef der Lübecker FDP, ein ähnliches Modell in seiner Heimat ab und fürchtet einen Übernachtungsrückgang innerhalb der Stadt.
Dass auftretende Schwierigkeiten in der Praxis die Überarbeitung eines Modells zur Folge haben können, zeigte bereits die Mehrwertsteuersenkung und lässt auch im Falle der Bettensteuer auf eine Optimierung hoffen. Für treffsichere Ausblicke und Prognosen, auch was eine nachhaltige Schwächung des Hotelgewerbes angeht, ist es aber wohl zum heutigen Zeitpunkt noch deutlich zu früh.