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Stel­lung­nah­me von 'Free Minds' zum of­fe­nen Brief

Autor: freeminds | Erstellt am: 20.01.2010 | Gelesen: 1412
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - 'Be­schwer­de, Angst und drin­gen­de Bitte' an das Rektorat der Uni Münster

Free Minds
Free Minds

Münster - Wir haben den of­fe­nen Brief „Be­schwer­de, Angst und drin­gen­de Bitte" an das Rek­to­rat und die Brü­cke- Lei­tung der Uni Müns­ter vom 9. 01. 10 kei­nes­wegs als Ver­leum­dungs­kam­pa­gne gegen „Die Brü­cke" und das ins­ge­samt sehr kom­pe­ten­te, freund­li­che und hilfs­be­rei­te „Brü­cke- Team" ver­fasst.

Daher sind wir über die ein­sei­ti­ge, par­tei­ische und die In­itia­ti­ve ge­fähr­den­de Vor­ge­hens­wei­se von Herrn Som­mer sehr ir­ri­tiert und be­stürzt. Wir be­dau­ern au­ßer­dem, dass so­wohl das Rek­to­rat als auch die Brü­cke- Ge­schäfts­füh­rung, nicht kon­struk­tiv mit den in­halt­li­chen Kri­tik­punk­ten und der drin­gen­den Bitte um­ge­gan­gen sind, eine in­ten­si­ve Nach­for­schung im Sach­ver­halt aus­ge­schlos­sen und sich so auch öf­fent­lich gegen die In­itia­ti­ve ge­stellt haben. Be­dau­erns­wert fin­den wir auch, dass Herr Som­mer in die­sem Fall auch Brü­cke- Hilfs­kräf­te, die mit der An­ge­le­gen­heit und Kri­tik ab­so­lut nichts zu tun hat­ten, für eine öf­fent­li­che Stel­lung­nah­me vor­führ­te, für ei­ni­ge von uns sogar miss­brauch­te.

Wir haben in­ner­halb der Grup­pe un­se­re Vor­ge­hens­wei­se im Falle des of­fe­nen Briefs nach sei­ner Ver­öf­fent­li­chung in Frage ge­stellt und sehr lange und kon­tro­vers dis­ku­tiert, sind aber im Nach­hin­ein umso er­leich­ter­ter und auf­ge­klär­ter, dass man uns auf die­sem sehr un­an­ge­neh­men Wege einen wich­ti­gen Ein­blick in die Po­li­tik und Phi­lo­so­phie der Brü­cke- Ge­schäfts­füh­rung er­mög­licht hat.

So wis­sen wir we­nigs­tens, dass Is­la­mis­t_in­nen je­der­zeit in „Die Brü­cke" will­kom­men sind, kri­ti­sche Mus­lim_in­nen, die be­rech­tig­te Ängs­te haben, hin­ge­gen nicht. Denn wer of­fen­sicht­lich an­ti­se­mi­ti­sche Pro­pa­gan­da- Fly­er von einer be­kann­ten, is­la­mis­ti­schen Ge­mein­schaft in einer öf­fent­li­chen „Free Minds"- Ver­an­stal­tung ver­teilt, davor in öf­fent­li­cher Café- At­mo­sphä­re (ge­meint in der Brü­cke) furcht­los und un­be­küm­mert, an­ti­se­mi­ti­sche, se­xis­ti­sche und ho­mo­pho­be Äu­ße­run­gen von sich gibt, und die in die­sen Er­eig­nis­sen ver­wi­ckel­ten Per­so­nen, ein sehr nahes mensch­li­ches und freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis zu einem Mit­ar­bei­ter(!) haben, hätte man viel­leicht doch un­se­rer Kri­tik auf den Grund gehen sol­len, bevor man jeg­li­che Kri­tik aus Pres­ti­ge­grün­den von sich ge­wie­sen hat. So haben wir ei­gent­lich nur die Bot­schaft er­hal­ten, dass Feh­ler in „Die Brü­cke" ka­te­go­risch aus­ge­schlos­sen sind und alle Kon­flik­te, die gegen das idyl­li­sche Bild des fried­li­chen und mul­ti­kul­tu­rel­len Mit­ein­an­ders spre­chen, ri­go­ros und kom­pro­miss­los igno­riert, ver­drängt und be­kämpft wer­den.

In­so­fern wer­den wir nach die­sem Don­ners­tag die wö­chent­li­chen of­fe­nen und de­mo­kra­ti­schen Dis­kurs- Sit­zun­gen von „Free Minds" an einen an­de­ren Ort ver­le­gen und „Die Brü­cke", da wir nicht will­kom­men und er­wünscht sind, nicht mehr län­ger mit un­se­ren Dis­kur­sen und Ver­an­stal­tun­gen für einen fe­mi­nis­ti­schen, kri­ti­schen, of­fe­nen und auf­ge­klär­ten Islam stö­ren.

Wir fin­den es skan­da­lös, sind aber mitt­ler­wei­le nicht mehr über­rascht, dass zu­neh­mend auch in öf­fent­li­chen Räu­men wie „Die Brü­cke" neo­kon­ser­va­ti­ven und is­la­mis­ti­schen For­de­run­gen und Ver­hal­tens­wei­sen der freie Ein­tritt ge­währt wird. Dabei haben wir im of­fe­nen Brief durch­aus be­rech­tig­te Be­fürch­tun­gen und Ängs­te, die über die spe­zi­el­le Pla­ka­te- , Fly­er- und Home­page- Af­fä­re gehen, zum Aus­druck ge­bracht und fin­den es daher sehr scha­de, dass man nur die­sen Kri­tik­punkt zur Kennt­nis ge­nom­men hat.
In die­sem Zu­sam­men­hang ist es ge­ra­de sehr wich­tig, zu wis­sen, dass die al­ler­meis­ten An­ge­hö­ri­gen von „Free Minds" sich aus Angst vor ver­ba­len und kör­per­li­chen An­grif­fen und Stig­ma­ti­sie­run­gen öf­fent­lich auch nicht zu den wö­chent­li­chen und of­fe­nen „Dis­kurs- Sit­zun­gen" trau­en und ei­ni­ge sogar lang­jäh­ri­ge und schmerz­vol­le Er­fah­run­gen in sol­chen, immer wie­der ge­schei­ter­ten und zer­schla­ge­nen, geis­ti­gen Eman­zi­pa­ti­ons­be­we­gun­gen haben. Die Men­schen lösen sich nach ge­schei­ter­ten Be­mü­hun­gen nicht in Luft auf, son­dern wer­den in die wei­ten und un­be­deu­ten­den Sphä­ren der vir­tu­el­len Welt ge­drängt, wo Is­la­mis­t_in­nen ihre wirk­li­che Exis­tenz so be­zwei­feln wol­len und den glor­rei­chen, is­la­mis­ti­schen Sieg gegen die Ver­nunft und den Ver­stand der kri­ti­schen und ein­zel­nen Mus­lim_in­nen fei­ern. So zy­nisch sich das auch an­hö­ren mag, sind diese schwie­ri­gen und frag­wür­di­gen Um­stän­de die Aus­gangs­be­din­gung die­ser In­itia­ti­ve.

Die meis­ten kri­ti­schen Mus­lim_in­nen wol­len von der Si­cher­heit vor Is­la­mis­t_in­nen in den Dis­kurs- Sit­zun­gen über­zeugt sein, ehe sie sich in diese sehr heik­le In­itia­ti­ve pro­ak­tiv ein­brin­gen; war­ten also im Hin­ter­grund die or­ga­ni­sa­to­ri­sche und re­gio­na­le Ent­wick­lung von „Free Minds" in Müns­ter ab. In­ter­es­sier­te Mus­lim_in­nen aus Ham­burg, Ber­lin, Ol­den­burg und Frank­furt war­ten au­ßer­dem seit Tagen auf kon­kre­te Hil­fe­stel­lun­gen, Vor­la­gen und sinn­vol­le Ver­fah­ren­s­an­wei­sun­gen für die Im­ple­men­tie­rung des „Free Mind"- Kon­zep­tes in ihren Re­gio­nen, die wir alles gut, gründ­lich und ge­wis­sen­haft fer­tig­stel­len und so­li­da­risch zur Ver­fü­gung stel­len woll­ten. Zwei Mäd­chen aus dem is­la­mis­ti­schen ge­schlos­se­nen Kreis in Müns­ter hof­fen au­ßer­dem seit län­ge­rer Zeit auf eine um­setz­ba­re Lö­sung von uns, damit sie ein frei­es und selbst­be­stimm­tes Leben füh­ren dür­fen. Wir sind außer den hohen in­halt­li­chen, the­ma­ti­schen, or­ga­ni­sa­to­ri­schen und me­tho­di­schen An­for­de­run­gen auch emo­tio­nal sehr über­for­dert!

Lei­der sind wir ge­ra­de durch die­sen Vor­fall in eine un­glück­li­che und fa­ta­le Si­tua­ti­on ge­ra­ten, wo wir neben per­so­nel­len, zeit­li­chen und fi­nan­zi­el­len De­fi­zi­ten auch an un­se­re psy­chi­schen und phy­si­schen Gren­zen ge­sto­ßen sind. Dabei hat­ten wir eher mit Un­ter­stüt­zung und Hil­fe­stel­lung ge­rech­net, statt mit Rügen und Vor­wür­fen!

Da nun der Ein­druck herrscht, „Free Minds" habe die In­hal­te des of­fe­nen Briefs er­lo­gen und er­fun­den und eine Ruf­mord­kam­pa­gne gegen die Brü­cke ge­star­tet, hät­ten wir es mehr als pas­send ge­fun­den, den zu die­sem Er­eig­nis statt­fin­den­den, pri­va­ten E- Mail- Ver­kehr zwi­schen Herrn Som­mer und die in der Zei­tung als Frau Söz zi­tier­te und um­be­nann­te Per­son hier zu ver­öf­fent­li­chen, weil da­durch das Ver­hal­ten von „Die Brü­cke" und ins­ge­samt der Uni- Lei­tung sehr leicht ver­ständ­lich ge­we­sen wäre. Pres­ti­ge und eine so ge­nann­te „Frie­de, Freu­de, Ei­er­ku­chen"- Men­ta­li­tät waren die Haupt­grün­de dafür, dass von einer in­halt­lich tief­grün­di­gen und ernst­haf­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit un­se­rem of­fe­nen Brief ab­ge­se­hen wurde.
Wir kön­nen es auf der an­de­ren Seite auch nach­voll­zie­hen, dass wahr­schein­lich die hohen An­for­de­run­gen und der wach­sen­de in­sti­tu­tio­nel­le Druck auf die Uni und ihre Ser­vice- Ein­rich­tun­gen diese zu einem of­fen­si­ven und de­struk­ti­ven Vor­ge­hen ge­zwun­gen hat. Lei­der.

Wir sehen davon ab, den be­sag­ten pri­va­ten E- Mail- Ver­kehr zu ver­öf­fent­li­chen, da gegen diese Bloß­stel­lung die Mehr­heit von „Free Minds" ethi­sche Be­den­ken ge­äu­ßert hat.

Wir be­dan­ken uns für die Auf­merk­sam­keit!

Kri­ti­sche Mus­lim_in­nen von „Free Minds" in Müns­ter
 
 
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