Die Niedrig-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte möglicherweise bald beendet sein. Sollte sich die konjunkturelle Entwicklung in den nächsten Monaten positiver gestalten, wovon Experten ausgehen, dürfte auch die Inflationsrate anziehen und damit die Zinsen für Geldanlagen und Kredite steigen. Der EZB-Leitzins liegt seit dem 13.05.2009 bei gerade einmal 1,0 Prozent - ein historischer Tiefstand. Doch dies könnte schon bei der nächsten Sitzung des EZB-Rates geändert werden.
Ein höherer Leitzins würde dann auch die Festgeldangebote der Banken direkt beeinflussen. Bereits jetzt scheint es so, dass die Geschäftsbanken mit einem wieder steigenden Zinsniveau rechnen. Gerade hat beispielsweise die Bank of Scotland die Zinsen für ihr Festgeld angehoben. Dieser Produkt war zwar erst wenige Wochen zuvor eingeführt worden, die Anpassung könnte also auch am nicht zufriedenstellenden Verhalten der Geldanleger liegen. Doch da auch andere Banken bereits moderate Zinserhöhungen vorgenommen haben und Zinssenkungen kaum noch zu beobachten sind, deutet einiges darauf hin, dass das "Tal der Tränen" erst einmal durchschritten ist.
Ein weiteres Indiz ist die expansive Haushaltspolitik, die von der neuen Bundesregierung zu erwarten ist. Steigende Staatsausgaben und eine ausufernde Staatsneuverschuldung führen erfahrungsgemäß zu einer höheren Inflationsrate. Der Staat wird die Zinsen durch seine Politik, mit der er die Wirtschaftskrise überwältigen möchte und Arbeitsplätze zu sichern versucht, aller Voraussicht nach auf ein höheres Niveau treiben.
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Autor: Dirk Steffes