Standortakteure und Wirtschaftsförderung
Für Standortbilanzen gibt es keine verbindlichen Vorgaben. Ausführung und Inhalt werden durch Informationsanforderungen des Wirtschaftsförderers und Standortentscheiders bestimmt. Wenn Anwendungsinteresse an durchgängig nachvollziehbarer Vorgehenssystematik besteht, muss jede Kommune, jeder Standort, jeder Investor eigene Instrumente nach individuellen Anforderungen finden und bestimmen. Falls sich also ein Wirtschaftsförderer oder Standortentscheider für die Realisierung und Umsetzung eines solchen Rahmen-Modells entscheidet, muss er die Inhalte und Strukturen der für ihn erfolgsrelevanten Standortfaktoren anhand der für ihn maßgeblichen Gegebenheiten selbst anpassen, neu erarbeiten und in die für ihn dann maßgeschneiderte Standortbilanz einfließen lassen. Alleinstellungsmerkmale werden ohnehin nur so erzielt.
Einzelpunkte können hierbei sein: Erfolgskritischer Umgang mit „weichen" Ressourcen des Standortkapitals. Mehr Transparenz für eine komplizierte Standortumwelt. Einfache und gewichtete Standortanalyse. Eigenbild- und Fremdbildanalyse des Standortes. Welcher Bereich des Standortes soll bilanziert werden ? Wie sehen die Ausgangslage und das Geschäftsumfeld aus ? Welche Vision, welches Leitbild hat der Standort für sich entwickelt ? Mit welchen Strategien soll das Leitbild umgesetzt werden ? Angebots- und Nachfrageseite im Markt der Standorte.
Vgl. Becker, Jörg: Non-Financial Standortbilanzen für Wirtschaftsförderer und Standortentscheider, ISBN 978 3 8370 6240 3.Definition der Standortfaktoren, beispielsweise: GP1 Bilanzierung Standortfaktoren (immaterielle „weiche" Faktoren), GP2 STEK-Standortentwicklungskonzept, STEL-Standortleitbild, GP3 Standort-/Citymarketing – Vermarktung von Standortressourcen GP4 Wirtschaftsförderung–Akquisition ansiedlungsinteressierte Firmen, GP5 Wirtschaftsförderung-Bestandspflege ortsansässige Firmen, GE1 Existenzgründungs-/Beratungshilfen, regionale Förderprogramme, GE2 Nähe zur Forschung und Entwicklung, High-Tech-Strategien, GE3 Standort-Kostenfaktoren und Steuerkonditionen, GE4 Attraktivität, Image, Rahmenbedingungen des Standortes, GE5 Haushaltslage, finanzielle Handlungsspielräume.
Vgl. Becker, Jörg: Non-Financial Standortbilanzen für Wirtschaftsförderer und Standortentscheider, ISBN 978 3 8370 6240 3.Weitere Standortfaktoren zählen zum Humankapital, Strukturkapital und Beziehungskapital: HK1 Einwohnerstruktur, soziales Umfeld, Sicherheit, HK2 Kaufkraft, verfügbare Einkommen, Konsumverhalten, HK3 Intellektuelles Wissenskapital, Kompetenznetzwerke, HK4 Arbeitskräftepotential, verfügbare Fachqualifikationen, HK5 Leistungs-, Kommunikationsfähigkeit der kommunalen Verwaltung, SK1 Gewerbeimmobilienpotentiale, Büroflächen, SK2 Wohn-, Freizeit-, Erholungsangebote SK3 Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten, SK4 Gesundheits-, Versorgungs-, Betreuungseinrichtungen, SK5 Bildungs-, Kultureinrichtungen, BK1 Verkehrs-, Logistikanbindungen, BK2 Standort-Benchmarking, Kooperationsbeziehungen, BK3 Clusterbildung, Branchenbeziehungen, BK4 Kongresse, Messen, Tagungen, Internet, BK5 Beziehungen Wirtschaft zu Wissenschaft.
Jörg Becker
(www.beckinfo.de)